Wangen a.A./Hauenstein-Ifenthal

Mit Corona-Fall in Kontakt: 13 Soldaten sind im General-Wille-Haus in Quarantäne

Sperrzone: Das sonst für Wanderer am Wochenende offen stehende General-Wille-Haus beheimatet momentan Soldaten in Quarantäne.

Sperrzone: Das sonst für Wanderer am Wochenende offen stehende General-Wille-Haus beheimatet momentan Soldaten in Quarantäne.

13 Soldaten, die im Kontakt mit dem in der vergangenen Woche in Wangen an der Aare positiv auf das Corona-Virus positiv getesteten Armeeangehörigen waren, sind derzeit im General-Wille-Haus auf dem Hauenstein in Quarantäne. Einer von vielen Schauplätzen.

Die Fensterläden sind zu. Der Schnee färbt allmählich die umliegenden Wiesen weiss, während er in grossen Flocken unerbittlich fällt. In der Ferne verschwinden das Tal und die umgebenden Hügel in grauen Wolken. In dieser graublassen Szenerie sieht das General-Wille-Haus von der Welt abgeschottet aus. Das ist es auch tatsächlich: Ein rot-weisses Absperrband, das wie wild im Wind flattert, umgibt das ganze Haus und warnt Vorbeilaufende davor, näherzutreten.

Seit bald 10 Tagen verweilen hier rund ein Dutzend Soldaten in Quarantäne. Das bestätigte der Armeesprecher Daniel Reist dieser Zeitung.

Ein Soldat war kurz vor WK in Mailand

Die Armeeangehörigen waren alle in Kontakt mit dem Soldaten gekommen, der letzte Woche auf dem Waffenplatz in Wangen an der Aare positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Der Soldat war am Montag in den Wiederholungskurs des Militärpolizeibataillons 3 eingerückt. Er habe bei der Eintrittsmusterung erklärt, sich zuvor in Mailand aufgehalten zu haben, wie die Armee letzte Woche mitteilte. Sie versicherte dann sogleich, die drei Zimmergenossen des Soldaten in Quarantäne auf der Krankenabteilung versetzt zu haben, und für die restlichen Armeeangehörigen, die tagsüber Kontakt mit dem Infizierten gehabt hatten, eine vorübergehende Quarantäne über Nacht.

Nun wurden offenbar schärfere Massnahmen getroffen. Demzufolge wurden 13 Soldaten hinauf zum General-Wille-Haus gebracht, das sich auf Boden der Gemeinde Hauenstein-Ifenthal befindet. Der Kanton Solothurn wurde informiert, dass die Soldaten dort unter speziellen Bedingungen untergebracht wurden, was auch der Kanton seinerseits bestätigt. Die Angelegenheit bleibt jedoch Armeesache: Das Haus gehört dem Militär und befindet sich inmitten einer Militärzone; ehemalige Panzerabwehreinrichtungen säumen entsprechend das Gebiet unweit des Hauses, und vom Schiessplatz Spittelberg sind Schüsse zu hören. Denn WK und Rekrutenschule werden trotz Corona-Virus fortgesetzt und die 10000 Angehörigen der Armee, die momentan im Dienst stehen, sind gemäss Mitteilung jederzeit bereit, die zivilen Behörden im Bedarfsfall zu unterstützen.

Das Haus bleibt für Wanderer geschlossen

Das Wille-Haus dürfte manchem Oltner und Niederämter bekannt sein, weil es nicht ausschliesslich vom Militär benutzt wird: Von Mitte November bis Mitte März wird es jeweils übers Wochenende vom Schweizer Alpen-Club Olten betreut, der für Wanderer, Velofahrer und Schneesportler Suppen, Würste und Getränke anbietet.

Der SAC-Olten bestätigt, dass er das Haus an den letzten zwei Wochenenden der Saison nicht betreut: «Wir haben einen Vertrag mit der Armee, wonach wir das Haus nutzen dürfen, diese aber Vorrang hat, falls sie das Haus braucht», so der SAC auf Anfrage. Am kommenden Wochenende dürfte also das Haus für Wanderlustige geschlossen bleiben, was für den SAC mit Verlusten verbunden ist, da das Geld in die Vereinskasse fliesst.

Die Quarantäne dauert zwischen 10 und 14 Tagen. Dabei beruft sich die Armee auf Vorschriften des Bundes. Die Armee versichert jedoch, dass alle Soldaten, die sich im General-Wille-Haus aufhalten, wohlauf seien. Sie werden voraussichtlich nach dem Ende der Quarantäne ihren Dienst wieder normal aufnehmen können.

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