Niederamt
Mit Geländespielen das Handy kurz vergessen – der Jubla-Tag begeistert die Kinder

Am nationalen Jubla-Tag zeigten die Scharen Winznau, Trimbach und Stüsslingen, dass man auch 2018 Kinder mit Geländespielen begeistern kann.

Myriam Sperisen
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Beim Geländespiel in Stüsslingen ging es um Tempo und Geschicklichkeit.

Beim Geländespiel in Stüsslingen ging es um Tempo und Geschicklichkeit.

Bruno KIissling

Jungwacht und Blauring, abgekürzt «Jubla»: Was früher ein rein römisch-katholischer Jugendverein mit entsprechend biblischer Prägung war, ist heute eine ökumenische Angelegenheit. Es sind Kinder aller Konfessionen eingeladen. Jedes Jahr veranstaltet der Verband Jungwacht und Blauring Schweiz deshalb den nationalen Jubla-Tag, dessen aktuelle Ausgabe am Samstag auf dem Programm stand. Dabei waren die einzelnen Scharen frei in der Programmwahl.

In Winznau gab es nach dem Postenlauf ein feines Mittagessen vom Grill. Fotos: Bruno Kissling

In Winznau gab es nach dem Postenlauf ein feines Mittagessen vom Grill. Fotos: Bruno Kissling

Bruno KIissling

Das traumhafte Wetter war ideal für abenteuerliche Geländespiele, aber auch für die sportlichen Ambitionen der Leiterinnen und Leiter. Deutlich zu sehen am Beispiel der zwei Scharleiter aus Stüsslingen: Um zu beobachten, was die verschiedenen Jubla-Scharen in der Region unternehmen, nahmen sich Fabian Soland, Scharleiter Stüsslingen und kantonaler Jubla-Beauftragter, mit seinem Amtskollegen Thomas Bucher, etwas Besonderes vor: «Wir fahren mit dem Velo von Schar zu Schar», erklärten die beiden.

In Trimbach wurde zunächst das Jubla-Logo auf die Strasse gemalt.

In Trimbach wurde zunächst das Jubla-Logo auf die Strasse gemalt.

Bruno KIissling

Ihre Tour reichte sogar bis übers Niederamt hinaus, fuhren sie doch nach dem Besuch in Winznau direkt zur Schar nach Neuendorf ins Gäu.

Im Kanton Solothurn hat es zahlreiche Jubla-Scharen, wobei Deitingen mit über 130 Kindern, die Grösste stellt.

Jubla Winznau

Beim Pfarrsaal hing schon am Morgen die neue, glänzende Jubla-Blache. Das dunkelblaue, fantasievoll gestaltete Jubla-Logo war schon von Weitem zu erkennen. Fabian Soland und Thomas Bucher, die beiden Leiter, die mit den Velos unterwegs sind, brachten diese Blache vorbei. Winznau war ihr erster Halt. 15 Kinder hatten sich hier eingefunden, um einen besonderen Postenlauf zu absolvieren. Das sind aber nicht wirklich viele Teilnehmer, oder? Leiterin Sina Gisiger: «Es laufen im Dorf noch ein paar andere Sachen, aber wir sind zufrieden.» Im Hintergrund malten ein paar Kinder mit Kreide Muster auf den Boden, andere haben sich im Kreis formiert und singen ein Jubla-Lied. Wird auch Bestandteil des Postenlaufs sein, denkt sich der Aussenstehende. Welcher Posten war denn am schwierigsten? Da muss die 15-jährige Sophie nicht lange überlegen: «Wasser vom Dorfbach holen, aber ohne Gefäss.» Und der Dorfbach sei im Falle nicht um die Ecke, ergänzt ihre Kollegin Gianna (19). So transportierten die Teenies das Wasser von Hand oder gar im Mund.

Jubla Trimbach

Die Jubla Trimbach konnte am Samstag 17 Kinder mobilisieren, direkt neben dem Sportplatz, wo auch einiges los war. Die Jubla-Leiter hatten eine Schnitzeljagd durch die Ortschaft vorbereitet. «Nicht zuletzt auch, weil sich einige Kinder in ihrem eigenen Dorf nicht richtig auskennen», erklärt der Leiter Luca Purtschert (18). Auch er war bis vor kurzem selbst noch als Kind in der Schar: «Ich wollte schon immer Leiter werden», erklärt er. Und die Kinder würden ihm schon folgen, wenn sie müssten, meint er und lacht. Ob er denn auch beruflich etwas mit Kindern mache? «Nein, ich absolviere eine Schreinerlehre», so Purtschert. Aber die Arbeit mit Kindern sei für ihn ein netter Ausgleich. Eines erstaune ihn dann doch: «Früher hätte ich niemals gedacht, wie viel Zeit und Vorbereitung die Arbeit als Jubla-Leiter abverlangt. Aber ich mache es gerne.» Nach der Schnitzeljagd stand bei der Jubla Trimbach noch der Lagerrückblick mit Diashow auf dem Programm. Das Lager hatte vom 9. bis 22. Juli in Willisau mit 50 Kindern stattgefunden.

Jubla Stüsslingen

Die Jubla in Stüsslingen hatte mehr Kinder angelockt, als in den Gemeinden Trimbach und Winznau, was vielleicht auch mit dem übrigen Angeboten an diesem Tag zu tun hatte. So fanden in den erwähnten Gemeinden zeitgleich diverse andere Events statt. Aber bei der Jubla Stüsslingen, fanden sich auf dem Sportplatz beim Schulhaus 30 Kinder ein. Obschon das Ganze eigentlich auch als Schnuppertag gelten soll, «sind 90 Prozent, die hier sind, bereits in der Jubla», wie Leiterin Jasmin Soland (21) weiss. Ihre Kolleginnen die Schwestern Livia (17) und Jennifer (23) Lochmann pflichten bei. Alle sind sie bereits seit der dritten Klasse selbst in der Jubla. So auch die die Leiterin Eliane Bucher (19). Sie war am Samstag kurz vor dem Eintreffen der Kinder noch bei der Festwirtschaft beschäftigt, um letzte Vorbereitungen zu treffen, schliesslich waren nach dem Spielplausch alle Eltern und Geschwister zum Znacht eingeladen. Natürlich gab es Feines vom Grill, was bei diesem schönen Wetter auch nicht anders denkbar gewesen wäre.