Hochwasserschutz
Mehr Platz für die Aare – Bäume müssen weichen

An der Aare bei Däniken und Obergösgen beginnen in den nächsten Tagen Rodungsarbeiten. Achtung: Während der Rodungen werden Spazierwege umgeleitet und Waldstücke gesperrt.

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Dort drüben bald gerodet: Blick von der Däniker Walki aufs Ufer im Obergösgen Schachen

Dort drüben bald gerodet: Blick von der Däniker Walki aufs Ufer im Obergösgen Schachen

HR. Aeschbacher

Die neuen Rodungen an der Aare im Niederamt, die das kantonale Amt für Umwelt (AfU) gestern in einer Medienmitteilung angekündigt hat, sind Teil des Projekts «Hochwasserschutz und Revitalisierung Aare». Ziel des Projekts ist es, im Niederamt den Hochwasserschutz sicherzustellen und den Naturwert der Aare zu erhöhen.

Das Wasserbauprojekt schreite planmässig voran, hält das Amt für Umwelt in der Medienmitteilung fest (siehe schmale Spalte). Grössere Teile davon können in der Natur bereits besichtigt werden. Die neuen Seitengerinne der Aare und Dämme in Dulliken, Olten und Winznau sind fertiggestellt und lassen erahnen, wie sich die Flusslandschaft künftig entwickeln wird. In Obergösgen (Gebiete Sandacker und Industrie), Eppenberg-Wöschnau (Pfaffenkopfweg) und Erlinsbach (Grien) sind die Bauarbeiten teilweise bereits abgeschlossen.

Jetzt roden, im Spätsommer bauen

Dieses Jahr beginnen im Spätsommer die Bauarbeiten für die Flussaufweitungen im Bereich des Kernkraftwerks in Däniken und im Obergösger Schachen. Als Vorbereitung dazu werden jetzt – noch vor Beginn der Vegetationsperiode – die notwendigen Rodungen durchgeführt. Betroffen davon sind rund sieben Hektaren Wald. «Es handelt sich um den grössten zusammenhängenden Abschnitt der Rodungen im Rahmen dieses Projekts zwischen Olten und Aarau», erklärt Gabriel Zenklusen, Leiter Abteilung Wasserbau im AfU, auf Anfrage.

Das AfU betont jedoch, dass sich auf einem grossen Teil der gerodeten Flächen in den nächsten Jahren wieder Wald entwickeln wird. Auf anderen Teilen werden Kies- und Wasserflächen entstehen. «Aufgrund der Wasserdynamik werden sich auentypische Lebensräume entwickeln, die wertvolle Standorte für Pflanzen wie beispielsweise Röhricht, Weiden, Erlen und für Tiere wie unter anderem Ringelnatter, Libellen und Eisvogel bilden», heisst es in der Medienmitteilung. Auf Infotafeln im Gelände informiert das AfU über Umfang und Zweck der Arbeiten.

Bei den Rodungen und auf den Baustellen werden alle Massnahmen getroffen, um Menschen vor Unfällen und Schäden zu schützen. Zeitweise müssen deshalb Wegabsperrungen errichtet und Spazierwege umgeleitet werden. Die Bauleitung bittet die Bevölkerung, die Signalisation zu beachten und dankt für das Verständnis. (sks/otr)