Der Oberaargauer Glasbaukonzern Trösch plant, sein Werk in Trimbach zu schliessen. Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Bützberg am Dienstag bekannt gab, sind davon 52 Mitarbeitende betroffen. Ab heute bis zum 26. Januar laufe ein Konsultationsverfahren, wie Firmensprecher Bruno Gygax erklärt.

Die Belegschaft und die Sozialpartner könnten in dieser Phase gemeinsam Vorschläge erarbeiten, um Kündigungen zu vermeiden oder zumindest deren Anzahl zu minimieren.

Diese 18-tägige, im Glas Trösch-Gesamtarbeitsvertrag festgehaltene Konsultationsfrist sei viel zu kurz, kritisiert Hansjörg Schmid, Medienverantwortlicher vom Verband Angestellte Schweiz. Sie genüge nicht, um diesen heiklen Prozess gewissenhaft begleiten zu können. Die Gewerkschaft erwartet, dass die nun angelaufene Konsultationsfrist 30 Tage beträgt, so wie es der Kanton Solothurn vorschlägt.

Jonas Motschi, Chef des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit, bestätigt den Wunsch nach 30 Tagen. Dieser sei aber rechtlich nicht durchsetzbar. Es gebe in der Rechtsprechung nämlich keine konkreten Angaben für die Dauer eines Konsultationsverfahrens. Es heisse in Gerichtsurteilen jeweils, den Umständen entsprechend müsse eine angemessene Frist gewährt werden.

Glas Trösch sei aber bereit, die Dauer des Verfahrens «intern anzuschauen», sagt dazu Firmensprecher Gygax. Falls eine Rettung des Werkes nicht möglich sei, soll die Schliessung bis im Sommer abgeschlossen sein.

Guter Sozialplan gefordert

Hansjörg Schmid vom Verband Angestellte Schweiz zeigt sich betroffen von den Schliessungsplänen für Trimbach: «Das kommt überraschend. Wir fordern deshalb, dass Glas Trösch die soziale Verantwortung für die Folgen dieses Schrittes übernimmt». Beim Verband geht man davon aus, dass das Unternehmen in guten Zeiten vorgesorgt habe und jetzt ein ordentlicher Sozialplan zur Anwendung kommt.

Betroffen seien nicht nur gut qualifizierte Mitarbeitende. Bei rund einem Drittel handle es sich um Angelernte, die es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht hätten. Eine Einschätzung, die Motschi vom Amt für Wirtschaft und Arbeit teilt. Nach Firmenangaben seien von den 52 Betroffenen deren 22 Ungelernte, also ohne Berufslehre. Die Stellensuche sei nicht hoffnungslos, aber schwierig – und zwar für alle, weil auch die Berufsfachkräfte sehr hoch spezialisiert seien.