Trimbach
Mühlemattsaal schluckt 200'000 Franken – Gemeinderat sucht nach Lösungen

Die Trimbacher Mehrzweckhalle ist an den Wochenenden zu 90 Prozent belegt. Unter der Woche allerdings nur zu einem Drittel. Eine Arbeitsgruppe, die demnächst gegründet wird, soll sich um eine bessere Auslastung kümmern.

Rahel Bühler
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Bruno Kissling

«Vermarktung öffentliche Lokale Trimbach (Priorität Mühlemattsaal), Antrag» stand auf der Traktandenliste der vergangenen Sitzung vom Trimbacher Gemeinderat. Ist der Saal zu wenig ausgelastet? Kostet er zu viel? Denkt die Gemeinde gar über einen möglichen Verkauf nach? Zumindest die ersten beiden Fragen beantwortet der Trimbacher Gemeindepräsident Martin Bühler auf Anfrage mit einem Ja: «Der Mühlemattsaal ist pro Jahr 200 '000 Franken im Minus. Diesen Betrag muss die Gemeinde zusätzlich bezahlen.» Die Mehrzweckhalle habe zwar für die ortsinternen Vereine und die Öffentlichkeit einen Nutzen, doch sei der eben genannte Betrag zu hoch, sagt er. Es müssen Lösungen her für das Problem.

Der Mühlemattsaal wurde 1993 in Betrieb genommen und bietet Platz für Generalversammlungen, Theatervorstellungen oder Konzerte. Schon Peter Reber, Massimo Rocchi oder der Bo Katzmann Chor sind im Lokal an der Schulhausstrasse aufgetreten. Derzeit ist er laut Bühler an den Wochenenden zwar sehr gut ausgelastet, doch an Tagen unter der Woche fänden praktisch keine Veranstaltungen statt. Konkret ist die Halle an 90 von 102 Tagen, die auf einen Samstag oder einen Sonntag fallen, belegt. Dies entspricht 90 Prozent. Von den 260 Wochentagen ist er lediglich an 102 Tagen vermietet.

Arbeitsgruppe geplant

Dass die Gemeinde sparen muss, wurde zuletzt an der Gemeindeversammlung im Dezember diskutiert (wir berichteten). «Wir schauen nun, bei welchen grossen Beträgen wir den Rotstift ansetzen können», erläutert der Gemeindepräsident. Zu diesen grossen «Brocken» gehört auch der Mühlemattsaal. Verkaufen will die Gemeinde das Gebäude allerdings nicht: «Das wäre nur die allerletzte Option», blickt Bühler voraus. Es sind andere Lösungen gefragt: Eine Arbeitsgruppe soll sich dem Problemkind annehmen. Am 16. Februar wird diese Gruppe offiziell gegründet.

Die Einladungen wurden an jene Trimbacher verschickt, die im vergangenen Jahr Interesse daran gezeigt haben, sich für die Lokalität zu engagieren. «An verschiedenen öffentlichen Anlässen sind Listen aufgelegen, auf denen sich Interessierte eintragen konnten.» So sind insgesamt 29 Leute zusammengekommen. Es gäbe viele Trimbacher, die den Saal eine tolle Sache finden und etwas dafür machen möchten, so Bühler.

Diese Arbeitsgruppe soll die Auslastung und die Ausgaben der Mehrzweckhalle unter die Lupe nehmen, um im Anschluss ein Konzept zu erstellen, wie sie schwarze Zahlen schreiben kann. Das Ziel sei es, diesen Plan an der Budgetgemeindeversammlung 2019 zu präsentieren. Derzeit ist nicht vorgesehen, dass diese Gruppe den Saal auch betreibt, sondern lediglich dessen Vermarktung überdenkt.

Woran eine vermehrte Vermietung des Lokals scheitert, kann der Gemeindepräsident nicht sagen: «Es ist ein technisch und akustisch gut ausgerüsteter Ort mit eigenen Parkplätzen, der in einem bezahlbaren Rahmen liegt. Ausserdem ist er zentral gelegen und für verschiedene Anlässe nutzbar.» Wo noch Fortschritte gemacht werden können, sei bei der Verpflegung. Immerhin ist eine Küche vorhanden: «Ich glaube, wenn jemand ein Catering unter der Woche anbieten würde, wäre die Lokalität stärker ausgelastet.»

Komplett leer ist der Saal unter der Woche nicht. Er werde manchmal von Vereinen für Sitzungen oder Ähnliches benutzt. Allerdings müssen diese nur wenig oder gar keine Miete zahlen. Dies könnte sich laut dem Gemeindepräsidenten demnächst ändern. «Wir werden ausrechnen, wie oft Vereine die Halle zu vergünstigten Konditionen nutzen durften und dann über die Bücher gehen.» Den vollen Preis müssten die Dorfclubs aber auch dann nicht zahlen. Schliesslich sei es immer noch besser, das etwas im Lokal stattfinde, als dass es leer bleibe. Auch wolle man in Zukunft alle Vereine gleich behandeln.

Eine weitere Möglichkeit ist laut Bühler auch eine Nutzung als Gemeindehaus: «Der öffentliche Schalter könnte im Foyer zustandekommen. Und die Büros müssen ja nicht zwingend am gleichen Ort sein.» Das Gemeindehaus befinde sich in einem Zustand, in welchem es nicht mehr renoviert werde.

Dass eine Arbeitsgruppe zustandekommen und Lösungen finden wird, davon ist Martin Bühler überzeugt: «Ein attraktiver Mühlemattsaal ist attraktiv für die Gemeinde.»