Das Treffen mit Monika Hunziker und Martin Kloter findet im Erlinsbacher «Hirschen» statt. Erstere ist Präsidentin der Erlinsbacher Kulturkommission, Letzterer zuständig für Drucksachen und die Betreuung der Homepage.

Bei einer Stange Bier erzählen sie von ihrer Tätigkeit in der Gemeinde. «Die Kulturkommission organisiert jedes Jahr acht bis zehn Anlässe», berichtet Monika Hunziker und ergänzt: «Das Ziel dabei ist es, für alle Bevölkerungsschichten etwas anzubieten.» Quasi zum Pflichtprogramm gehören eine Lesung, eine Veranstaltung für Kinder, ein Anlass mit einem namhaften Gast und je ein Jazz-, Folk- und Volksmusik-Konzert. Die Kommission agiert kantonsübergreifend, die Anlässe werden für die Bevölkerung beider Erlinsbach organisiert. «Die meisten Events finden allerdings auf Aargauer Boden statt», bemerkt Martin Kloter. Damit meint er die Kretzhalle, die für grosse Anlässe genutzt wird, und die alte Trotte, die kleineren Veranstaltungen mit bis zu 60 Leuten Platz bietet.

Klassische Musik zieht nicht

Welche Anlässe die Zuschauer anziehen und bei welchen die Leute eher zu Hause bleiben, wissen die beiden mittlerweile recht gut. Martin Kloter ist seit 2005, Monika Hunziker seit 2006 mit von der Partie. Somit sind sie die beiden Dienstältesten der Kommission, die insgesamt acht Mitglieder umfasst. «Es gibt zwei Erfolgsrezepte für einen gelungenen Anlass: einen grossen Namen oder ein regional bekannter Künstler», weiss Martin Kloter. Die KuKo durfte schon Komiker Fabian Unteregger oder Autor Franz Hohler bei sich begrüssen. Klassik-Konzerte, so musste die KuKo feststellen, ziehen die Leute hingegen nicht mehr an. Auch würden sie mit ihrem Programm nicht alle Generationen erreichen: «Gerade Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 sind selten im Publikum anzutreffen», sagt Kloter.

Neben dem Künstler ist auch der Zeitpunkt der Veranstaltung essenziell für deren Erfolg. «An schönen Sommerabenden wollen die Leute lieber im Garten grillieren», weiss Martin Kloter. Es gibt eine Ausnahme: das Open-Air-Konzert auf dem Breitehof im August. Heuer findet es mit einer Band statt, die Balkan- und Gypsymusik nach Erlinsbach bringt und sich Sebass nennt.

Stetiger Zuschauerzuwachs

Die Kommission finanziert sich durch den Ticketverkauf, und seit 2017 erhalten sie vom Aargauer Kuratorium einen finanziellen Zustupf. Hauptsächlich wird sie aber von den Gemeinden Erlinsbach AG und SO getragen. «Sie geben uns eine Defizitgarantie», erläutert die Präsidentin und fügt an: «Wir schätzen die Unterstützung der Gemeinden sehr und erhalten auch stets ein positives Feedback für unsere Arbeit.»

Auch in den beiden Gemeinden spürt die Kommission laut ihrer Präsidentin einen starken Rückhalt. Kollege Kloter pflichtet ihr bei: «In den letzten Jahren konnten wir einen stetigen Zuschauerzuwachs verzeichnen.» Das Ziel der Kulturkommission Erlinsbach ist denn auch nicht der Gewinn, sondern ein ausgewogenes Programm. Monika Hunziker schätzt an ihrer Tätigkeit vor allem den Kontakt mit der Bevölkerung und den Künstlern. Martin Kloter bezeichnet das Konzert mit dem Erlinsbacher Bluesmusiker Pascal Geiser als eines der Highlights in den vergangenen Jahren.

«Da stürmten uns die Leute die Bude ein, wir hatten zu wenig Getränke und mussten um zehn Uhr abends am Bahnhof in Aarau noch welche besorgen», erinnert er sich und schmunzelt. Der nächste schweizweit bekannte Gast, der auf Einladung der Kommission nach Erlinsbach kommt, ist Comedian Claudio Zuccolini. Er tritt Mitte September in der Kretzhalle auf.