Trimbach
«Märlibühni Trimbach» feiert dieses Jahr ihr 30-Jahr-Jubiläum

In den letzten 33 Jahren wurde jährlich in Trimbach ein Märli aufgeführt, manche Geschichten aus eigener Feder. Sämtliche Requisiten und Kostüme organisiert und erstellt der Verein. Die Aufführungen finden jeweils im Mühlemattsaal in Trimbach statt.

Gabriela Strähl
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Zum Jubiläum führt die «Märlibühni Trimbach» die Geschichte von Momo und den grauen Herren auf, nach dem Klassiker von Michael Ende.

Zum Jubiläum führt die «Märlibühni Trimbach» die Geschichte von Momo und den grauen Herren auf, nach dem Klassiker von Michael Ende.

Bruno Kissling

Die Federn stäuben aus Frau Holles Kissen zu Boden, das Rumpelstilzli tanzt im Kreis, ein gewiefter Kater stiefelt über die Bühne – das ist die «Märlibühni Trimbach», wie ich sie aus eigenen Erinnerungen an Nachmittage im Mühlemattsaal kenne.

Manch ein Kind liess sich von den Schauspielern und den liebevoll gestalteten Requisiten in andere Welten entführen, und auch Papis und Grosis aus Trimbach und Umgebung erinnern sich an die Märchenspiele. Nun feiert der Verein sein 30-jähriges Bestehen mit der Inszenierung von Michael Endes Klassiker «Momo» als Freilichttheater.

Genau genommen beginnt die Geschichte der Märlibühni Trimbach schon vor 33 Jahren: Ab 1983 fanden unter dem Namen «Werkkreis Brüelmatt, Trimbach» die ersten Aufführungen statt. Im Jahr 1986 folgte die Gründung des selbstständigen Vereins «Märlibühni Trimbach» auf Initiative von Pia Tauss, die auch die Gesamtleitung übernahm.

Das erste Stück der Märlibühni im Jahr 1986 war «Rumpelstilzli». Bis 1988 leitete Tauss die Märlibühni, anschliessend übernahm bis 2002 Toni Friker die Regie. Seither obliegen die künstlerische Leitung und die Regie Markus von Büren, Gründungsmitglied.

Plakate der Märlibühni Trimbach: Dieses stammt aus dem Jahr 1988
13 Bilder
König Drosselbart: 1989
Räuber Hotzenplotz: 1990
Hui Buh das Schlossgespenst: 1991
Aladin und die Wunderlampe: 1992
D Prinzessin im Märliwald: 1993
Der Räuber Hotzenplotz esch uusbroche: 1994
3 goldigi Hoor vom Tüfel: 1997
Kalif Storch: 2000
Das tapfere Schneiderlein: 2002
Der Räuber Hotzenplotz esch uusbroche: 2012
Schneeweisschen und Rosenrot: 2013
Kalif Storch: 2015

Plakate der Märlibühni Trimbach: Dieses stammt aus dem Jahr 1988

zvg

In den letzten 33 Jahren wurde jährlich in Trimbach ein Märli aufgeführt, manche Geschichten aus eigener Feder. Sämtliche Requisiten und Kostüme organisiert und erstellt der Verein. Die Aufführungen finden jeweils im Mühlemattsaal in Trimbach statt. Geprobt wird in Aarburg.

An Nachwuchs mangelts nicht

Von den rund 10 bis 15 Gründungsmitgliedern sind laut von Büren drei noch im Verein aktiv. «Viele Ehemalige engagieren sich aber immer noch für die Märlibühni, wenn auch eher hinter als vor den Kulissen.» Oft stiessen die Kinder von Gründungs- oder anderen Mitgliedern später zum Verein dazu, andere kommen wegen Freunden mit und bleiben.

«Das macht den Verein sehr familiär», so Vereinspräsidentin Barbara Fiordiriso. Und helfe enorm, neue Mitglieder zu finden. «Wir sind wahrscheinlich einer der wenigen Vereine, die keine Nachwuchsprobleme haben.» Das liege auch an der guten Stimmung und an der Freude daran, gemeinsam ein jährliches Märli auf die Bühne stellen zu können.

Nach wie vor ist es jedoch so, dass jeweils nicht alle rund 27 Mitglieder und 10 zusätzliche Helfer bei jedem Theaterspiel mitmachen. «Es gibt auch Leute, die nur in einem Jahr mitgemacht haben», so Fiordiriso. Aber «auch solche, die sich praktisch jedes Jahr beteiligen.»

Was sich in den 30 Jahren verändert hat? Von Büren überlegt einen Moment. «Sicher der Probenaufwand. Früher probten wir den ganzen Sommer über, jetzt beginnen wir für die Aufführung Mitte November erst eineinhalb Monate früher, nämlich Anfang Oktober.»

Die Requisiten werden nicht jedes Jahr komplett neu erstellt, auch auf Älteres wird zurückgegriffen. Die Zeiten haben sich geändert und damit laut von Büren auch die Leute. So sitzen die Mitwirkenden nach den Proben nicht mehr so lange beisammen wie in den ersten Jahren.

Die Ansprüche vom Beruf sind auch anders, mutmasst von Büren. Weiter sind Tourneen durch beispielsweise Dulliken, Starrkirch-Wil oder gar Ormaligen (BL) passé. Der Aufwand für die Spieler sei zu gross gewesen, so von Büren.

Und wie soll es weitergehen? Von Büren und Fiordiriso sind sich einig. «Es sollen in Trimbach noch viele Jahre Märli aufgeführt werden.»

Für das Jubiläum erarbeitet der Verein «Märlibühni Trimbach» etwas Spezielles: Michael Endes Klassiker «Momo» als Freilichttheater. Auf dem Platz der Pistolenschützen in Trimbach wird eine gedeckte Zuschauertribüne mit Platz für 220 Besucher, eine Theaterbeiz sowie eine kleine Bühne errichtet. Weil das Budget für die Jubiläumsausgabe grösser ausfällt als beim normalen Märli, liegen die Eintrittspreise heuer höher.

Für die Inszenierung wurde ein eigenes fünfköpfiges OK ins Leben gerufen. Speziell ist auch die grosse Anzahl an externen Spielern: Rund die Hälfte ist nicht im Verein aktiv. «Wir haben auch andere Leute angefragt», so Markus von Büren, der dank jahrelanger Tätigkeit im Theaterbereich auf ein grosses Netzwerk zurückgreifen kann. Trotz «Momo» wird das traditionelle Märli im Herbst auch in diesem Jahr wieder aufgeführt, nämlich «Räuber Hotzenplotz».

Spieldaten «Momo»:

Sonntag, 14. August, 20 Uhr

Montag, 15. August, 16 Uhr

Mittwoch, 17. August, 20 Uhr

Freitag, 19. August, 20 Uhr

Samstag, 20. August, 20 Uhr

Sonntag, 21. August, 16 Uhr

Festwirtschaft 2 Stunden vor Beginn und im Anschluss des Theaters.

Eintrittspreise: Erwachsene 25 Franken, Studenten und Lehrlinge 20 Franken und Kinder bis 16 Jahre 15 Franken. Für Gruppen ist ein Spezialpreis möglich, dafür melden unter regula.spring@yetnet.ch. Tickets an der Abendkasse oder im Vorverkauf bei Vonesch AG in Trimbach.