Trimbach
Musik weckt Gefühle in dieser Trauerwelt – Huldigung an den Komponisten Bach

Zweimal erklang am Sonntag in der Mauritius-Kirche in Trimbach geistliche Musik mit dem Ensemble Bach-Konzerte Olten/La Pedrina.

Peter Kaufmann
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Ensemble Bach-Konzerte Olten/La Pedrina
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Das Konzert des Vokalistenensemble dauerte etwas mehr als eine Stunde.
Es war eine musikalische Huldigung an den Komponisten Johann Sebastian Bach.
Zwar ist es eine Trauermusik, doch sie endet tröstlich.

Ensemble Bach-Konzerte Olten/La Pedrina

Patrick Luethy

Zwar ist es eine Trauermusik, doch sie endet tröstlich: «Jesu, meine Freude» BWV 227 ist eine mehrteilige, geistliche Motette, die Johann Sebastian Bach (1685–1750) wahrscheinlich in seiner frühen Leipziger Zeit als Thomaskantor für ein Begräbnis komponiert hat. Zwischen die sechs Strophen eines Kirchenliedes sind fünf Stellen aus dem Römerbrief eingefügt, Gedanken zu Geist, Leben, Sünde und Tod. Für den Komponisten waren diese mystischen Stellen aus dem Paulusbrief ein Anlass, seine ganze musikalische Kraft und bahnbrechende Kreativität zu entfalten. Den dritten Spruch gestaltete er zu einer spannenden, kunstvollen Fuge, die zum Mittelpunkt des ansonsten symmetrisch aufgebauten Werkes wird.

Vokalisten überzeugten als musikalisches Team

Oft ist dieses meisterliche Stück geistlicher Barockmusik a cappella zu hören, ist es doch für einen fünfstimmigen Chor komponiert. In den Trimbacher Konzerten vom Sonntagnachmittag sang jedoch das hervorragende Vokalistenensemble der Bach-Konzerte Olten. Die Sopranistinnen Perrine Devillers und Anastasia Terranova, die Männerstimmen Akinobu Ono (Tenor) und Matteo Bellotto (Bass) sowie – eine Besonderheit – der französische Countertenor Gabriel Jublin als Alt harmonierten in faszinierender Weise als musikalisches Team. Begleitet wurden sie von der Cellistin Mara Miribung sowie auf einer kleinen, tragbaren Orgel von Francesco Saverio Pedrini, dem musikalischen Leiter des Konzertes.

Organistenkollegen in Konzert eingebunden

Die gleiche instrumentale Zusammenstellung hatte zuvor schon beim längeren, geistlichen Lied «Komm, süsser Tod» BWV 478 die beiden Sopranistinnen unterstützt, welche die Strophen im Wechsel sangen. Es war ein weiterer Höhepunkt in dieser etwas mehr als einstündigen musikalischen Huldigung an den Komponisten Bach. Die Sehnsucht nach dem Tod beschreibt Bach in seinem Lied kraftvoll, aber im Gegensatz zur Motette mit einem starken Akzent auf «dieser Trauerwelt», dieser «Marterkammer», in der man auf «selge Ruh» im Himmel hofft.

In den ersten Teil des Konzerts eingebunden hatte Francesco Saverio Pedrini seine beiden Organistenkollegen der Katholischen Kirche Olten. Den instrumentalen Auftakt auf der grossen Kirchenorgel gab Christoph Mauerhofer virtuos mit dem Präludium und der Fuge in G-Dur BWV 550, einem frühen Bach-Orgelwerk, das oft unterschätzt wird. Mit einem nachfolgenden Choralvorspiel leitete Mauerhofer zum Organisten Hansruedi von Arx über, der ebenso einfühlsam weitere Vorspiele Bachs interpretierte.

Tiefe Gefühle meditativer Besinnung

Fünf der kleinen Orgelminiaturen folgten dann jeweils die passenden vokalen Choräle, zwei Vorspiele standen für sich, das letzte leitete die Motette «Jesu, meine Freude» ein. Für die lediglich 30 Personen im Publikum – wegen der Coronasituation - wurde das Konzert zweimal identisch aufgeführt – weckte Bachs Musik tiefe Gefühle meditativer Besinnung.