Gretzenbach

Kaum Widerstand gegen geplante Mobilfunkantenne

Mit Salt möchte ein dritter Mobilfunkanbieter in Gretzenbach eine Antenne aufstellen. (Symbolbild)

Mit Salt möchte ein dritter Mobilfunkanbieter in Gretzenbach eine Antenne aufstellen. (Symbolbild)

Der Mobilfunkanbieter Salt will in Gretzenbach eine Antenne aufstellen. Das Projekt im Cheibenacker stösst auf wenig Gegenwind: Nur eine Einsprache ist eingegangen.

Nach Sunrise und Swisscom möchte nun offenbar auch Salt eine Mobilfunkanlage in Gretzenbach betreiben. Salt hat hierfür bereits vor rund einem Jahr ein entsprechendes Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht. Die Bauausschreibung erfolgte anfangs Februar. Die Einsprachefrist ist unterdessen abgelaufen. Gegen die Erstellung der neuen Mobilfunkanlage ist nur eine einzige Einsprache eingegangen.

Wie Hansjörg Merz, Präsident der Baukommission der Gemeinde Gretzenbach, auf Anfrage mitteilt, handelt es sich hierbei um eine Einsprache genereller Natur: Sie richtet sich gegen das Bauvorhaben, weil die allgemeine Strahlenbelastung in der Schweiz bereits sehr hoch sei. Die Person, die die Einsprache eingereicht hat, ist allerdings kein direkter Nachbar der betroffenen Parzelle.

Die neue Mobilfunkanlage soll im Cheibenacker an der Oltnerstrasse beim Kreisel, gegenüber dem Lidl, errichtet werden. In Gretzenbach werden bereits zwei Mobilfunkanlagen betrieben: die eine an der Oltnerstrasse im Bodenacker, die andere an der Schachenstrasse.

Von Gestaltungsplan abhängig

Ob der Neubau bewilligt wird, hängt gemäss Merz unter anderem davon ab, wie der neue Gestaltungsplan Cheibenacker ausfallen wird, dessen Ausarbeitung schon seit längerem im Gang ist.

Sollte die Baukommission das Gesuch bewilligen und wird auf den Weiterzug der Einsprache verzichtet, könnte im Sommer mit dem Bau begonnen werden. Mit dem Entscheid der Baukommission ist Ende Monat zu rechnen.

Ausbau der Kapazität

Gretzenbach ist nicht die einzige Gemeinde, auf deren Gebiet eine neue Mobilfunkanlage erstellt wird. Allein in den letzten zehn Jahren wurden im Kanton Solothurn über 60 neue Anlagen errichtet. Der Grund liegt unter anderem in der mobilen Internetnutzung und dem rasanten Wachstum des mobilen Datenverkehrs.

Da die Übertragung immer grösserer Datenmengen langsam an seine Grenzen stösst, braucht es einen Ausbau der Kapazität des Mobilfunknetzes. Nun lässt sich die Kapazität einerseits durch die Verdichtung des Netzes, also durch den Neubau von Anlagen, erweitern.

Andererseits können bestehende Anlagen ausgebaut werden, indem effizientere Technologien (z.B. 5G) oder zusätzliche Frequenzen genutzt werden. Letzteres führt zu einer Erhöhung der Sendeleistung, die allerdings beschränkt wird durch gesetzlich definierte Strahlungsgrenzwerte. Aus diesem Grund fordern insbesondere die Mobilfunknetzbetreiber eine Lockerung der Grenzwerte.

Das Schweizer Parlament wird in der laufenden Session erneut über eine Motion beraten, die eine Anpassung der Vorschriften für den Strahlenschutz fordert. Eine ähnlich gelagerte Motion ist vor zwei Jahren noch am Widerstand des Ständerats gescheitert.

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