Kirchgemeinderat Schönenwerd-Niedergösgen

Kostenfaktor Kirchenunterhalt

Der christkatholische Kirchgemeinderat Schönenwerd-Niedergösgen (v. l.): Pfarrer Adrian Suter, Elisabeth Obi, Erika Schranz, Kirchgemeindepräsidentin Silvia Meier, Christian Meier und Verwalter Andreas Faessli. Nicht auf dem Bild sind Dominik Kiefer, Hans Jörg Schilliger und Kirchgemeindeschreiberin Melanie Moll.

Der christkatholische Kirchgemeinderat Schönenwerd-Niedergösgen (v. l.): Pfarrer Adrian Suter, Elisabeth Obi, Erika Schranz, Kirchgemeindepräsidentin Silvia Meier, Christian Meier und Verwalter Andreas Faessli. Nicht auf dem Bild sind Dominik Kiefer, Hans Jörg Schilliger und Kirchgemeindeschreiberin Melanie Moll.

Der neu besetzte christkatholische Kirchgemeinderat Schönenwerd-Niedergösgen befasste sich an seiner konstituierenden Sitzung mit der Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für die Stiftskirche.

An der konstituierenden Sitzung des Kirchgemeinderates der christkatholischen Kirchgemeinde Schönenwerd-Niedergösgen vom 31. August vereidigte die neu gewählte Präsidentin Silvia Meier die Mitglieder der Behörde.

Auf die zwei bisherigen und drei neuen Ratsmitglieder warten wichtige Aufgaben, unter anderem im Zusammenhang mit der Stiftskirche Schönenwerd, die von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde mitbenutzt wird.

«Es war nicht leicht, neue Mitglieder für den Kirchgemeinderat zu finden», sagt Elisabeth Obi, die alte und neue Vizepräsidentin, welche für die Kandidatensuche verantwortlich war. «Doch schliesslich fanden sich Köpfe, denen es wichtig ist, das Leben der Kirchgemeinde weiter zu tragen.»

Die christkatholische Kirchgemeinde umfasst 170 Gemeindeglieder in elf politischen Gemeinden des Niederamtes. Sie unterhält zwei Kirchen, die frühromanische Stiftskirche St. Leodegar in Schönenwerd und die Kirche St. Anton in Niedergösgen. Mittelpunkt des Gemeindelebens und Sitz des 60-Prozent-Pfarramts ist Schönenwerd.

Unterhalt übersteigt die Mittel

Beide Kirchengebäude werden auch von anderen Kirchgemeinden genutzt: In der Stiftskirche Schönenwerd, welche der älteste noch bestehende Sakralbau des Kantons Solothurn ist, finden seit mehr als hundert Jahren regelmässig evangelisch-reformierte Gottesdienste statt, früher fast jeden Sonntag, heute noch ein-bis zweimal im Monat.

In Niedergösgen geniessen die serbisch-orthodoxe und die syrisch-orthodoxe Gemeinde Gastrecht in der christkatholischen Kirche. «Die Stiftskirche hätten wir schon bisher nicht ohne die Reformierten unterhalten können», sagt Kirchgemeindepräsidentin Silvia Meier. «Ohnehin übersteigt der Unterhalt alter und kulturhistorisch wertvoller Gebäude wie die Stiftskirche heute die finanziellen Möglichkeiten der Kirchgemeinden. Dies zeigte schon die Sanierung der Turmfassade vor zwei Jahren, die nur dank staatlicher Beiträge und grosszügiger Spenden aus der Bevölkerung und dem lokalen Gewerbe möglich war.»

Konzerte in der Kirche?

Aus diesem Grund steht kurz nach der konstituierenden Sitzung des Kirchgemeinderates bereits eine weitere, ausserordentliche Sitzung an: Mitte September trifft sich der Rat zu einer Aussprache mit einer Arbeitsgruppe, welche verschiedene Szenarien für die mittel- und langfristige Zukunft der Stiftkirche prüft.

Als nächster Schritt ist eine Bausubstanzanalyse vorgesehen. «Die Stiftskirche ist im Moment in einem guten Zustand, doch müssen wir abklären, welche Sanierungsmassnahmen mittel- und langfristig notwendig sind», so Bauverwalter Dominik Kiefer. Bei all diesen Überlegungen ist dem Kirchgemeinderat wichtig, dass die Stiftskirche als Gotteshaus erhalten bleibt, für Sonntagsgottesdienste, Hochzeiten und Beerdigungen. Die Kirchgemeinde ist aber auch für andere Arten der Nutzung offen, für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen.

Zusammenarbeit intensivieren

Die christkatholische Kirche hat zwar in städtischen Gebieten stabile oder leicht wachsende Mitgliederzahlen, doch in den Dörfern ist die Tendenz sinkend. Das Hauptproblem sind nicht Kirchenaustritte, sondern die Überalterung: In der Kirchgemeinde Schönenwerd-Niedergösgen sind ungefähr ein Drittel der Gemeindeglieder im Rentenalter. Bei den Kindern und Jugendlichen fehlen einzelne Jahrgänge.

Beim Religionsunterricht wurden deshalb neue Wege gesucht: Christkatholische Jugendliche nehmen am ökumenischen Unterricht in ihrem jeweiligen Dorf teil und treffen sich einmal pro Monat am Samstagmorgen zusammen mit den Unterrichtskindern der christkatholischen Nachbargemeinde Aarau zum Blockunterricht. «Die Geistlichen in der Region Aarau-Olten arbeiten gut zusammen», so Kirchgemeindepräsidentin Silvia Meier, «das wollen wir in Zukunft intensivieren.»

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