Schönenwerd
Langfristige Schulden der Gemeinde sind gestiegen

Erfreulicherweise schliesst die Rechnung 2015 im operativen Bereich mit einem Gewinn ab. Die Investitionsrechnung der Gemeinde Schönenwerd wird jedoch durch mehrere Projekte stark belastet.

Markus Lüscher und Mirela Todorovic
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Die Gemeinde Schönenwerd konnte die Rechnung mit fast 450 000 Franken Ertragsüberschuss abschliessen.

Die Gemeinde Schönenwerd konnte die Rechnung mit fast 450 000 Franken Ertragsüberschuss abschliessen.

Bruno Kissling

Die laufende Rechnung 2015 schliesst erfreulicherweise im operativen Bereich bei einem Aufwand von 32 Millionen Franken und einem Ertrag von 33 Millionen Franken mit einem Mehrertrag von 990 702 Franken ab. Der Gemeinderat hat beschlossen, einen Teil des Mehrertrages für zusätzliche Abschreibungen von 546 500 Franken zu verwenden. Dies ergibt einen Ertragsüberschuss von 444 202 Franken.

Die Investitionsrechnung wird durch mehrere grosse Projekte stark belastet. Es sind Nettoinvestitionen von 4 848 312 Franken angefallen. Diese verteilen sich vor allem auf die Investitionen Ausfinanzierung Pensionskasse, Sanierung Foyer Casino, Abschluss Sanierung Hallenbad, Wasserleitungsersatz Baumstrasse, das Stufenpumpwerk Schachen und den Ersatz der Kanalisation in der Jurastrasse.

Für diese Investitionen musste Fremdkapital aufgenommen werden. Infolge der Ausgabendisziplin konnte der Aufwand in etlichen Positionen der laufenden Rechnung verringert werden. Trotzdem gibt es Abweichungen zum Vorschlag.

Weniger Abschreibungen

Im Bereich des Personals entstanden weniger Kosten bei den Beiträgen an die Pensionskasse. Dafür musste bei der Lehrerschaft mehr Lohn für Stellvertretungen ausbezahlt werden. Beim baulichen Unterhalt musste auch dieses Jahr mehr in den Unterhalt des Wassernetzes investiert werden.

Durch Mieterwechsel wurden auch bauliche Massnahmen an der Liegenschaft Schulstrasse 1 und dem Feuerwehrgebäude nötig. In den Bereichen Dienstleistungen und übriger Sachaufwand entstanden nahezu auf allen Konten Minderausgaben im Vergleich zum Budget.

In der laufenden Rechnung wurden deutlich weniger ordentliche Abschreibungen vorgenommen als budgetiert. Nebst den vom Gemeinderat beschlossenen zusätzlichen Abschreibungen, fielen durch die Auflösungen der Vorfinanzierungen auch zusätzliche Abschreibungen von 3 610 000 Franken an. Die Steuerabschreibungen fallen um 30 000 Franken tiefer aus als budgetiert und das Delkredere konnte um 315 000 Franken reduziert werden.

Die Kostenbeiträge an die Gemeinden und die Gemeindeverbände fielen im Bereich der Sekundarschule Unteres Niederamt und Sekundarschule P höher aus als im Voranschlag, verursacht durch eine Umstellung auf die Bruttoverbuchung. In den übrigen Bereichen der Beiträge, insbesondere in der sozialen Wohlfahrt, blieben die Kosten im Rahmen des Budgets. Die Mehreinnahmen auf der Ertragsseite sind der Hauptgrund, weshalb die Rechnung besser abschliesst als budgetiert.

Dazu beigetragen haben die Mehreinnahmen beim Steuerertrag von 840 000 Franken. Diese fielen bei den natürlichen Personen an, insbesondere aus den Veranlagungen aus dem Vorjahr und der Quellensteuer. Zusätzliche 123 000 Franken wurden mit Sondersteuern für Vorsorgeleistungen und mit Liegenschaftsgewinnen eingenommen. Die Rechnungen der Spezialfinanzierungen Abwasser und Abfallbewirtschaftung schliessen positiv ab.

Die Wasserrechnung schliesst mit einem grossen Verlust ab. Der Wasserverbrauch ist eingebrochen. Dies führte zu Mindereinnahmen von 160 000 Franken. Bei der Umstellung des Wasserbezuges von Aarau entstanden Mehrkosten, welche im Vorfeld noch nicht abschliessend bekannt waren.

Die Bestandesrechnung sieht wie folgt aus. Das Finanzvermögen beträgt per 31.12.2015 12,8 Millionen Franken. Für die Finanzierung der Investitionen musste zusätzliches Fremdkapital aufgenommen werden. Die langfristigen Schulden sind auf 9,5 Millionen Franken gestiegen. Das gesamte Fremdkapital auf 11,6 Millionen Franken. Neu liegt das Nettovermögen bei 1,292 Millionen Franken. Pro Einwohner ergibt dies ein Vermögen pro Kopf von 265 Franken.

Zusammenarbeit bleibt wichtig

Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom 25. August 2015 den Beschluss, aus dem Projekt Zukunftsraum Aarau auszusteigen, gefasst. Dieser Beschluss wurde auch so an die Koordinationsstelle weitergeleitet. Aus der Abschlusssitzung der Prüfungsphase wurden zwei Szenarien zum weiteren Vorgehen definiert.

Einerseits Szenario 1 «Fusion einzelner Gemeinden» und anderseits Szenario 2 «Ausbau der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) mit verbindlichem und einheitlichem Perimeter». Die Projektsteuerung des Zukunftsraums Aarau hat den Rat gebeten, zum Szenario 2 Stellung zu beziehen.

Der Gemeinderat bekennt sich nach wie vor zum Planungsverband der Region Aarau (PRA) und erachtet diesen Kontakt als eine wichtige Verbindung und Plattform. Die Region Aarau ist für die Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde Schönenwerd ein wichtiger Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit.

Unter der Voraussetzung, dass das Szenario 2 «Ausbau der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) mit verbindlichem und einheitlichem Perimeter» im Rahmen des PRA respektive aarauregio erfolgen soll und keinen zusätzlich finanziellen Aufwand mit sich bringt, beschliesst der Gemeinderat, weiterhin sich bei der Ausarbeitung zu engagieren. Als Vertreter wird Gemeindepräsident Peter Hodel delegiert.

Neue Zustellkuverts ab Juni im Einsatz

Die bisherigen Zustellkuverts werden nur noch mit einem Aufpreis von der Post an die Stimmbürger versandt. Deshalb gelangen ab der Abstimmung vom 05.06.2016 neue, von der Post zertifizierte Zustellkuverts zum Einsatz. Alle Stimmberechtigten werden gebeten, die Hinweise auf der Rückseite des Zustellkuverts zu beachten.