Verkehr macht Lärm. Wo dieser die gesetzlichen Grenzwerte überschreitet, ist eine Sanierung der Strasse angesagt. Der Bund verpflichtet die Kantone dazu, für ihr Kantonsstrassennetz entsprechende Lärmsanierungsprojekte auszuarbeiten. Beim Kanton Solothurn sind es insgesamt 140.

Zwei Projekte liegen seit Montag in den betreffenden Gemeinden auf: Das eine bezieht sich auf die Haupt- und Stüsslingerstrasse in Lostorf, das andere auf die Haupt-, Oberdorf- und Löchlistrasse in Däniken. Die Pläne können bis zum 2. Oktober eingesehen werden.

2033 als Sanierungshorizont

Den beiden Projektberichten liegt als erweiterter Planungshorizont das Jahr 2033 zugrunde. Ausschlaggebend ist also nicht die aktuelle, sondern die prognostizierte Lärmbelastung im Jahr 2033. Berücksichtigt werden dabei einerseits die Verkehrsentwicklung, andererseits die Alterung des Strassenbelags. Gemessen wird der Verkehrslärm am Ort seiner Einwirkung, also beispielsweise am offenen Schlafzimmerfenster. Das Gesetz kennt zwei Grenzwerte: den Immissionsgrenzwert und den darüber liegenden Alarmwert.

Ersatz der Deckschicht geplant

In Däniken wird der Immissionsgrenzwert gegenwärtig bei 43 Gebäuden überschritten. Ohne Sanierung werden es im Jahr 2033 mutmasslich 48 sein, mit Sanierung noch 36.
Werden die Immissionsgrenzwerte trotz erfolgter Sanierung weiterhin überschritten und sind weitergehende Massnahmen unverhältnismässig, können Ausnahmen – sogenannte Erleichterungen – gewährt werden. In der Gemeinde Däniken liegen für alle betroffenen Gebäude entsprechende Erleichterungsanträge vor.

Als einzige Sanierungsmassnahme empfiehlt das Projekt den Ersatz des heutigen Strassenbelags durch eine lärmarme Deckschicht bis ins Jahr 2023. Lärmschutzmauern oder verkehrsberuhigende Massnahmen sind keine vorgesehen.

Noch fünf Gebäude betroffen

Auch in Lostorf beschränken sich die geplanten Massnahmen auf Belagsarbeiten. Auf der südlichen Hauptstrasse zwischen Dorfeingang und Schmittenbrücke ist die Sanierung des Belags bereits in den Jahren 2015 bis 2017 erfolgt.

Bis 2023 soll nun auch auf der Stüsslingerstrasse auf dem Abschnitt Schmittenbrücke bis Feuerwehrmagazin ein lärmdämmender Belag verbaut werden. Andere Massnahmen wie zum Beispiel eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit erachten die Projektverfasser als nicht zweckmässig und angesichts des geringen Nutzens als nicht verhältnismässig. Lärmschutzwände sind ebenfalls keine geplant.

Dank der Sanierung sollen im Jahr 2033 noch 5 Gebäude von einer Überschreitung der Immissionsgrenzwerte betroffen sein – ohne könnten es bis zu 32 sein. Gegenwärtig werden die Grenzwerte bei 19 Gebäuden nicht eingehalten.

Massnahmen an Gebäuden

Der Alarmwert wird aktuell in Däniken bei drei Liegenschaften erreicht, in Lostorf bei keiner. Wo der Alarmwert trotz erfolgter Sanierung überschritten wird und wo eine Erleichterung gewährt wurde, kann der Kanton dazu verpflichtet werden, Schallschutzmassnahmen an den Gebäuden zu finanzieren. Zu diesen zählt beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern oder Schalldämmlüftern.