Trimbach
Märlibühne präsentiert ein Stück über die ewige Gier nach dem Gold

Die Märlibühni Trimbach führt das Märchen «Dr König met der goldige Nase» auf.

Philipp Müller
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Das Ensemble der Märlibühni Trimbach ist bereit für die Aufführungen von «Dr König met der goldige Nase».

Das Ensemble der Märlibühni Trimbach ist bereit für die Aufführungen von «Dr König met der goldige Nase».

Bruno Kissling

Ein König gilt allgemein als eine Person, der es an nichts fehlt. So auch im neusten Stück der Märlibühni Trimbach, welches am kommenden Wochenende im Trimbacher Mühlemattsaal zur Aufführung gelangt. «Dr König met der goldige Nase» unter der Regie von Kusi von Büren ist ein Lehrstück über Gier und Gold.

Der König (Gianluca Rossi) verfolgt ein Ziel: Er möchte gerne der reichste Monarch in der Umgebung werden, so ist ihm jedes Mittel recht, um dies zu erreichen. Mit Hilfe seines Sternguckers Kaleidius (Thomas von Büren) lässt er sich eine Sternschnuppe zeigen, weiss er doch, dass dieses Himmelsphänomen einen Wunsch zulässt. Tatsächlich gelingt sein Plan und sein Wunsch, dass alles zu Gold wird, was er berührt, erfüllt sich tatsächlich. Doch seine Gier kommt den König teuer zu stehen: Alles, was er in seine Hände nimmt, verwandelt sich augenblicklich in pures Gold. Er kann nichts mehr essen, was ihm die Köchin Mina (Regula Spring) auch vorsetzt. Zudem wird er nicht wie erwartet glücklicher, sondern zusehends verzweifelt, aus Angst, jemand würde ihm sein Gold stehlen.

Nur dank der Liebe seiner Tochter Prinzessin Eveline (Barbara von Büren) und ihrem Freund Martin (Silas Müller) wird es möglich werden, den König von seiner Goldsucht zu heilen. Wie dieses schwierige Unterfangen gelingt, wird sich am diesjährigen Märliwochenende weisen. Auf jeden Fall ist hier die Hilfe der Waldfee (Laila Eleganti), der Nebel- und Sumpfhexe (Barbara Fiordiriso) und des Steinmannli (Natalie Erismann) vonnöten.

Hinweis

Aufführungen am Samstag, 23. November, um 13.30, 16.30 und 19.30 Uhr und am Sonntag, 24. November, um 13.30 und 16.30 Uhr. Vorverkauf unter www.eventfrog.ch

Nachgefragt

«Es gibt Weisheiten, die kein Verfalldatum haben»

Die Trimbacher Autorin Pia Tauss (73) hat das Märchen geschrieben. Sie gab Kinderbücher heraus und ist Malerin.

Frau Tauss, welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Märlibühni?

Pia Tauss: Als Initiantin und Mitgründerin der Märlibühni verfolge ich ihre Entwicklung und stelle fest, dass die Märchen nichts an Bedeutung verloren haben. Als meine Tochter im «Märlialter» war, besuchte ich mit ihr eine Märchenvorstellung in Olten. Danach liess mich der Gedanke, ein Märchen-Theater zu gründen, nicht mehr los. Ich fand, damals im Werkkreis Trimbach Leute, die sich von meiner Idee inspirieren liessen. Auch wenn ich schon lange nicht mehr aktiv dabei bin, habe ich doch sehr viele schöne Erinnerungen. Es braucht Leute wie Regisseur Markus von Büren, die sich in den Dienst der Märlibühni stellen und es trotz manchmal schwieriger Bedingungen immer wieder schaffen, ein Märchen auf die Beine zu stellen.

Weshalb funktioniert das Stück auch nach 30 Jahren noch?

Es gibt Weisheiten, die kein Verfalldatum haben. Dass Gier unglücklich macht, war schon in der griechischen Mythologie bekannt. (König Midas verwandelte seine Tochter in Gold). Es geht nicht darum zu moralisieren, sondern aufzuzeigen, dass Wünsche, wenn sie erfüllt sind, nicht immer glücklich machen.

Schreiben Sie heute noch Geschichten für Kinder?

Nur noch für meine Enkelkinder. Meine beiden Kinderbücher «Die kleine Wolke» und «Bodo will fliegen» sind heute animiert bei Youtube aufgeschaltet. (pm)