Trimbach
«Mit einem Gesuch an den Gemeinderat wenden»: Gemeinde lässt Gärtner hoffen

Ein Gesuch zuhanden des Gemeinderats Trimbach könnte die Schrebergärten in der Rankwog retten. Der Gartenbauverein Olten könne sich mit einem Gesuch an den Gemeinderat wenden.

Silvana Schreier
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Neben dem Sekundarschulhaus Gerbrunnen stehen zwei Grundstücke der Gemeinde frei. Hier hätte es Platz für mindestens 20 Schrebergärten.

Neben dem Sekundarschulhaus Gerbrunnen stehen zwei Grundstücke der Gemeinde frei. Hier hätte es Platz für mindestens 20 Schrebergärten.

Bruno Kissling

Für die Hobbygärtner war es ein schwerer Schlag, als bekannt wurde, dass die Schrebergartenanlage im Trimbacher Quartier Rankwog aufgelöst wird. Einige bewirtschaften ihre Gärten seit mehr als 40 Jahren. Der Boden, auf dem die Anlage steht, ist aber verseucht: Beim Umgraben der Erde treten Schadstoffe aus, die für die Gärtner zur Gefahr werden können. Darum beschloss der Kanton nach eingehender Untersuchung der Bodenproben: Auf Ende Oktober muss das Areal geräumt sein. Ein Ersatz-Grundstück konnte vom Gartenbauverein Olten und Umgebung, der die Anlage betrieben hatte, bisher nicht gefunden.

Gemeinde hätte zwei Grundstücke

Martin Bühler, Gemeindepräsident von Trimbach, versteht den Frust und die Enttäuschung der vertriebenen Gärtnern. Im Frühling dieses Jahres war die Gemeinde bereits in Kontakt mit dem Gartenbauverein. «Es ist eine Anfrage des Vereins bei uns eingegangen, ob wir Land für die Weiterführung der Schrebergartenanlage zu Verfügung stellen könnten», sagt Bühler.

Das sagt der Kanton

Das Amt für Umwelt setzt etwa seit 2010 die sogenannte Altlasten-Verordnung um. Diese soll sicherstellen, dass belastete Standorte saniert werden, wenn sie zu schädlichen oder lästigen Einflüssen führen oder wenn konkrete Gefahr besteht. Die Untersuchung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren: «Zuerst findet die historische, danach die technische Untersuchung, unter anderem mit Bodenproben und Analysen, statt», erklärt Stephan Margreth vom kantonalen Amt für Umwelt.

Nachdem die Erde von Schrebergärten in anderen Kantonen, die auf ehemaligen Deponien standen, untersucht wurden, entdeckte man teilweise hohe Schadstoffbelastungen. Margreth: «So sind wir auf die Problematik aufmerksam geworden.» Daraufhin habe der Kanton interne Abklärungen zu allen Schrebergartenarealen im Kanton Solothurn durchgeführt. Mit dem Resultat: Die Erde beim Trimbacher Schrebergarten muss untersucht werden, da eine ehemalige Mülldeponie darunter liegt.

Die SBB als Grundeigentümerinnen wurden zu den Tests aufgefordert. Die Resultate der Bodenproben zeigten: Die Erde ist mit Schadstoffen belastet. Dabei handelt es sich um organische Schadstoffe, die zu krebserregenden Substanzen, also polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, gehören. Ausserdem wurden in Teilbereichen des Gartenareals Schwermetalle wie Blei und Kupfer gefunden, sagt Margreth. (SIL)

Tatsächlich gibt es zwei freie Grundstücke im Besitz der Gemeinde, die infrage kämen: die Wiesen beim Sekundarschulhaus Gerbrunnen. Sie würden Platz für mindestens 20 Gärten bieten. Derzeit habe Trimbach für die beiden Grundstücke keine Verwendung.

Bühler: «Wir haben dem Verein mitgeteilt, dass er sich mit einem Gesuch an den Gemeinderat wenden soll.» Darin sollte ein Konzept des Vorhabens enthalten sein. Anschliessend würde der Gemeinderat das Gesuch prüfen und zusammen mit dem Bauamt über die Machbarkeit entscheiden. «Einige Hürden müssen noch überwunden werden, aber prinzipiell ist die Gemeinde Trimbach nicht abgeneigt, ein solches Projekt zu prüfen», sagt Bühler.

Verein versucht sein Glück

Luzia Schmid, die Präsidentin des Gartenbauvereins Olten und Umgebung, bestätigt auf Anfrage, dass bereits Gespräche mit der Gemeinde stattgefunden haben. «Wir werden in der nächsten Vorstandssitzung das Konzept und das Gesuch besprechen und anschliessend dem Gemeinderat übergeben», sagt Schmid. Einen ähnlichen Antrag stelle der Verein zudem bei der Gemeinde Dulliken. «Das Areal im Gerbrunnen-Quartier wäre für uns eine sehr gute Lösung.» Allerdings wolle man sich noch keine Hoffnungen machen, dass es auch klappen wird.

Die SBB als Grundeigentümerinnen bedauern ebenfalls, dass die Schrebergärten aufgelöst werden müssen. In den Jahren 2002 bis 2004 seien erste Abklärungen betreffend des Grundwasserschutzes gemacht worden. SBB-Sprecher Christian Ginsig erklärt: «Bis 2013 wurde das Areal, das als belasteter Standort eingetragen ist, laufend beobachtet.»

Der Schutz des Grundwassers sei immer sichergestellt gewesen, auch heute noch. «Die verfügte Nutzungseinschränkung für Familiengärten lässt aber keinen Spielraum zu», sagt Ginsig. Die SBB hätten das Grundstück vor rund zehn Jahren im Landabtausch erworben. Es diene langfristig als mögliches Entwicklungsareal – konkrete Pläne gebe es keine. Eine Sanierung sei nicht geplant: «Die Altlastenverordnung sieht dies nicht vor», so Ginsig. Darum werde das Gelände nach dem Rückbau der Gärten als Wiese weiter bestehen.

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