Amtsgericht Olten-Gösgen

Mit 10 Kilo Heroin gehandelt: Drogendealer erhält happige Strafe

Für den Verkauf von 7100 Gramm Heroin erhielt der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von 45 Monaten.

Für den Verkauf von 7100 Gramm Heroin erhielt der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von 45 Monaten.

Der Kosovare, der sich letzte Woche wegen Drogenhandels vor dem Amtsgericht Olten Gösgen verantworten musste, erhält eine unbedingte Freiheitsstrafe von knapp vier Jahren.

Am vergangenen Donnerstag musste sich der 18-jährige Kosovare Tarik S. wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten. Am Donnerstag fand die Urteilseröffnung statt. Der Angeklagte erschien nicht.

347 Gramm reines Heroin

Das Amtsgericht unter der Leitung des Amtsgerichtspräsidenten Pierino Orfei sprach den Angeklagten in allen Anklagepunkten schuldig. Die objektive Tatschwere des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde als leicht bis mittelschwer eingestuft.

Insgesamt hat Tarik S. aus dem Niederamt rund 7100 Gramm Heroingemisch verkauft, so die nachträglichen Berechnungen des Gerichts. Dies entspricht rund 320 Gramm reinem Heroin – das 26-fache der 12 Gramm, ab denen der Verkauf von Heroin laut Bundesgericht als Schwerfall gilt. Zusätzlich hatte der Angeklagte beim Zeitpunkt seiner Verhaftung 600 Gramm Heroingemisch zu Hause, das er zu verkaufen plante. Dies entspricht nochmals 27 Gramm reinem Heroin. Damit habe er bewusst die Gesundheit vieler Menschen gefährdet.

Dafür empfand das Amtsgericht eine Freiheitsstrafe von 54 Monaten als angemessen. Abgezogen wurden die strafmindernden Faktoren – die Reue des Angeklagten, sein Wohlverhalten während der letzten vier Jahre sowie die lange Verfahrensdauer, wodurch eine Freiheitsstrafe von 43 Monaten berechnet wurde.

Unwissen schützt nicht

Für das Vergehen gegen das Waffengesetz kam ein weiterer Monat dazu. «Der Ottonormalverbraucher weiss, dass er kein Schmetterlingsmesser besitzen darf», erklärte Orfei. Denn Tarik S. hatte versucht, den Besitz eines Schmetterlingsmessers, eines Teleskopschlagstocks, eines Schlagrings und einer Pistole durch Unwissen zu rechtfertigen. Auch für die Geschwindigkeitsübertretung von 35 km/h erhielt er einen weiteren Monat Freiheitsentzug und eine Busse von 500 Franken, welche auch als fünftägige Haftstrafe an die 45 Monate angerechnet werden kann.

Ersatzforderung: 15 236 Franken

Die Zeit, welche der Angeklagte in Untersuchungshaft und im vorzeitigen Strafvollzug verbrachte, wird ihm von der Haftstrafe abgezogen. Diese fanden vom 18. April bis zum 12. Dezember 2012 statt. Ausserdem werden Tarik S. die Gerichtskosten von insgesamt 24 300 Franken auferlegt.

Das vom Angeklagten beschlagnahmte Bargeld (1000 Franken) wird eingezogen, die Gegenstände, abgesehen von der Pistole, welche verwertet wird, werden ebenfalls eingezogen und vernichtet. Die Ersatzforderung des Staats beträgt 15 236 Franken und setzt sich aus dem Kontoguthaben des Angeklagten zum Zeitpunkt seiner Verhaftung sowie dem Erlös durch den Verkauf eines Autos des Angeklagten zusammen.

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