Fussball
Krisengipfel der 3. Liga auf dem Bühl

Die Kellerkinder Däniken-Gretzenbach und Wolfwil treffen sich am Donnerstag zum Abstiegskampf (20 Uhr).

Raphael Wermelinger
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Mit 2:2 trennten sich Wolfwil und Däniken-Gretzenbach zum Saisonstart. Heute kommts zum Rückspiel, diesmal in Däniken. Bruno Kissling

Mit 2:2 trennten sich Wolfwil und Däniken-Gretzenbach zum Saisonstart. Heute kommts zum Rückspiel, diesmal in Däniken. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Halbzeit in der 3. Liga: Nach der Vorrunde liegen mit dem FC Klus/Balsthal und dem FC Riedholz die beiden Favoriten auf den Spitzenplätzen. Die beiden Klubs sind auf dem besten Weg, die Aufstiegsspiele für die 2. Liga zu erreichen. Für den Tabellenführer Klus/Balsthal wäre dies die dritte Teilnahme an den Aufstiegsspielen innert vier Jahren, während Riedholz den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga anstrebt.

Das Überraschungsteam der Vorrunde heisst FC Oensingen. Der Aufsteiger liegt nach elf Spielen auf Platz drei. Die negative Überraschung ist der FC Däniken-Gretzenbach. 2011 stiegen die Niederämter aus der 2. Liga ab und strebten danach die Rückkehr in die Rückkehr in die höchste Regionalliga an. In den letzten fünf Saisons stand der FCDG am Ende stets in den Top 5 der 3. Liga, die beste Klassierung war der dritte Schlussrang 2012/13.

Die vergangene Spielzeit beendete Däniken-Gretzenbach auf dem vierten Platz. Doch jetzt kämpft der Klub gegen den Fall in die Niederungen der 4. Liga.Däniken-Gretzenbach landete in den bisherigen elf Partien nur einen Sieg: 5:0 gegen den Türkischen FC Olten. Dazu gabs drei Unentschieden für das Team von Trainer Daniele Camizzi.

Erst sechs Punkte hat der FCDG auf dem Konto, nur Wolfwil mit vier Zählern ist noch schlechter dran. Eines der beiden Kellerkinder wird mit grösster Wahrscheinlichkeit absteigen, denn momentan ist nur ein Klub in Sichtweite: Der SC Flumenthal, der mit neun Punkten direkt über dem Strich klassiert ist. Auf den neuntplatzierten FC Wangen a. d. A. beträgt Däniken-Gretzenbachs Rückstand bereits neun Punkte.

(Zu) viele Abgänge

FCDG-Assistenztrainer Benjamin Huber nennt die vielen Abgänge im Sommer als Hauptgrund für den Fall in die untere Tabellenhälfte. Mit Benjamin Strebel, Ivan Suarez und Matteo Riso verlor Däniken-Gretzenbach drei Stammverteidiger, Goalie Behar Azemi und der letztjährige Topskorer Fabio Schiavone sind ebenfalls weg. Wie auch die zwei Mittelfeldspieler Alessandro Mirarchi und Tugan Tugay.

«Wir wussten von Anfang an, dass wir in der Vorrunde ein sehr schmales Kader haben werden und deshalb sicher nicht vorne mitspielen können», sagt denn auch Huber, fügt aber sofort an: «Dass es so krass aussieht zur Halbzeit, hätten wir dann doch nicht erwartet.» Der 26-Jährige rechnet fest damit, dass sein Klub bis zum Saisonende in den Abstiegskampf verwickelt sein wird.

Zuversichtlich zeigte er sich dafür hinsichtlich des heutigen Abstiegsgipfels gegen Wolfwil: «Unsere letzten Auftritte machen mir Mut.» Nach dem ersten Vollerfolg gegen den Türkischen FC Olten musste sich der FCDG dem Leader Klus/Balsthal nur knapp mit 2:3 beugen, und am letzten Samstag holten die Däniker auswärts in Egerkingen einen Punkt.

«Wenn wir jetzt noch Wolfwil schlagen, dann ist das Jahr 2016 doch noch einigermassen gerettet», weiss Huber um die Brisanz des heutigen Kellerduells. «Es ist der wichtigste Match der Saison. Wer verliert, hat ganz schlechte Karten im Abstiegskampf.» Welche zwei Vereine Ende Saison tatsächlich absteigen werden, interessiere ihn nicht. «Wir sicher nicht», ist er überzeugt.

Seit sieben Spielen ohne Punkt

Dass der FC Wolfwil diese Saison in der hinteren Tabellenregion anzutreffen sein wird, konnte man erwarten. Für die Wölfe ist es nach dem Aufstieg im Sommer 2015 erst die zweite Saison in der 3. Liga. Nachdem der FC Wolfwil in der letzten Saison noch zwei Klubs hinter sich lassen konnte, liegt er jetzt am Tabellenende. Ein Unentschieden zum Saisonstart im ersten Duell mit Däniken-Gretzenbach sowie ein 2:0-Sieg gegen Wangen an der Aare, mehr gabs für Marcel Bargetzis Elf bis jetzt nicht zu holen.

Zuletzt verlor Wolfwil sieben Mal in Serie. Drei, vier Langzeitverletzte und diverse Ferienabwesenheiten verhinderten laut Bargetzi einen besseren Saisonverlauf: «Wenn die Spieler da sind, gibts nichts zu bemängeln, der Einsatz stimmt absolut. Im Oktober fehlten aber insgesamt neun Spieler wegen Ferien.» Er musste sogar auf Senioren zurückgreifen, um ein komplettes Team aufs Feld zu bringen. Heute habe er seit langer Zeit wieder einmal 15, 16 Spieler zur Verfügung.

Nicht nur das stimmt ihn zuversichtlich: «Wir waren in den letzten Spielen nie das schlechtere Team, doch wir machten zu viele einfache Fehler, die sofort bestraft wurden. Das müssen wir heute verhindern. Denn es zählt nur der Sieg» Dass den Wölfen zuletzt gegen den Leader Klus/Balsthal fünf Tore gelangen, sei ebenfalls ein gutes Zeichen. Bargetzi wollte keine Prognose abgeben, welche zwei Klubs in den sauren Apfel beissen müssen. Nur so viel: «Wir gehören sicher nicht zu den schlechtesten zwei Teams der Liga.»