Regisseur Pascal und Kameramann Sven haben eine vermeintlich gute Idee: Mit der Sendung «Alpe-Bachelor» den grossen Durchbruch zu schaffen. Allerdings meldet sich der Bachelor kurz vor Filmstart ab, weil er sich frisch verliebt hat. Wegen des schlechten Wetters kommen nicht alle Kandidatinnen rechtzeitig zur Villa in den Bergen. Regisseur Pascal muss improvisieren. Ein Wanderer übernimmt den Part als Bachelor und das Villapersonal wird als zusätzliche Kandidatinnen engagiert. Aber damit ist eine gelungene Sendung noch nicht garantiert.

Das Stück, welches die Laienbühne Lostorf in diesem Jahr aufführt, stammt aus der Feder von Regisseurin Maya Gmür. Sie hat eine frühe Staffel des Schweizer Bachelors gesehen. «Da wusste ich, ich muss dazu ein Stück schreiben», so die Trimbacherin. Es gehe darum, das Originalformat zu verschaukeln. Beim Schreiben war es ihr wichtig, möglichst unterschiedliche Charaktere zu entwerfen. «Im Theater können diese Unterschiede überspitzt gezeigt werden», erklärt Gmür. Sie legt viel Wert darauf, dass die Spielenden sich selbst in die Rolle einbringen. «Nach der ersten Leseprobe müssen sich alle einen Lebenslauf und Merkmale ihrer Person überlegen», erzählt die Regisseurin. Gerade am Anfang der Probearbeit ist Ausprobieren erwünscht. «Ich finde es wichtig, dass die Rolle zu den Spielenden passt», stellt sie fest.

Bachelor neu dabei

Ob die Rolle wirklich passt, war sich Beat Meyer aus Unterentfelden zuerst nicht sicher. Gmür sah für ihn die Rolle des Wanderers und Bachelors vor. Als sie erklärte, dass es darum gehe, sich über die Fernsehsendung lustig zu machen, sagte er zu. Es ist sein erstes Stück mit der Laienbühne Lostorf. Zuvor hat er während knapp 20 Jahren in verschiedenen Theatervereinen mitgespielt. «Ich wurde hier sehr gut aufgenommen, es ist eine aufgestellte Gruppe», so Meyer. Bei diesem Stück tritt er erst im zweiten Akt auf. «Das finde ich schwierig, weil dann die anderen schon im Spielen drin sind und ich es noch vor mir habe», erzählt er.

Vereinspräsident Marco Brügger spielt die schrille Figur des Regisseurs. «Ich spiele sehr gerne überspitzt», so Brügger. Sein Kostüm aus bunt gemusterten Kleidern und Brille mit pinkem Rahmen verdeutlicht dies. Das diesjährige Stück gefällt ihm sehr gut. «Schon im ersten Akt kommt Stimmung auf.» Es ist das dritte Stück von Gründungsmitglied Gmür, welches die Gruppe aufführt. Eines davon, «De Hahn im Chorb», wurde letztes Jahr mit diversen Anpassungen zum zweiten Mal aufgeführt. Die Besetzung war 15 Jahre zuvor ganz anders. «Bei den Mitgliedern hat sich in dieser Zeit viel getan», erinnert sich Gmür. 11 der 19 Vereinsmitglieder stehen dieses Jahr auf der Bühne, die anderen helfen bei allem, was sonst noch organisiert werden will. «Die Hilfe der Partner und von anderen Externen ist sehr wertvoll», betont Brügger.

Intensive Proben

Die Gruppe probte seit September wöchentlich. Am Wochenende vor der Premiere wurde noch einmal intensiv am Stück gearbeitet. Am Samstag probte die Gruppe von spätnachmittags bis etwa 23 Uhr, am Sonntag den ganzen Tag. Dieses Jahr verliefen die Proben zeitweise etwas harzig, da viele Leute wegen Krankheit, Unfall oder Ferien fehlten. Gmür zeigte sich aber zuversichtlich. Sie selbst spielt an der Seite ihrer Tochter Angela Gmür die Köchin und Hausmutter Klara. Die Gruppe freut sich über neue, insbesondere junge Mitglieder.

Aufführungsdaten: Mittwoch 13. 3., Freitag 15.3. und Samstag 16. 3., jeweils um 20 Uhr in der Dreirosenhalle in Lostorf. Am Samstag zusätzlich mit Festwirtschaft und Tombola.