Anfang Februar wurde das Inserat online hochgeladen: Die Pizzeria Sonne kann gemietet werden, das jetzige Wirtepaar geht in den Ruhestand. Der Lostorfer Gemeindepräsident, die Zunft zu Wartenfels und der Satus Lostorf äusserten sich schockiert: «Wenn das Restaurant tatsächlich schliesst, müssen wir uns ein neues Zunftlokal suchen. Doch das wird schwierig», sagte Zunftmeister Markus Probst damals zu dieser Zeitung.

Denn: In Lostorf gibt es nur noch die «Sonne» als richtige Dorfbeiz. Denn das «Rössli» etwa hat nur morgens geöffnet, das «Wartenfels» wird bald abgerissen und die «Eintracht» serviert nur abends warme Speisen.

Neue Wirtin kommt aus Italien

Jetzt kommt aber die gute Nachricht: Es wurde eine Nachfolgerin für die «Sonne» an der Hauptstrasse gefunden. Die Liegenschaft gehört der Eibetag Verwaltungs AG in Olten. Geschäftsführer Jesus Lorente sagt auf Anfrage: «Die Firma ‹Gastro For You› hat für uns die Ausschreibung der Immobilie in Lostorf übernommen. Das Interesse war gross.» Er habe aus mehreren Kandidaten auswählen können.

Die neue «Sonne»-Wirtin heisst Frida Bilmania-Boracco. Zusammen mit ihrem Ehemann Wilfer Perez übernimmt sie den Gasthof auf den 1. Juni. «Ich war schon länger auf der Suche nach etwas Eigenem», sagt Bilmania-Boracco, die derzeit noch in einem Restaurant im Kanton Aargau angestellt ist. Dort habe sie viel lernen können.

Den Wunsch, sich selbstständig zu machen, habe sie schon immer gehabt. Schliesslich komme sie aus einer Gastronomie-Familie: «Ich sammelte meine ersten Erfahrungen im Restaurant meiner Eltern in Rimini», erzählt sie. In Italien besuchte sie denn auch eine Gastronomieschule ab.

«Es ist schön ruhig hier, das mag ich»

Mit ihrem Mann und der dreijährigen Tochter wird Bilmania-Boracco auf Anfang Juni dann auch von Holderbank AG nach Lostorf ziehen — in die Wohnung direkt über der «Sonne». «Es ist schön ruhig hier, das mag ich», sagt die 26-Jährige, «aber dennoch sind grössere Städte wie Olten und Aarau nicht weit weg.»

Nach der Übernahme des Restaurants am 1. Juni bleibt das Lokal für zwei Wochen geschlossen. Einrichten und Umdekorieren sei dann angesagt. Ab Mitte Juni will Bilmania-Boracco die Gaststube durchgehend von neun Uhr morgens bis 23 Uhr abends geöffnet haben. Ruhetag bleibt der Montag.

Auch Schweizer Gerichte auf dem Menü

Drei Angestellte in der Küche hat Bilmania-Boracco schon. «Der Pizzaiolo und der Koch kommen aus Italien», sagt die neue Wirtin. Dementsprechend viele italienische Spezialitäten werden sich auf der neuen Menü-Karte finden. Schliesslich ist die «Sonne» eine Pizzeria.

Aber: «Wir werden auch mehrere Schweizer Gerichte servieren», verspricht Bilmania-Boracco. Darunter Reis Casimir, verschiedene Cordon bleus oder Nüsslisalat. Während den Nachmittagsstunden sind ausserdem kleinere Gerichte wie etwa Fleischkäse mit Kartoffelsalat erhältlich.

Gemeindepräsident ist «sehr froh»

Nach den unsicheren Monaten ist damit klar: Die letzte Dorfbeiz in Lostorf bleibt erhalten. Gemeindepräsident Thomas Müller freut sich: «Ich bin sehr froh, dass eine gute Lösung gefunden werden konnte. Das Restaurant hatte gerade auch für unsere Vereine eine wichtige Bedeutung.»

Er habe in den vergangenen Wochen gehört, dass es mehrere Interessenten gibt, die in der ‹Sonne› wirten wollen. «Darum war ich durchaus hoffnungsvoll», so Müller. Da schon bisher italienische und schweizerische Küche in der «Sonne» angeboten wurden, findet er, passe auch die neue Richtung von Bilmania-Boracco «sehr gut» zur Dorfbeiz.