Walterswil

Keine Einsprache gegen Planungszone: Die Erotik-Bar ist fürs erste vom Tisch

Baugesuch für Erotik-Bar auf Eis: Sonne-Bar in Walterswil.

Baugesuch für Erotik-Bar auf Eis: Sonne-Bar in Walterswil.

Gegen die Errichtung einer Planungszone im Dorfkern von Walterswil wurden keine Einsprachen erhoben – Aufatmen ist angesagt. Damit wird die Erotik-Bar in den nächsten Jahren nicht verwirklicht werden können.

Am Mittwochmorgen, nachdem der Pöstler die Briefe und Pakete auf der Gemeindeverwaltung abgeladen hatte, stand es fest: Gegen die Errichtung einer Planungszone im Walterswiler Dorfkern wurden keine Einsprachen erhoben. Somit hat weder der Liegenschaftseigentümer der ehemaligen Sonne-Bar, Gianfranco Masetta, noch der Bauherr, Zvonko Petrovic, eine rechtliche Grundlage, um das Bauvorhaben für die Erotik-Bar noch durchzusetzen. Die Gegner der Erotik-Bar dürfen aufatmen: Denn dies wiederum bedeutet, dass die ehemalige Sonne-Bar in den nächsten drei Jahren nicht zu einer Erotik-Bar umfunktioniert werden kann.

Auch der damit verbundenen Zimmervermietung ist damit der Riegel vorgeschoben. Denn: Das Solothurner Planungs- und Baugesetz besagt, dass eine Planungszone für drei bis maximal fünf Jahre verfügt werden darf und dass in dieser Zeitspanne «keine baulichen Veränderungen oder sonstigen Vorkehrungen getroffen werden dürfen, die der laufenden Planung widersprechen». Neben der vormaligen Sonne-Bar gehören mit dem ehemaligen Dorf-Laden und einem Vorplatz mit Parkplatz und Grünfläche noch drei weitere Parzellen in die Planungszone.

Die Walterswiler Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm-Merz gibt sich erleichtert: «Wenn es Einsprachen gegeben hätte, hätte der Gemeinderat diese behandelt. Nun ist nichts eingetroffen und wir nehmen dies so zur Kenntnis.» Das Baugesuch, welches im Februar eingereicht wurde, ist nun sistiert und muss nicht behandelt werden. Bereits seit der Verfügung der Planungszone Mitte Februar gilt dies für die sieben Einsprachen, die nach der Publikation des Baugesuches von der Gemeinde, der Kirchgemeinde und von diversen Anwohnern eingereicht wurden.

Zu diesem Zeitpunkt bestätigte Marie-Louise Wilhelm-Merz gegenüber dieser Zeitung, dass auch ein Kauf der Liegenschaft an der Rothackerstrasse in Erwägung gezogen wird. Dieses Vorhaben ist nach wie vor hängig und müsste allenfalls an einer Gemeindeversammlung zur Abstimmung gebracht werden.

Und jetzt: Ortsplanungsrevision

Gänzlich vom Tisch ist die Akte «Erotik-Bar Walterswil» indes noch nicht. In den nächsten drei Jahren kann an der Liegenschaft an der Rothackerstrasse zwar nichts verändert werden, doch nun ist der Gemeinderat gefordert, die mit der Planungszone verbundene Ortsplanungsrevision anzugehen. «Wir sind dran», erklärt die Walterswiler Gemeindepräsidentin. «Aber so eine Revision braucht ihre Zeit.»

Im Zuge dieser seit längerem nötigen Revision wird der ganze Zonenplan der 700-Seelen-Gemeinde überarbeitet, und bei Bedarf werden die Zonenvorschriften angepasst. Um die Ortsplanungsrevision umzusetzen, hat der Walterswiler Gemeinderat nun drei Jahre Zeit. Wenn das Baugesuch für die Erotik-Bar bis dahin noch nicht zurückgezogen wurde, wird er dies zu diesem Zeitpunkt erneut behandeln müssen.

Bauherr Zvonko Petrovic konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

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