Eine Bauausschreibung in Gretzenbach informiert darüber, dass die Sunrise Communications AG und Salt Mobile SA Mobilfunkantennen installieren möchten. Diese sollen vor dem Eppenbergtunnel stehen und für Empfang entlang der Bahnlinie bis in den Tunnel sorgen. Für dieses Vorhaben wird kein neuer Antennenmast errichtet. Die Mobilfunkbetreiber werden die Antennen an den schon errichteten Mast der SBB anhängen.

Vorerst wird aber noch nichts gebaut, da zwei Einsprachen für das Projekt eingegangen sind, wie der Gretzenbacher Baupräsident Hansjörg Merz auf Anfrage sagt. «Mobilfunkantennen sind immer ein Thema», erklärt Merz. «Bis jetzt konnten wir jedoch bei umstrittenen Projekten die Bevölkerung überzeugen. Dies ist uns gelungen, indem wir aufgezeigt haben, wie die gesetzlichen Grundlagen aussehen.»

Standortdatenblatt informiert über Strahlenbelastung

Auch bei der Installation der neuen Anlage musste ein sogenanntes Standortdatenblatt eingereicht werden. Dieses zeigt die «Strahlungen an den höchstbelasteten Orten mit empfindlicher Nutzung», wie aus dem Baugesuch zu entnehmen ist. «Orte mit empfindlicher Nutzung» sind Wohnungen oder Arbeitsorte. Im Fall der geplanten Antennen sind die Anlagegrenzwerte überall eingehalten worden.

Merz erklärt, dass die Einsprachen jetzt Sunrise und Salt zur Stellungnahme zugesendet würden. Das Dossier werde schliesslich noch einmal beim Kanton eingereicht. Mithilfe des Kantons entscheidet die Baukommission, ob die Einsprachen gutgeheissen oder abgewiesen werden. «Auf der Gemeinde fehlt schlicht die fachliche Kompetenz, die Einsprachen alleine zu beurteilen», sagt Merz. Der Baupräsident kann nicht abschätzen, wie lange das Verfahren dauern wird.

Das Teilen der Infrastruktur ist üblich

Die neuen Antennen der Mobilfunkanbieter werden am bestehenden SBB-Mast angebracht. Dieser wurde im Zusammenhang mit dem Tunnelneubau errichtet. Die SBB nutzten diesen Mast für die Kommunikation mit dem Zugpersonal. Ausserdem ist er mit Antennen für Polycom ausgerüstet. Dieses Funksystem wird von allen Blaulichtorganisationen genutzt.
Salt teilt mit, dass es eine gängige Praxis sei, sich «passive Infrastrukturen zu mieten oder vermieten». Dadurch würden die Unterhaltskosten geteilt und es müssten weniger Masten aufgestellt werden.

Sunrise betreibt ungefähr 3000 Antennenstandorte in der Schweiz. Jeden dritten Standort teilt sie sich mit einem anderen Anbieter. Zudem nutzt sie 100 Masten der SBB. Eine Salt Sprecherin erklärt, dass das Teilen der Masten nicht überall ideal oder möglich sei. Denn je mehr Antennen an einem Mast hängen, desto höher sei die Strahlenbelastung. Es können nur neue Antennen aufgehängt werden, wenn die Grenzwerte eingehalten werden.

Vorest kein 5G im Eppenbergtunnel

Salt und Sunrise wollen am Mast beim Eppenbergtunnel 3G und 4G installieren. Sunrise hat die Installation von 5G nicht geplant. Salt hingegen will sich «nicht darüber äussern, ob später 5G installiert wird», wie sie auf Anfrage verlauten liessen.

Der SBB-Mast steht nicht alleine vor dem Tunnel: Gerade daneben befindet sich der Antennenmast der Swisscom. Dieser versorgt die Bahnstrecke mit 4G. Ob Swisscom der alleinige Anbieter an diesem Standort bleibt, wird später entscheiden.