Lostorf
Gemeinden rüsten bei sozialen Medien auf: Ein Instagram-Profil macht den Anfang

Der Gemeinderat in Lostorf will Jugendliche über zeitgemässe Kanäle erreichen und informieren. Bei einem Workshop stellte sich zudem heraus, dass die Jugendlichen auch gern selber bei einem Instagram-Profil mitwirken möchten.

Cyrill Pürro
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Jugendliche haben oft ein Social-Media-Profil (Symbolbild).

Jugendliche haben oft ein Social-Media-Profil (Symbolbild).

Zvg

Aufgrund der Pandemie musste die Offene Jugendarbeit Lostorf Obergösgen, kurz Ojalo, im vergangenen Jahr auf neue Wege der Jugendarbeit setzen. Der Gemeinderat beauftragte die Jugendarbeit nun mit der Erarbeitung eines Konzepts für einen Online-Auftritt der Gemeinde auf der Plattform Instagram, wie aus einem Gemeinderatsbericht von Lostorf hervorgeht. Instagram ist ein werbefinanzierter Onlinedienst zum Teilen von Fotos und Videos.

Die Idee, den Jugendlichen Informationen aus der Gemeinde Lostorf über ein Instagram-Profil zu vermitteln, entstand laut Stefanie Wyss an der Jungbürgerfeier im vergangenen Jahr. Wyss ist Jugendarbeiterin bei der Ojalo. Bei einem gemeinsamen Workshop mit Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sowie den Jungbürgerinnen und Jungbürgern während der Corona-Zeit, brachten die jungen Erwachsenen die Entwicklung eines Instagram-Profils zur Sprache. Die Jugendlichen äusserten das Bedürfnis, schneller und einfacher an Informationen der Gemeinde zu gelangen.

Jugendliche sollen bei Bewirtschaftung mithelfen

«Die bestehenden Zugangsmöglichkeiten zu Gemeindeprotokollen, Aktivitäten des Präsidiums, Prozesse, Neuerungen und weiteren Amtshandlungen nutzen sie kaum», so Wyss Jetzt startet die Zusammenarbeit, um die Gemeindepolitik den jüngeren Generationen etwas näher zu bringen. Dabei ist es der Jugendarbeiterin wichtig, die Zielgruppe direkt miteinzubeziehen.

«Sie wissen selber am besten, was sie anspricht. Im Rahmen des Workshops sind schon viele Ideen zusammengekommen und einige zeigten sich bereit selbst aktiv beim Instagram-Account mitzuwirken»

so Wyss. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass Kontakte über die Plattform geknüpft werden können. Im Gemeinderatsbericht heisst es weiter, dass die Jugendarbeit ein Redaktionsteam für das Instagram-Profil zusammenstellt. Dieses gewährleitestet eine moderne, jugendgerechte Gestaltung.

Geplant ist, dass auch die Jugendlichen bei der Bewirtschaftung mithelfen. Zudem ist es das Ziel, Beiträge nicht nur in Textform zu gestalten. Bild- und Videoelemente sollen das Instagram-Profil noch ansprechender machen. «Bei der Gestaltung von Videos gibt es für die Jugendlichen einen zusätzlichen Lerneffekt», sagt Wyss.

Im Konzeptbeschrieb «Instagram-Account Lostorf» greift die Ojalo auf die James-Studie der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften aus dem Jahr 2020 zurück. Sie zeigt die Mediennutzung pro Plattform anhand der vorhandenen Profile bei den Jugendlichen auf. Laut der Studie verfügen 93 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in der Schweiz über ein Instagram-Profil, dicht gefolgt von Snapchat (91 Prozent).

Auch auf das Potenzial der Plattform Instagram geht die Ojalo im Konzeptbeschrieb ein. Digitale Medien seien eine weitere Form, Neuerungen, Hinweise und Informationen an die Bevölkerung heranzutragen. Auf das Potenzial folgt eine Zielsetzung: «Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Lostorf sind über Aktivitäten, Prozesse, Neuerungen und Aktualitäten informiert», heisst es im Konzept.

Social Media als neuer Hotspot

Die Welt der sozialen Medien ist nicht nur ein Ort der innovativen Entwicklung oder des Vergnügens. Diskriminierung und Mobbing im Netz sind längst Realität. Hierzu findet Wyss, dass sich viele Jugendliche dieser Gefahren bewusst seien und deshalb die besten Chancen dazu hätten, in der Redaktion dagegen vorzugehen, wie beispielsweise beim Moderieren von Kommentarspalten. Noch könne die Ojalo nicht abschätzen, ob sich Instagram auf längere Zeit bewährt. Das Internet ist schnelllebig und morgen steht bereits der nächste Trend vor Tür. In der Redaktionsgruppe des Instagram-Profils habe es laut Wyss noch Platz. Interessierte können sich direkt bei der Ojalo melden.

Ein jugendlicher Mitwirkender des neuen Instagram-Profils ist der 19-jährige Mathieu Äberhard. Er meldete sich aus dem Grund bei der Ojalo, da das Projekt seiner Ansicht nach zeitgemäss sei. Auf Anfrage sagt er:

«Die aktuellen Nachrichten rund um die Welt nehmen wir über die sozialen Medien auf»,

beschreibt Äberhard das Medienverhalten von sich und seinem gleichaltrigen Umfeld.

Diverse Vereine sowie Fitnesszentren verfügten über Instagram-Profile. Somit sehe er einen Mehrwert punkto Vernetzung, wenn die Gemeinde ebenfalls auf den sozialen Medien vertreten sei. Da Äberhard aber noch Abschlussprüfungen für die Kantonsschule bevorstehen und es dann weiter in die Rekrutenschule geht, kann er beim Projekt aus Zeitgründen noch nicht viel mithelfen.