Im Jahr 1889 wurde in Dulliken eine Entscheidung gefällt, die bis heute das Gemeinschaftsleben in der Gemeinde prägt. Dieses Jahr war die Geburtsstunde des katholischen Frauenvereins Dulliken. Was vor 130 Jahren zum Zweck der Anschaffung von Kirchengegenständen begann, hat sich zu einem Verein, der sich fürs Wohl der Gemeinschaft einsetzt, weiterentwickelt. Heute bietet der Fraunverein einen Mittagstisch für Senioren an, führt gemeinsam mit dem reformierten Frauenverein ökumenische Grillabende durch und organisiert Spielnachmittage sowie Aktivitäten für Eltern und Kinder.

Die Angebote wie die Mitgliedschaft sind dabei für jeden zugänglich. Anders als früher steht die Mitgliedschaft nun nicht mehr nur Frauen katholischen Glaubens offen. «Diese Ausrichtung passt nicht mehr in unsere heutige Zeit», sagt die Vereinspräsidentin Christa Niederöst. «Wir begrüssen bei uns Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder Konfession. Schliesslich stehe im Fokus der Vereinsarbeit der Gedanke der Nächstenliebe. Es gehe darum, den Menschen Wertschätzung und Aufmerksamkeit zu schenken, um so den Austausch und das Gemeinschaftsgefühl zu fördern. «Wir sind ein sehr sozialer Verein», betont Niederöst. «Unsere Angebote sollen den Menschen eine Abwechslung in ihren Alltag bringen.» Dabei werde versucht, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, und auf individuelle Schicksale einzugehen.

Suche nach frischem Wind

Heute liegt die Mitgliederzahl bei 82 Frauen. Damit hat der Frauenverein einen Rückgang von beinahe 40 Mitgliedern während der vergangenen fünf Jahre zu verzeichnen. Dass der Verein in Dulliken mit seinen Mitgliederzahlen nicht alleine dasteht, wird deutlich, wenn man den Blick in die umliegenden Gemeinden schwenkt. Aufgrund zu tiefer Mitgliederzahlen musste etwa der katholische Frauenverein in Däniken 2017 und jener in Walterswil 2014 sein Engagement einstellen.Damit dieses Schicksal dem Verein in Dulliken erspart bleibt, kämpft die Vereinspräsidentin an unterschiedlichen Fronten.

Dabei sei Mitgliederwerbung das zentrale Thema. Mit Flyern, Website-Präsenz und Direktansprachen versucht Niederöst, insbesondere jüngere Frauen ins Boot zu holen. «Ein Erfolgserlebnis war die Gründung der ElKi-Gruppe 2015, die Aktivitäten für Eltern und Kinder organisiert und von fünf jüngeren, engagierten und gut vernetzten Frauen geleitet wird.» Damit gelang es, ein Angebot zu schaffen, das ein jüngeres Publikum anspricht. Nun hofft Niederöst, dass sich über dieses Angebot vermehrt junge Frauen für den Verein finden lassen.

Drei Viertel über 75-jährig

Denn es sei eine Tatsache, dass rund drei Viertel der Mitglieder bereits über 75-jährig sind und jüngere Frauen kaum nachrücken. Die Mehrheit der Mitglieder ist seit mehreren Jahrzehnten im Verein und Austritte seien vor allem dem Ableben von Mitgliedern geschuldet. «Die Folgen dieser Entwicklung sind absehbar», sagt Niederöst. Neue Mitglieder sind folglich nicht nur gewünscht, sondern überlebenswichtig.