Mittelgösgen

Militärspital soll vom Kanton aufgekauft werden und künftig als Langzeitlager fungieren

Das ehemalige Militärspital befindet sich unterhalb der Kreisschule Mittelgösgen - im Bild der Eingang zu der unterirdischen Anlage. (Archivbild)

Das ehemalige Militärspital befindet sich unterhalb der Kreisschule Mittelgösgen - im Bild der Eingang zu der unterirdischen Anlage. (Archivbild)

Seit Anfang des Jahres 2017 steht das ehemalige Militärspital, welches sich unterhalb der Kreisschule Mittelgösgen befindet, zum Verkauf. Es soll künftig sowohl als Langzeitarchiv als auch als Langzeitlager dienen.

Abgesehen davon, dass die Anlage seit gut drei Jahren quasi stillgelegt ist, wurde das Spital bereits davor seit mehreren Jahre nicht mehr gebraucht. «Die Schweizer Armee hat keinen Bedarf mehr für die Anlage», gab damals Margrit Schwaller von Armasuisse auf Anfrage dieser Zeitung als Grund für den Verkauf an. Armasuisse bezeichnet das Bundesamt für Rüstung und ist das Immobilienkompetenzzentrum des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) − und somit unter anderem für die Veräusserung oder den Rückbau von nicht mehr benötigten Militäranlagen verantwortlich. Dass sich der Verkaufsprozess dieser unterirdischen Spitalanlage für mehrere Jahre hinziehen sollte, ist aufgrund des aussergewöhnlichen Objektes verständlich.

Kanton Solothurn kauft das Militärspital

Nun soll die ehemalige Militäranlage bald verkauft werden. «Das Militärspital ist noch nicht verkauft. Allerdings stehen die momentanen Verhandlungen mit dem Kanton Solothurn als Käufer vor dem Abschluss», gibt Kaj-Gunnar Sievert, Kommunikationsleiter von Armasuisse, auf Anfrage bekannt. Der Kanton gedenke dort ein Langzeitarchiv sowie ein Langzeitlager einzurichten, weiss Sievert. Birgitta Schweizer, die Abteilungsleiterin der Immobilienentwicklung des Kantons Solothurn, bestätigt das Interesse am Verkaufsobjekt. «Heute gibt es viele verschiedene Depots, in denen der Kanton Eigentum lagert. Für Dinge, die man nicht in unmittelbarer Nähe braucht wie beispielsweise Akten, Möbel, Objekte der Denkmalpflege oder sogar Kunstgegenstände werden Langzeitlager gebraucht», erklärt Schweizer.

So soll auch das Militärspital als solches genutzt werden. «Die Absicht des Kanton ist es, das Objekt als Langzeitlager für Akten und Gegenstände der verschiedenen Departemente zu nutzen», so Schweizer. Weiter sei denkbar einzelne Räume Gemeinden zur Verfügung zu stellen oder ein Rechenzentrum einzurichten. Dafür sei es ein optimales Objekt, denn es stehe dort eine grosse Lagerfläche zur Verfügung. Das 1975 erbaute Militärspital hat eine Fläche von 29'779 m2, wie aus der Verkaufsdokumentation hervorgeht. Dies entspricht der Fläche der gesamten Schulanlage der Kreisschule Mittelgösgen, unter der sich das Spital befindet.

Auch Armasuisse gab zum Zeitpunkt der Ausschreibung an, dass sich das Objekt vor allem als stilles Lager oder Archiv eigne, denn es seien weder Parkplätze vorhanden noch grosse Bewegungen mit Lastwagen möglich. Dieser beschränkten Nutzungsmöglichkeit und dem veranschlagten Preis von 3,65 Millionen Franken ist es wahrscheinlich geschuldet, dass es gute drei Jahre dauerte, bis mit dem Kanton Solothurn ein Käufer für das Militärspital gefunden wurde.

Militärspital steht während Coronakrise zur Verfügung

Wann das ehemalige Militärspital seinen Eigentümer wechselt, steht noch nicht fest. Dem Kauf müsse erst vom Regierungsrat zugestimmt werden. Zudem soll laut Schweizer die Spitalanlage dem Militär in der aktuellen Krisensituation solange nötig zur Verfügung stehen. «Falls von Seiten der Armasuisse das Bedürfnis da wäre, das Spital in der momentanen Situation mit Corona zu nutzen, steht es natürlich solange zur Verfügung.» Auf erneute Anfrage konnte Armasuisse diesbezüglich aber noch keine Auskunft geben.

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