Lostorf
Saisoneröffnung: Auf Schloss Wartenfels herrscht der «Zauber der Farben, Formen und Blumen»

Unter Corona-Schutzmassnahmen konnte auf Schloss Wartenfels in Lostorf die Saison mit der Vernissage einer Kunstausstellung gestartet werden. Ein bewegender Moment nicht nur für «Schlossherr» Peter André Bloch.

Denise Donatsch
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Saisoneröffnung auf Schloss Wartenfels mit der Eröffnung der Ausstellung «Zauber der Farben, Formen und Blumen». Und mit Einblick in die sanierten Räumlichkeiten des Schlosses.
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Hier der Blick in das ebenfalls restaurierte «Gugelmann-Zimmer» mit Werken von Paul Gugelmann.
12 Künstler stellen in der Schlossgalerie II ihre Arbeiten zum Ausstellungsmotto aus.
12 Künstler stellen in der Schlossgalerie II ihre Arbeiten zum Ausstellungsmotto aus.
Stiftungsrats-Präsident Peter André Bloch bei der Eröffnung.
Peter André Bloch bei seiner Begrüssungsrede an der Drehorgel.
Das Schloss mit Gartenanlage.
Das Schloss mit Gartenanlage.
Das Schloss mit Gartenanlage.
Das Schloss mit Gartenanlage.

Saisoneröffnung auf Schloss Wartenfels mit der Eröffnung der Ausstellung «Zauber der Farben, Formen und Blumen». Und mit Einblick in die sanierten Räumlichkeiten des Schlosses.

Bruno Kissling

Im Zuge der Saisoneröffnung fand am Sonntag auf Schloss Wartenfels in Lostorf die Vernissage zu einer Kunstausstellung statt. Kurator Peter André Bloch startete den Anlass mit einer emotionalen Eröffnungsrede und Drehorgel.

Das Wetter hätte nicht besser sein können. Die Sonne strahlte, das Alpenpanorama schien zum Greifen nah. Unter den zahlreichen Besuchern herrschte trotz der geltenden Corona-Schutzmassnahmen ausgelassene Stimmung, es wurde geplaudert und gelacht. Ebenfalls anwesend war der bekannte Gretzenbacher Künstler Paul Gugelmann, welcher auch in diesem Jahr in dem nach ihm benannten «Gugelmann Zimmer» im Schloss einige Werke ausstellt. Kurz nach halb elf betrat Peter André Bloch die Bühne und begrüsste die Gäste mit einem herzhaften Einsatz.

Einstieg mit einem aufgewühlten «Schlossherrn»

«Vor ungefähr zwei Jahren haben wir hier aufgehört mit Mozart und jetzt beginnen wir wieder mit Mozart», bemerkte Bloch sichtlich aufgewühlt und bezog sich damit auf das gerade verklungene Mozartstück, welches die von ihm bediente Drehorgel von sich gab. Für den 85-Jährigen, der mittlerweile seit 25 Jahren mit Herzblut Kunstausstellungen im Schloss Wartenfels organisiert, sei das letzte Jahr, in dem praktisch jeder Kunstanlass habe ausfallen müssen, nicht einfach gewesen. Dafür sei die diesjährige Ausstellung im Schloss, welches oberhalb von Lostorf thront, besonders reichhaltig, da auch jene Künstler berücksichtigt wurden, die letztes Jahr ausgestellt hätten.

Ebenfalls habe sich Bloch in diesem Jahr ausserordentlich viel Zeit genommen, um die Ausstellung mit dem klangvollen Titel «Vom Zauber der Farben, Formen und Blumen» zu planen und zu komponieren:

«Mir war es wichtig, dass die Kunstwerke die Farben und Formen des Schlosses sowie die Blumenpracht, welche das Schloss umgibt, aufnehmen.»

Die Kunst, den Schein trügen zu lassen

Den prominent ausgestellten «Wächtern der Natur» begegnet man bereits beim Betreten des Schlosshofs. Angefertigt wurden die meterhohen vogelartigen Gebilde auf Stangen von Ursula Baur, eine der 26 Kunstschaffenden, deren Werke aktuell im Schloss Wartenfels ausgestellt sind und die allesamt im Kanton Solothurn wohnhaft oder mit diesem verbunden sind. Die Wirkung von Baurs Werken ist imposant, denn die Skulpturen erscheinen im Zusammenspiel mit der hohen Schlossmauer tatsächlich wie stille, jedoch unmissverständliche Hüter.

Im Eingangsbereich des Schlosses stösst man auf ein flauschig aussehendes Sofakissen, bei dessen näherer Betrachtung man aber nicht schlecht staunt, denn die Sinne haben einem offensichtlich einen Streich gespielt. In Tat und Wahrheit handelt es sich nämlich um eine 100 Kilogramm schwere weisse Marmorskulptur, angefertigt vom Balsthaler Künstler Norbert Eggenschwiler.

Innerhalb des Schlossgebäudes präsentiert sich die Ausstellung auf verschiedenen Stockwerken – von den unteren Galerieräumen bis hinauf zum Dachstock. Ein besonders intensiver Blickfang sind die Werke des jungen Künstlers Tim Glanzmann, der am Sonntag ebenfalls vor Ort war. Seine farbintensive expressive Grossplastik mit dem Titel «Power of Love» nimmt den kleinen Schlossgewölbekeller zu grossen Teilen für sich ein. Aber auch die «Geweihblumen», unweit von Glanzmanns Plastik positioniert, stechen nicht minder ins Auge; die von Martin Schwarz mit bunten Blumen dekorierten Totenschädel erzeugen Spannung, da aus Verstorbenem Lebendiges spriesst.

Ein Ort des Gedankenaustausches

Zum Ende seiner Rede bedankte sich Peter André Bloch für die gute Zusammenarbeit bei den Schlosswarten Stefan und Annette Bernhard sowie den Freunden von Schloss Wartenfels und deren Präsident Hans-Jürg Rudolf. Auch allen anderen Helferinnen und Helfern sowie der Stiftung Schloss Wartenfels gilt sein Dank, ohne die ein Anlass in dieser Dimension nicht realisierbar wäre.

An die Besucher und Gäste dachte er ebenfalls: «Das Schloss gehört all denen, die gerne hier sind und jenen, die hier an Veranstaltungen teilnehmen.» Es solle, so der Kunstdoyen, der am 6. Juni für sein kulturelles Wirken die Ehrengabe 2021 der Region Olten erhält, ein Ort des Gedankenaustausches sein.