Trimbach
Mobile Sammelstellen als Lösung auf ewige Probleme?

Die dezentralen Sammelstellen in Trimbach werden durch eine mobile ersetzt, um die ewigen Probleme zu lösen. Dadurch soll laut Ruth Bürgler, Präsidentin der Werk- und Umweltschutzkommission, auch der Aufwand für die Werkhofmitarbeiter sinken, was für die Gemeinde Sparpotenzial birgt.

Gabriela Strähl
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Hier kann alles Mögliche entsorgt werden: grosser Andrang am Tag der offenen Tür im Recyclingzentrum von Rippstein Transport AG in der Trimbacher Industrie.

Hier kann alles Mögliche entsorgt werden: grosser Andrang am Tag der offenen Tür im Recyclingzentrum von Rippstein Transport AG in der Trimbacher Industrie.

Gabriela Strähl

Glas, Blech und Alu. Diese Materialien können an den dezentralen Sammelstellen in Trimbach in Recyclingcontainer eingeworfen werden. Doch leider treffen die Werkhofmitarbeiter, die Anwohner und nicht zuletzt die Nutzer oft auch auf Unordnung und Hausmüll, der dort nichts verloren hat.

Zudem fühlen sich die Anwohner durch den Lärm belästigt, wenn Leute mitten in der Nacht noch laut klirrend ihre Glasflaschen in die Container werfen. Sprechen die Anwohner die Störenfriede darauf an, reagieren diese meist aggressiv, wie Ruth Bürgler, Präsidentin der Werk- und Umweltschutzkommission, berichtet.

Diese Probleme sind der Kommission schon länger bekannt. Auf die Initiative von Anwohnern wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, sie sich dem Thema annimmt. Der Gemeinderat hiess den Antrag der Arbeitsgruppe gut, die dezentralen Sammelstellen abzuschaffen und durch mobile zu ersetzen.

Neben den mobilen Sammelstellen kann auch täglich ausser Sonntag beim Recyclingzentrum an der Industriestrasse 27 bei der Rippstein Transport AG entsorgt werden. Vieles ist gratis, einige Sachen wie Lacke oder alte Pneus sind kostenpflichtig. Wo und wann die mobile Sammelstelle aufgebaut wird, ist noch nicht festgelegt.

Sinn mache es laut Bürgler, die mobilen Sammelstellen beispielsweise in der Nähe von Lidl, Coop und Migros aufzustellen. «Dann können die Leute gleich ihr Altglas mitnehmen, wenn sie einkaufen gehen.» Dadurch soll auch der Aufwand für die Werkhofmitarbeiter sinken, was für die Gemeinde Sparpotenzial birgt.

Den Leuten näherbringen

Doch damit die Leute überhaupt wissen, was sie alles im Recyclingzentrum entsorgen können, veranstaltete dieses in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe einen Tag der offenen Tür. Auf dem Flyer war ein Gutschein abgedruckt, mit dem die sieben Franken Mindestgebühr auf kostenpflichtiges Material erlassen wurden.

Der Andrang war gross, vor der Einfahrt bildete sich schnell eine Schlange. Ins Recyclingzentrum kann jeder mit dem Auto hinein- und wieder hinausfahren, ein Vorteil gerade bei schlechtem Wetter. «Viele hier sind Stammkunden, aber ich sehe auch Leute, die noch nie da waren», so Markus Zimmermann, der im Recyclingzentrum arbeitet.

Am Wochenende und in den Ferien wird er von Daniel Wiederkehr unterstützt, ansonsten erledigt er die Arbeit im Zentrum alleine. Entsprechend gut weiss er Bescheid. Die mobile Sammelstelle wird auch in seinen Aufgabenbereich fallen. Dafür wird er die Container jeweils morgens an die vom Gemeinderat bestimmte Stelle fahren und abends wieder abholen. Er hofft, dass die Leute nicht ihren Hausmüll bei den Containern liegen lassen.

Auch im Recyclingzentrum nervt er sich über Leute, die in den Glascontainer nicht nur leere Flaschen, sondern gleich die Kartonkiste mit entsorgen. «Manches will den Leuten nicht in den Kopf. Aber insgesamt stelle ich fest, dass sich das Sortierbewusstsein im Laufe der Jahre verbessert hat.»

Weniger Abfall bei mobiler Stelle?

Einen, der sich am Abfall bei den Sammelstellen regelmässig stört, ist der Trimbacher Marco Bürgin. Drei- bis viermal jährlich kommt er im Recyclingzentrum vorbei. Die Idee von mobilen Sammelstellen findet er grundsätzlich gut, obwohl er noch Zweifel hegt. «Ich frage mich, ob dort dann wirklich weniger Hausmüll liegengelassen wird. Zudem haben vielleicht je nach Standort ältere Leute ohne Auto Schwierigkeiten, die alles zur Entsorgung mitnehmen, wenn sie einkaufen gehen.»

Was die Reinlichkeit rund um die mobile Sammelstelle betrifft, zeigt sich Geschäftsführer Andreas Mistele-Rippstein aber optimistisch. «Nachts ist die Verlockung grösser, Hausmüll bei einer Recyclingstelle zu deponieren. Deshalb denke ich, dass das Problem mit den mobilen Sammelstellen kleiner wird, weil die Container nur tagsüber dastehen.»

Für die Firma hat der Auftrag den Vorteil, dass die Trimbacher vermehrt beim Recyclingcenter vorbeischauen werden. Bisher wurde die Altglas- und Blechabfuhr von anderen Firmen bewerkstelligt. Ab Januar 2017 soll es so weit sein, dass die mobile Sammelstelle die dezentralen ersetzt.

Für Ruth Bürgler steht fest, dass die Idee einen Versuch wert ist. «Die mobilen Sammelstellen sollen genau verhindern, dass wir Leute ohne Auto im Regen stehen lassen.» Leute mit Auto können ins gedeckte Recyclingzentrum fahren.

Wer kein Auto hat, soll nach wie vor auf dem Weg zum Einkauf das Recyclinggut entsorgen können. «Vielleicht ist das am Anfang etwas verwirrend, aber ich denke, daran kann man sich gewöhnen.» Es werde sich zeigen, ob sich das neue System bewährt.

Mobile Sammelstelle

An drei oder vier Standorten im Dorf wird im Wechsel eine mobile Sammelstelle für Glas und Blech aufgestellt. Diese wird von der Rippstein Transport AG morgens hingestellt und abends wieder abgeholt. Beispielsweise jeden ersten Montag im Monat am ersten Standort, am zweiten Montag am zweiten Standort, et cetera. Die Standorte und Öffnungszeiten werden im Abfallkalender publiziert.

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