Startseite
Solothurn
Niederamt
Nekti T., der 2008 den Raser-Unfall von Schönenwerd verursachte, muss die Schweiz nicht verlassen. Das Urteil des Bundesgerichts ist ein Schlag ins Gesicht der Mutter von Lorena, die beim Unfall ums Leben kam.
Das Bundesgericht entschied, dass Nekti T. die Schweiz nicht verlassen muss, wenn er seine sechsjährige Gefängnisstrafe, die er wegen des Raser-Unfalls in Schönenwerd erhielt, abgesessen hat. Damit soll er seine Niederlassungsbewilligung nicht verlieren.
Für Brigitte Wittwer, die Mutter von Lorena, die beim Raser-Unfall auf dem Rücksitz eines roten Kleinwagens starb, ist es «unverständlich», dass erneut auf den Raser Rücksicht genommen wird. «Das ist ein Schlag ins Gesicht. Ich bin enttäuscht, schockiert und aufgewühlt», sagt sie gegenüber dem Regionalsender «Tele M1».
Mehrmals habe der junge Mann auf Kosten des Staates das Verfahren weitergezogen und dabei immer wieder Recht bekommen. Es interessiere offenbar niemanden, wie es der Familie dabei geht.
Brigitte Wittwer stört insbesondere, dass sich der junge Mann selbst bemitleidet, statt endlich die Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Der Entscheid des Gerichts auf eine Ausschaffung zu verzichten, stelle zudem geradezu einen Freipass dar für weitere Täter.
Für den Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann ist das Urteil ein Skandal. Schliesslich habe das Schweizer Stimmvolk vor fünf Jahren die Ausschaffungsinitiative klar angenommen. «Der Skandal liegt vor allem darin, dass die Initiative noch nicht umgesetzt wurde», sagt er gegenüber «Tele M1».
Nekti T. war am 8. November 2008 mit zwei Kollegen mit über 100 Stundenkilometern durch Schönenwerd gerast. Dabei knallte er in ein korrekt abbiegendes Auto. Lorena verlor ihr Leben, der Lenker und die Beifahrerin wurden verletzt. (ldu/szr)