Däniken

Landwirtschaftlicher Verein geht optimistisch in die nächsten 100 Jahre

«Es ist irgendwie bereits ein Abschiedsgeschenk», hielt Präsident Arni Erni fest, als er der dieses Jahr abtretenden Regierungsrätin Esther Gassler einen Korb mit «Einheimischem» überreichte.

«Es ist irgendwie bereits ein Abschiedsgeschenk», hielt Präsident Arni Erni fest, als er der dieses Jahr abtretenden Regierungsrätin Esther Gassler einen Korb mit «Einheimischem» überreichte.

Am Jubiläum des 100-jährigen Landwirtschaftlichen Vereins Niederamt in Däniken war der Blick in die Zukunft gerichtet.

Dem 100-jährigen Jubilar, dem Landwirtschaftlichen Verein Niederamt ist sein hohes Alter nicht anzumerken. Nicht angesichts der acht relativ jungen Vorstandsmitglieder, die sich alle für weitere vier Jahre wählen liessen: André Erni (Präsident, Stüsslingen), Philipp Meier (Vizepräsident, Niedergösgen), Elmar Schmid (Kassier, Gretzenbach), Josef Müller (Aktuar, Dulliken) und die Beisitzer Roland Lisser (Lostorf), Andy Nussbaumer (Hauenstein), Mathias Studinger (Däniken) und Susann Winkler (Rohr). Nicht beim Tätigkeitsprogramm 2017, das sich aktiv und optimistisch präsentiert wie eh und je. Nichts da von Zurückstecken! Sondern weiterhin monatlich ein Stamm, wo junge aussichtsreiche Betriebe von Bauernfamilien besucht oder Vorträge über moderne Landwirtschaft gehalten werden.

Bunt gemischt und gross war die Schar der Gratulanten, die sich am Samstagvormittag in der Bühlhalle Däniken zur 100. fröhlichen Generalversammlung einfanden. Der Jodelklub Fründschaft Gretzenbach unter der Leitung des Vereinskassiers Elmar Schmid umrahmte den Anlass musikalisch.

«Gemeinsam sind wir stark!»

Präsident André Erni sagte, der Verein wolle festhalten am Motto der Gründer «Gemeinsam sind wir stark!». Schliesslich herrschte damals eine wirtschaftlich schlechte Situation, welche Landwirte und Privatpersonen dazu bewog, den Landwirtschaftlichen Verein Olten-Gösgen zu gründen. Ins gleiche Horn stösst Landwirt Rainer Käser vom Gugenhof Stüsslingen: «Einer allein kann nichts erreichen; aber wenn wir zusammenstehen, verfügen wir über eine gewisse Macht und können uns durchsetzen.»

Regierungsrätin Esther Gassler zeigte anhand von Zahlen auf, wie sich die Landwirtschaft geändert hat: Vor 100 Jahren ernährte ein Bauernhof 4 Personen; heute 150. In der Amtei Olten-Gösgen waren 1800 Landwirtschaftsbetriebe registriert, heute sind es 217. Damals wurden auf 451 Hektaren Kartoffeln angebaut, in der Zeit der Anbauschlacht gar auf 685 und heute noch auf 15.

Andreas Vögtli, Präsident Solothurnischer Bauernverband, lobte die Niederämter Bauern als die aktivsten. Hier hakte Bäuerin Annemarie Studinger vom Riedbrunnhof Däniken nach: «Der Verein ist enorm wichtig für uns Bauernfamilien und wir können dankbar sein, dass er durch einen engagierten, in die Zukunft schauenden Vorstand geführt wird.»

Als André Erni in seinem Jahresbericht 2016 über die Ausfälle bei Obst, Gemüse, Beeren und Trauben sowie bei Kartoffeln, Zuckerrüben und beim Getreide berichtete, meinte er: «Vor 100 Jahren hätte die Bevölkerung nach einem solchen Erntejahr Hunger leiden müssen.» Doch heutzutage sind die Medienberichte schnell ad acta gelegt, denn die fehlenden Nahrungsmittel werden «dank» Globalisierung an einem anderen Ende der Welt geholt. Er gab zu bedenken: «Wahrscheinlich fehlen die Lebensmittel dann dort. Ob das gut ist?»

Rückblick auf 100 Jahre Geschichte

Nachmittags referierte Franz Xaver Schenker vom Hof Löchli in Däniken über Freuden und Leiden in der 100-jährigen Geschichte des Vereins. Unterhaltsam berichtete er über die letzten zehn Jahrzehnte aus landwirtschaftlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht. Für die Zukunft sieht er voraus, dass angesichts der Aufhebung von Milch- und Viehzuchtgenossenschaften, der Milchsammelstellen, der Waren- und Viehmärkte ein Verein wie der ihrige noch mehr Bedeutung haben werde für den kollegialen Gedankenaustausch und den Zusammenhang.

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