Fernunterricht
Lehrer und Kinder erkrankt: Mehrere Schulen im Niederamt sind wegen Corona zu

Drei Schulen und ein Kindergarten im Niederamt werden wegen Corona-Infektionen diese Woche geschlossen.

Lorenz Degen, Fabian Muster
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In Dulliken wird diese Woche über Computer unterrichtet

In Dulliken wird diese Woche über Computer unterrichtet

Bruno Kissling

Noch eine halbe Woche dauert der Schulunterricht, ab Samstag beginnen die Weihnachtsferien. Für diese letzten Tage müssen drei Schulen im Niederamt ihren Regelbetrieb einstellen. Den Anfang machte Niedergösgen. «Wir haben am Sonntag um neun Uhr abends entschieden, dass wir die Primarschule auf Fernunterricht umstellen», sagt Gemeindepräsident Roberto Aletti auf Anfrage. «Wir hatten Fälle von Lehrern und Kindern, die positiv getestet wurden. Da ein Teil der Lehrpersonen klassenübergreifend unterrichtet, war eine Abgrenzung nicht möglich. Um sicher zu gehen, haben wir diesen Entschluss gefällt, den Schulbetrieb im Fernunterricht zu führen.»

Seit Montagmorgen sind nun die Schülerinnen und Schüler zu Hause. «Die Betreuung für Kinder, deren Eltern darauf angewiesen sind, wird während der Dauer der Blockzeiten sichergestellt», betont Aletti.

Auch in Lostorf hält sich seit Dienstag niemand mehr im Schulhaus auf. «Das Umstellen auf Fernunterricht klappte gut, weil es seit dem Frühling eingespielt ist und nun wieder hochgefahren werden konnte», erklärt Schulleiter Daniel Fluri, der die Schulschliessung initiierte. «Ich habe keine Befugnis, die Schule einzustellen. Aber wir hatten Fälle mit Kindern ohne Symptome. In Absprache mit der Kantonsärztin und dem Volksschulamt, das am Montag seine Einwilligung gab, wurden alle Parteien und die Gemeindebehörden informiert.»

Auch in Dulliken werden die letzten drei Tage nicht im Klassenzimmer ablaufen, wie Co-Schulleiter Frank Müller bestätigt. «Ab Mittwoch wird keine Schule mehr vor Ort stattfinden. Für die Zeit nach den Weihnachtsferien wird der Kanton prüfen, wie es weitergeht.» Als einziger Kindergarten ist derzeit jener von Däniken seit Dienstag geschlossen

Schulschliessung läuft über mehrere Schreibtische

Elisabeth Ambühl-Christen vom kantonalen Volksschulamt kennt die Fälle aus dem Niederamt, die nun per Fernunterricht arbeiten. «Wir haben gezielt entschieden, so wie sich das jeweilige Bild an der Schule darstellte.» Damit es zu einer Umstellung auf Fernunterricht kommt, brauche es den Antrag der Schulleitung, das Einverständnis der kommunalen Aufsichtsbehörde und des Kantonsärztlichen Dienstes.

Das Volksschulamt kann eine Umstellung nicht von sich aus verfügen. «Schule zu halten gilt an sich nicht als enger Kontakt.» Über das Contact Tracing wird versucht herauszufinden, wer mit einer infizierten Person zu tun hatte. «Wenn ein Kind infiziert wird, werden die Eltern der Klasse informiert.

Bei zwei oder mehr betroffenen Kindern geht die Klasse in der Regel in die Quarantäne», sagt Ambühl-Christen. Wenn jedoch eine Schule als Ganzes betroffen ist, wird das Unterrichten im Schulhaus eingestellt und durch den Fernunterricht ersetzt, so wie dies bei den Schulen der Gemeinden Dulliken, Lostorf und Niedergösgen sowie beim Kindergarten Däniken derzeit der Fall ist.

Keine Schulschliessungen in Olten geplant

Anders präsentiert sich die Situation in Olten. Dort hingegen geht Gesamtschulleiter Thomas Küng nicht davon aus, dass die Schulen vorzeitig vor Weihnachten geschlossen werden müssen, sagte er am Dienstag auf Anfrage. Die Fallzahlen an den städtischen Schulen seien sehr tief. «Wir können sie an einer Hand abzählen.»

Aktuell gebe es tatsächlich nur zwei Klassen, in denen je ein Kind in Quarantäne sei. Bisher sei auch nur eine einzige Klasse temporär geschlossen und in Quarantäne unterrichtet worden. Ansonsten gebe es aber keine Quarantänen von ganzen Klassenzügen. «Wir haben bisher Glück gehabt und dürfen mit der Umsetzung der Schutzmassnahmen im Schulbetrieb sehr zufrieden sein», sagt Küng.