Lostorf

Knapp 6 Millionen für Schulhaussanierung: Ende März wird über den Kredit abgestimmt

Das Schulhaus 1912 soll ein Jahr lang umfassend saniert werden. In dieser Zeit werden die Schüler anderswo unterrichtet.

Das Schulhaus 1912 soll ein Jahr lang umfassend saniert werden. In dieser Zeit werden die Schüler anderswo unterrichtet.

In Lostorf soll das Schulhaus 1912 für 5,775 Millionen umgebaut werden – die Stimmbürger entscheiden Ende März über den Kredit.

Lostorf will das Schulhaus 1912, das aus demselben Jahr stammt, für 5,775 Millionen Franken sanieren. Dies hat der Gemeinderat an seiner ersten Sitzung im neuen Jahr beschlossen, wie die Gemeinde mitteilt. Mit dem Umbauprojekt werden zwei Hauptziele verfolgt: Zum einen werden die Räumlichkeiten an den heutigen Schulbedarf gemäss Lehrplan 21 angepasst. Zum anderen wird die ins Alter gekommenen Bausubstanz instandgestellt, um den Betrieb für weitere 40 bis 50 Jahre zu ermöglichen. Der Beginn der Sanierung wäre frühestens im Juli 2021 möglich, der Bezug des umgebauten Schulhauses ein Jahr später im Juli 2022. «Dies allerdings nur, wenn alles nach Plan läuft», sagt Gemeindeschreiber Markus von Däniken auf Anfrage.

Während der Umbauarbeiten wird das Schulhaus für den Unterricht, Proben von Vereinen und Anlässen nicht zur Verfügung stehen. Die Schülerinnen und Schüler werden in Containern im Bereich des Sportplatzes, im Pavillon und im alten Gemeinderatszimmer in der Dreirosenhalle unterrichtet. Der Pavillon kann während der Umbauzeit von Dritten mit Ausnahme der Spielgruppe und den bisherigen Betreuungsangeboten der Interessengemeinschaft Eltern und Erzieher Lostorf nicht belegt werden.
Das Umbauprojekt basiert auf der mehr als zehnjährigen Vorarbeit der Schulraumplanungsgruppe und auf dem vom Gemeinderat verabschiedeten Konzept zur Schulraumplanung. Zudem stützt es sich auf die Resultate der im Sommer 2019 veranlassten Sondierungen. Ursprünglich ging der Gemeinderat bis zu diesem Zeitpunkt noch von Kosten von rund 3 Millionen Franken aus. Bauverwalter Heinz Marti relativiert allerdings: «Dieser Wert wurde bei der Ausschreibung für die Planer eingesetzt, damit deren Offerten verglichen werden konnten.» Der Kostenumfang sei damals noch nicht klar gewesen. Nach weiteren Abklärungen und bei der Bearbeitung des Vorprojektes hat die Arbeitsgruppe entschieden, die ursprünglich in den nächsten Jahren geplanten Sanierungen wie etwa den Fensterersatz, die Erneuerung der gesamten Haustechnik oder den Lift auch ins Projekt zu integrieren.

Wegen der höheren Kosten musste der Gemeinderat auch den Kredit fürs Vorprojekt erhöhen. Vergangenen Juni genehmigte dieser noch einen Vorprojektkredit in Höhe von 98 000 Franken. Da mit den höheren Sanierungskosten auch die honorarberechtigte Bausumme steigt, ergeben sich für das Vorprojekt Mehrkosten in Höhe von 17 400 Franken. Weil der Kredit damit auf über 100 000 Franken ansteigt, muss dieses Geschäft der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, den Nachtragskredit von 15 400 Franken nicht als dringlich zu erklären und nicht in eigener Regie zu genehmigen. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 25. März werden die Lostorferinnen und Lostorfer damit über den Sanierungskredit in Höhe von 5,775 Millionen Franken entscheiden. Ebenfalls vorgelegt wird dem Souverän der Nachtragskredit in Höhe von 15 400 Franken für das Vorprojekt.

Was ist im Umbauprojekt alles enthalten?

Das Umbauprojekt umfasst die Totalsanierung des Schulhauses 1912 mit diversen räumlichen Anpassungen, um die Anforderungen an den aktuellen und künftigen Schulunterricht zu erfüllen. Die Neuerungen umfassen die Ergänzung der Unterrichtsräume mit Gruppenräumen, die Reduktion der Unterrichtsräume pro Stockwerk, den Ausbau des Dachstockes mit Unterrichtsräumen und einer Mediathek – die Wohnung des Schulhausabwartes wird aufgelöst –, die Umplatzierung der Schulküche ins Untergeschoss und des Lehrerzimmers in die jetzige Schulküche. Im Baukredit enthalten ist auch die Informations- und Kommunikationstechnik-Infrastruktur und das Schulmobiliar. Ausserdem werden die Hartbeläge rund um das Schulhaus erneuert. Weit mehr als die Hälfte der Gesamtkosten betreffen die notwendigen Sanierungsmassnahmen wie die Erneuerung der Kanalisation, der Ersatz aller Fenster, Türen und Böden. Auch die Sanitär- und Elektroinstallationen werden neu gemacht. Nicht zuletzt werden die Risse an der Gebäudefassade saniert und die Fassade insgesamt neu gestrichen. Beim Dach hingegen sind nur punktuelle Eingriffe geplant, weil dieses bereits um das Jahr 2000 erneuert wurde.

Die Sanierung ist erforderlich, weil einerseits die Bausubstanz und Heizverteilung in schlechtem Zustand sind und anderseits aus sicherheits- und gesundheitsrelevanten Aspekten: Asbest muss entfernt, der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden. Weitere bauliche Massnahmen sind nötig für den hindernisfreien Zugang, etwa der Einbau eines Liftes. «Die hohen Kosten für die Sanierung werden sich in den Folgejahren zu einem erheblichen Teil kompensieren, weil hohe und steigende Unterhaltskosten wegfallen», heisst es in der Mitteilung. Auch ohne Umbau wären in den nächsten Jahren hohe Kosten angefallen, welche separat budgetiert hätten werden müssen, hält die Gemeinde fest.

Weiter wird die baufällige Garage auf dem Pausenplatz entfernt. Stattdessen entsteht dort, wo der heutige Parkplatz ist, ein kombinierter Pavillon mit Veloständer und Geräteraum. Verkehr und Aufenthaltsraum sollen so entflochten werden. Damit entfallen die Parkmöglichkeiten direkt vor dem Schulhaus. Der Platz unter den Linden behält seine vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten bei Anlässen ausserhalb des Schulbetriebs. Es liegt auch eine Option für die Erstellung eines neuen Parkplatzes weiter östlich des Schulhaus 1912 mit einer Grobkostenschätzung vor. (mgt/fmu)

Hinweis
Am Mittwoch, 11. März, um 19.30 Uhr, ist in der Aula des Schulhauses 1912 eine Informationsveranstaltung vorgesehen.

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