Lostorf
Nach langer Pause: Das Dorfmuseum eröffnet mit neuer Ausstellung

Die Kopf-Skulpturen von Herbert Niederreuther beleben bis am 27. Juni das Dorfmuseum von Lostorf.

Cyrill Pürro
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Der Künstler Herbert Niederreuther mit zwei seiner «Köpfe».

Der Künstler Herbert Niederreuther mit zwei seiner «Köpfe».

Franz Beidler

Seit dieser Woche haben die 20 Kopf-Skulpturen von Herbert Niederreuther ein neues Zuhause. Geplant war die Ausstellung eigentlich für das Frühjahr 2020, umgesetzt werden konnte sie aufgrund der Schliessung des Dorfmuseums erst ein Jahr später.

«Jetzt sind wir zurück mit etwas Anderem, Neuem»,

sagt die Vizepräsidentin des Vereins Dorfmuseum Lostorf, Raphaela Glättli-Gysi, auf Anfrage. Der Verein ist froh, das Museum nach einem Jahr Pause wieder eröffnen zu können. Die «Köpfe» können bis zum 27. Juni jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr im Dorfmuseum von Lostorf betrachtet werden. Bereits bei der Eröffnung am letzten Sonntag zogen die Kopf-Skulpturen rund 25 Besucherinnen und Besucher an.

Gut besucht, trotz Pandemie

Der Verein war über den grossen Ansturm überrascht. Laut Glättli-Gysi habe es sich aufgrund der hohen Nachfrage wie eine echte Vernissage angefühlt, auch wenn es eigentlich gar keine gab. Die Besucheranzahl wird durch ein Schutzkonzept gestaffelt eingelassen. Die Ausstellung kann von fünf Gästen gleichzeitig besucht werden, für die restlichen Personen wurde ein Warteraum eingerichtet. Zur Eröffnung hat Niederreuther die Kleingruppen persönlich durch die Ausstellung geführt. «Unsere Besucherinnen und Besucher kamen so in den Genuss einer sehr interessanten Führung», sagt Glättli-Gysi. Niederreuther wird zum Abschluss der Ausstellung, am 27. Juni, nochmals vor Ort sein. Der Verein Dorfmuseum Lostorf ist sichtlich zufrieden mit der Wahl der Ausstellung. Glättli-Gysi war gespannt, ob der Verein bei der Wahl der Kopf-Skulpturen einen richtigen «Riecher» habe. «Rolf Kohler, der für die Organisation der Kunstausstellungen verantwortlich ist, hat ein gutes Händchen», sagt sie.

Glättli-Gysi sieht eine Chance darin, dass das Dorfmuseum zum ersten Mal seit der Eröffnung im Jahr 2011 eine Skulpturenausstellung zeigen kann. Die Kopf-Skulpturen haben nämlich einen geheimnisvollen Touch, der von der aufgetragenen, schwarzen Beize herrührt. Auch die Namensgebung verstärkt dieses «Geheimnisvolle», denn die Skulpturen sind nach Sternbildern benannt.

Von Schuhmodellen zu Kopf-Skulpturen

Wie Niederreuther auf Anfrage bestätigt, habe er pro Kopf etwa 60 Arbeitsstunden investiert. In der Handarbeit mit Holz ist Niederreuther geübt. Der gebürtige Frankfurter hat einen Abschluss als Designer und Schuhmodelleur, den er an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt erwarb. Für die Firma Bally erstellte er als Designer Schuhkollektionen und erhielt Aufträge, die über die Landesgrenzen hinausreichten. Mittlerweile ist er pensioniert.