Lostorf

«Mir ist die Lehre erstaunlich leicht gefallen» – Lostorfer erhält Pestalozzi Stiftepriis 2019

Der 22-jährige Lostorfer absolvierte zwei Lehren.

Der 22-jährige Lostorfer absolvierte zwei Lehren.

Der Lostorfer Laurin Jäggi schliesst seine Lehre erfolgreich ab und erhält dafür den Pestalozzi Stiftepriis 2019 – ein Gespräch.

Letztes Wochenende wurde in Spreitenbach zum 37. Mal der Pestalozzi Stiftepriis verliehen. Dieser Preis wurde laut Pestalozzi Gruppe «als Motivation und Wertschätzung für den Branchennachwuchs ins Leben gerufen.» Das Handelsunternehmen im Bereich Stahltechnik, Haustechnik und Gebäudehülle vergibt den Preis – der dieses Jahr ein Tablet war – an alle Lehrabsolventen, die ihre Ausbildung mit einem Notendurchschnitt von über 5 abgeschlossen haben. Dieses Jahr haben von den 200 Absolventen 94 diesen Preis erhalten. So auch der Lostorfer Laurin Jäggi. Er machte seine Lehre zum Gebäudetechnikplaner Sanitär EFZ bei der ENGIE Services AG in Olten.

Sie haben mit einem 5,1 Notenschnitt die Lehre abgeschlossen. Ihnen ist die Lehre scheinbar leicht gefallen.
Laurin Jäggi: Ja, mir ist die Lehre erstaunlich leicht gefallen. Aber ich habe mich sehr über den Preis gefreut. Für mich war es die zweite Lehre, die ich abgeschlossen habe. Ich habe schon eine Lehre zum Sanitär Installateur bei der Engie gemacht.

Wieso sind Sie erstaunt, dass ihnen die Lehre leicht gefallen ist?
Als Gebäudeplaner entwirft man, was auf dem Bau ausgeführt wird. Ich kann jetzt also zum Beispiel die Pläne für das komplette Wassersystem in einem Haus entwerfen. Das ist eigentlich eine Lehre, die mit einem Bezirksschulabschluss gemacht wird. Mir haben dann auch viele Leute gesagt, dass das schwierig wird.

Was haben Sie für einen Schulabschluss?
Ich habe die Sekundarschule in der Kreissschule Niedergösgen gemacht. Ich bin immer gerne in die Schule gegangen, aber ich war während der obligatorischen Schulzeit nie leistungsorientiert. Das hat erst in der Lehre klick gemacht.

Sind sie während der Lehre gerne in die Schule?
Ja sicher. Ich bin in Bern an die Gewerbeschule. Das war eine gute Abwechslung zum Berufsalltag. Und ich konnte so auch neue Leute kennenlernen. Ich war übrigens nicht der Älteste in der Klasse. Aber ich musste auch nicht übermässig viel lernen.

Wie haben Sie sich für ihre erste Lehre entschieden?
Eigentlich durch Zufall. Ich habe bei der Engie geschnuppert und da waren gerade super Leute und die Arbeit hat mir gefallen.

Hatten Sie noch viel Freizeit während der Lehre?
Ich habe nach meiner ersten Lehre zuerst noch gearbeitet und den Militärdienst gemacht. Als ich wieder mit der Lehre angefangen habe, musste ich mich schon umstellen. Aber ich finde es wichtig, dass ich nicht nur vor dem PC sitze, sondern auch Sport mache. So spiele ich beim FC Winznau und bin sonst viel auch draussen unterwegs.

Wieso haben Sie zwei Lehren gemacht?
Als Sanitärinstallateur ist man auf der Baustelle und als Gebäudeplaner im Büro. Ich wollte unbedingt beide Seite sehen. Das heisst aber nicht, dass ich nur im Büro sitze, sondern ich gehe noch oft auf die Baustellen und kontrolliere die Arbeiten. Mit der zweiten Lehre habe ich auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten.

Sind sie also zufrieden mit ihrer Berufswahl?
Ja absolut. Es ist sehr vielseitig und mit Weiterbildungen habe ich gute Aufstiegsmöglichkeiten. Ich habe dann genau die gleichen Möglichkeiten, wie jemand, der studiert hat. Ich verstehe nicht, wieso nicht mehr Leute diesen Berufsweg einschlagen. Eigentlich auch gut für mich, dann gibt es weniger Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt (lacht).

Was machen Sie jetzt?
Ich arbeite jetzt immer noch für die Engie. Ich werde das auch noch für eine Weile machen und dann kann ich mir vorstellen, noch eine Weiterbildung zu absolvieren.

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Autorin

Judith Frei

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