Abfallkonzept

Lostorf verzichtet auf einen Kaffeekapsel-Container

Für gebrauchte Nespresso-Kapseln gibt es keinen Container im Dorf.

Für gebrauchte Nespresso-Kapseln gibt es keinen Container im Dorf.

Im Hinblick auf die Planung des neuen Werkgebäudes in Lostorf hat die Umweltkommission das bestehende Abfallkonzept überprüft. Sie hat die aktuelle Abfallsituation in der Gemeinde analysiert und dem Gemeinderat den kurz- und mittelfristigen Handlungsbedarf aufgezeigt. Überprüft wurde die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben sowie wo und wie die Abfälle entsorgt werden können. Die Kommission definierte ausserdem Massnahmen und Optimierungen. Ebenfalls wurden die Möglichkeiten und Grenzen einer regionalen Entsorgung geprüft.

Die Kommission kommt zum Schluss, dass die Gemeinde die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Zudem würden derzeit folgende freiwillige Abfallsammlungen angeboten: PET, Alu-Kaffeekapseln, Grubengut-Mulde, Häckseldienst für Grüngut und viermal pro Jahr die Abhol-Papiersammlung.

Für Lostorf nicht finanzierbar

Die Grubengut-Mulde ist laut der Kommission bezüglich der Kosten und wegen der Vermischung unterschiedlichster Stoffe keine ökonomisch oder ökologisch wirksame Abfallbewirtschaftung. Die Kosten der Grubengut-Mulde seien heute nicht nach Verursacher abgrenzbar. Seit Erhebung der Gebühr ab mehr als 25 Kilogramm sei ein Rückgang der Mengen um rund 75 Prozent und eine Fraktionierung durch mehrere Abgaben zur Vermeidung der Gebühr feststellbar. Die von Bund und Kanton verlangte Professionalisierung der Wertstoff- und Abfallsammlungen mit möglichst sortenreiner Trennung zur Ressourcenerhaltung habe heute ein Niveau erreicht, das für die Grösse der Gemeinde Lostorf nicht zu erreichen oder zu finanzieren sei.

Die PET-Sammlung soll weiter künftig gänzlich den Verkaufsgeschäften überlassen werden. Die Nespresso-Aluminium-Kapseln könnten ausserdem kostenlos der Post mitgegeben werden. Für Nespresso-Mitglieder sei das Recycling der gebrauchten Aluminiumkapseln damit noch einfacher.

Mehr Einnahmen als Ausgaben

Die Abrechnungen der letzten Jahre hätten ausserdem gezeigt, dass die Grünabfälle wiederholt deutlich unterfinanziert gewesen seien. Demgegenüber würden die Einnahmen der Kehrichtgebühren rund 50 Prozent (Stand: 2017) über den effektiven Ausgaben der Hauskehricht- und Sperrgutabfuhr liegen. Der Bund verlange aber, dass die Abfallbewirtschaftung so weit wie möglich nach dem Verursacherprinzip zu erfolgen hat.

Der Lostorfer Gemeinderat sprach sich deshalb dafür aus, die Grubengut-Mulde und den Alu-Kaffeekapseln-Container künftig aufzuheben. Die PET-Sammlung soll weiterhin im Entsorgungsgebäude angeboten werden. Die Anpassung der Gebührenhöhe im Entsorgungsbereich wird ebenfalls überprüft. Der Gemeinderat hat die Umweltkommission nun beauftragt, entsprechende Aufträge zur Reglements-Anpassung vorbereiten. Diese werden dem Gemeinderat anschliessend erneut unterbreitet. Das letzte Wort hat der Souverän. (mgt)

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