Niedergösgen
Mutiger Entscheid für die Orgel hat sich gelohnt

Die Orgel der Schlosskirche in Niedergösgen wird 20-jährig. Anfangs sehr umstritten, ist das Instrument heute nicht mehr wegzudenken.

Beat Fuchs
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Die Orgel der Schlosskirche überzeugt klanglich und ästhetisch.

Die Orgel der Schlosskirche überzeugt klanglich und ästhetisch.

zvg

Vor 20 Jahren erhielt die Schlosskirche in Niedergösgen eine neue Orgel der Firma Hauser, Kleindöttingen. Die Geschichte des neuen Instruments reicht allerdings bereits ins Jahr 1989 zurück. Damals setzte der Kirchgemeinderat eine Spezialkommission zur Renovation der Schlosskirche ein. Auslöser war eine Motion, welche eine Innenrenovation der in die Jahre gekommenen Kirche verlangte. Die Kommission nahm die Arbeit rasch auf, klärte aber nicht nur die eigentliche Innenrenovation ab, sondern machte eine Bestandesaufnahme des gesamten Gebäudezustandes. Dabei kam unter anderem zum Vorschein, dass es auch mit der Orgel nicht mehr zum Besten steht.

Die damals vorhandene Orgel kam mit der letzten Renovation 1954 in die Schlosskirche, eine elektropneumatische Orgel. Bei diesen Werken werden die Ventile zu den Pfeifen nicht rein mechanisch geöffnet, sondern mithilfe eines elektromagnetischen Impulses. Diese elektronischen Teile waren aber inzwischen an ihr Lebensende gelangt. Zudem passte der in moderner Schlichtheit gehaltene Orgelprospekt in keiner Art und Weise in den Innenraum der neubarocken Schlosskirche.

Gutachter für neues Instrument

Ein Gutachten hielt schliesslich fest, dass bei einer Gesamtsanierung der Schlosskirche auch die Orgel zu grossen Teilen abgebaut und einer Sanierung unterzogen werden musste. Diese teure Massnahme (bis zu 70'000 Franken) würde aber aus Sicht des Orgelexperten weder in klanglicher noch in ästhetischer Hinsicht befriedigen. Folglich empfahl der Experte den Ersatz durch ein neues Werk.

Eine Empfehlung, welche die Behörde zwar nachvollziehen konnte, vor welcher sie aber angesichts der Kosten doch hohen Respekt hatten. Immerhin rechnete eine erste Schätzung mit Kosten von rund 400 000 Franken. Aus diesem Grund unterbreitete der Kirchenrat der Kirchgemeindeversammlung dann auch das Kreditbegehren für die Ersatzbeschaffung einer Orgel separat.

Knappe Mehrheit für neue Orgel

Es zeigte sich, dass dieser Entscheid richtig war, denn das Geschäft war alles andere als unumstritten. Zahlreiche Stimmen sprachen sich gegen eine neue Orgel aus. Als zu teuer wurde das Projekt angesehen und als eine finanzielle Hypothek für die nächsten Generationen. Schliesslich sprach sich nur eine hauchdünne Mehrheit für die Anschaffung einer neuen Orgel aus.

Der Kirchgemeinderat setzte in der Folge umgehend eine Orgelbaukommission ein, welche sich dann im Detail mit der Anschaffung eines neuen Instruments auseinandersetzte. Nach einer Submission entschied sich der Kirchgemeinderat auf Antrag der Orgelbaukommission zur Anschaffung einer neuen Orgel mit 25 Registern bei der Orgelbaufirma Armin Hauser, Kleindöttingen.

Eine der besten in der Region

Am 27. April 1997 wurde die neue Orgel in einem feierlichen Gottesdienst geweiht. Das neue Instrument überzeugte in klanglicher aber auch ästhetischer Hinsicht. Aus heutiger Sicht war der mutige Entscheid im Jahr 1993 richtig. Die Kosten der Orgel beliefen sich zwar auf rund 500 000 Franken, doch konnte ein beachtlicher Teil davon über Spenden gedeckt werden. Die Restschuld ist inzwischen längst getilgt und die Schlosskirche verfügt nun über ein würdiges Instrument, eines der Besten in der weiteren Region.

Das 20-jährige Jubiläum der Hauser-Orgel feiert die Kirchgemeinde deshalb am 19. August im Rahmen des Pfarreifestest mit einem Festgottesdienst (Beginn: 18 Uhr). Der Kirchenchor singt aus diesem Anlass die Missa Festiva von Christhopher Tambling. Am Sonntag findet zudem um 11 Uhr eine Orgelmatinée mit Hans Häusermann statt. Häusermann ist weitherum als versierter Organist bekannt und beriet seinerzeit die Kirchgemeinde als Experte.

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