Seit Thailands König Bhumibol am vergangenen Donnerstag nach 70-jähriger Regentschaft verstorben ist, strömen Thais aus der ganzen Schweiz nach Gretzenbach, um dort gemeinsam mit den Mönchen des Tempels im Buddhistischen Zentrum ihrer Verehrung und Trauer Ausdruck zu geben.

Trauer im Thai-Tempel Gretzenbach

Trauer im Thai-Tempel Gretzenbach

Im Unterschied zu seinem Nachfolger wurde der verstorbene König Bhumibol von seinem Volk geliebt wie ein Vater.

Bereits am Freitagabend nahmen laut einem Bericht des Regionalfernsehsenders Tele M1 rund 100 Personen an einer Trauerzeremonie teil, am Samstag waren es laut der Schweizerischen Depeschenagentur rund 200.

Wie eine Mitarbeiterin des Buddhistischen Zentrums gestern auf Anfrage gegenüber dieser Zeitung mitteilte, wird in Gretzenbach einen ganzen Monat lang um den verstorbenen König getrauert: Bis zum 13. November finden jeden Abend um 18.45 Uhr Zeremonien statt, an denen die Trauernden teilnehmen können.

Hauskloster der Königsfamilie

Der 1996 eröffnete Tempel in Gretzenbach ist das grösste buddhistische Zentrum in Europa. Er ist ein Filialkloster des Marmor-Tempels in Bangkok und wird ständig von fünf buddhistischen Mönchen aus Thailand unter Leitung von Abt Phrathep Kittimoli bewohnt. Ihre Aufgabe ist die spirituelle Betreuung der Thailänderinnen und Thailänder in der Schweiz.

Der Tempel in Gretzenbach ist aufs Engste mit dem thailändischen Königshaus verbunden: In seinem Namen Wat Srinagarindravararam steckt der Name der 1995 verstorbenen Mutter von König Bhumibol, Prinzessin Srinagarindra, die diesen ersten Neubau eines buddhistischen Tempels in Europa massgeblich gefördert hatte.

Prinzessin Galyani Vadhana, die 2008 verstorbene einzige Schwester von König Bhumibol, kam sowohl für die Eröffnung des Mönchsgebäudes im Juni 1996 als auch für die Einweihung des Ubosoth, des kultischen Hauptgebäudes, im Juni 2003 persönlich nach Gretzenbach.