Lostorf
Geschichte und Geschichten: Ab Samstag wird man in Lostorf auf eine «interaktive Reise in die Vergangenheit» entführt

Der Verein Dorfmuseum will die Schulgeschichte anhand einer Ausstellung neu aufleben lassen und hofft dabei auf «springende Funken».

Cyrill Pürro
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Im Dorfmuseum hängen ältere – und bald auch neuere – Fotos.

Im Dorfmuseum hängen ältere – und bald auch neuere – Fotos.

Bruno Kissling

Geschichte zum Greifen nah: In der neuen Ausstellung im Dorfmuseum Lostorf wollen die Organisatoren «vor allem auch die Leute und deren Geschichten in den Mittelpunkt stellen», wie Michael Peier vom Dorfmuseum Lostorf erklärt. Er hat die Ausstellung «Es war einmal… Geschichten der Schule Lostorf-Mahren» mitverantwortet.

Eine Ausstellung mit vielen Elementen

Ab dem 29. August können Interessierte jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr die Ausstellung besuchen. Die Besucherinnen und Besucher des Dorfmuseums werden über drei Stockwerke hinweg auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen. Die Organisatoren zeigen mit Infotafeln an den Wänden, mit aufgelegten Gegenständen, Interviews und einem Kurzfilm, wie das Leben der Lostorfer Schule von den Anfängen um 1500 bis in die Neuzeit aussah, wie Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte lebten, welche Regeln und Sitten damals galten und mit welchen Utensilien die Kinder und Jugendlichen ihren Alltag meisterten.

Alte Schulbänke, Hefte und Rucksäcke: Nur ein kleiner Teil der Relikte im Dorfmuseum Lostorf.

Alte Schulbänke, Hefte und Rucksäcke: Nur ein kleiner Teil der Relikte im Dorfmuseum Lostorf.

Bruno Kissling

Am kommenden Samstag eröffnet der Verein Dorfmuseum Lostorf die Ausstellung mit einem Kick-off-Event. Mit dabei ist der ehemalige Lostorfer Schulleiter Hans Schönbucher. Am Eröffnungsanlass erzählt Schönbucher vom Lehrplan im Wandel der Zeit und welche Spuren die gesellschaftlichen Entwicklungen darin hinterliessen.

Diesen Sonntag findet die Vernissage statt. Von da an ist die Ausstellung laut Peier frei zugänglich. In den acht Wochen, in denen die Ausstellung der Allgemeinheit offensteht, soll sie auch durch die Besuchenden leben.

«Die Ausstellung soll sich mit der Zeit in eine kleine, interaktive Erlebniswelt entwickeln, in der auch die Besuchenden von sich und ihrer Schulzeit erzählen»

, sagt Peier. Eine sich laufend erweiternde Ausstellung von Schulfotos macht dabei den Anfang.

Der Verein lädt ehemalige Lostorfer Schülerinnen und Schüler dazu ein, Schulfotos von sich zur Ausstellung mitzubringen.

Die Besuchenden werden zu Protagonisten

«Wir hängen diese Fotos im zweiten Stock an einer Wäscheleine auf, sodass jede und jeder sie sehen kann», sagt Peier mit Vorfreude in der Stimme. Das soll dazu dienen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Museumsräume mit eigenen Schulgeschichten zu füllen.

Eine Übersicht über die Ausstellung darf nicht fehlen.

Eine Übersicht über die Ausstellung darf nicht fehlen.

Bruno Kissling

Wie Peier erklärt, können sich die Gäste im Dachstock informativ mit der Schulgeschichte auseinandersetzen, ausgestellt sind Infotafeln und Vitrinen, mit zum Teil bereits sehr alten Dokumenten. Die Themen reichen vom Verhältnis zur Schule Mahren über Sein und Werden der Oberstufe, die einzelnen Schulhäuser bis zu verschiedenen – teilweise auch amüsanten – Anekdoten.

Zwischen «Eselskappen» und Schulen der Zukunft

Im zweiten Stock befindet sich abgesehen von der Fotowand der «Strafeteil». Da bekämen die Gäste frühere Strafmethoden zu Gesicht, die an Schülerinnen und Schülern angewandt wurden. Eine «Eselskappe» kann bestaunt und angezogen werden und in der Schreibwerkstatt im Untergeschoss können sich die Gäste daran versuchen, mit Feder und Tinte zu schreiben. Im Nebenraum laufen Sequenzen der Interviews, welche ein Team des Vereins Dorfmuseum Lostorf mit ehemaligen Schülern, Lehrpersonen und Behördenmitgliedern aufgenommen hat. Abgerundet wird die Ausstellung mit aktuellen Zeichnungen einer Schulklasse zur «Schule der Zukunft».

«Es war einmal...»: Im «Strafeteil» hängt eine Liste mit früheren Bestrafungen.

«Es war einmal...»: Im «Strafeteil» hängt eine Liste mit früheren Bestrafungen.

Bruno Kissling

Fragt man Peier, was ihm an der Ausstellung besonders wichtig ist, wiederholt er immer wieder die beiden Worte «Geschichte» und «Geschichten». Ihm ist es ein Anliegen, die Schulgeschichte von Lostorf näher an die Menschen zu bringen und sie auch direkt mit deren eigenen Erfahrungen zu verbinden. Dabei soll der «Funke auf die Gäste überspringen». Er freue sich sehr, die Schulzeit in Lostorf den Gästen zu einer anderen Zeit zu präsentieren.

«Die Schule befindet sich seit jeher in einem Wandel. Und das macht es so spannend»

, erläutert er seine Motivation.

Die Ausstellung dauert vom 29. August bis zum 24. Oktober und kann immer sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

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