Winznau
Junger Stadtdoktor – eigensinnige Bauern

Im neusten Stück der Theatergruppe Winznau treffen Welten aufeinander.

Gabriela Strähl
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Attraktiv an der Arztpraxis ist für die Dörfler die Besenwirtschaft von Praxishilfe Maria (Szene aus einer Probe).

Attraktiv an der Arztpraxis ist für die Dörfler die Besenwirtschaft von Praxishilfe Maria (Szene aus einer Probe).

Remo Fröhlicher

Ab Mittwoch geht der Vorhang wieder auf für die Theatergruppe Winznau. «Dokter sött me si» – so der Titel des Stücks, das die 20-köpfige Gruppe unter der Regie von Paolo Grazioli dieses Jahr auf die Bühne bringt.

Im Lustspiel von Annelies Lischer zieht der junge Arzt Wolfgang aufs Land, um dort eine Praxis fern vom Einfluss seiner Eltern zu eröffnen und die Frau seiner Träume zu heiraten, nämlich Maximiliane Leonore Gräfin von Hohenfels. Weil die etwas eigensinnigen Leute vom Land lieber zum «Chrüteranni» gehen als zum Doktor, brauchen sie den neuen Arzt und die hochnäsige Verlobte eigentlich nicht.

Viel lieber besuchen sie die Praxis, um ein Bier zu trinken und die neusten Ereignisse zu besprechen, betreibt doch Praxishilfe Maria nebenbei eine Besenwirtschaft. Wolfgangs Verlobte will jedoch dafür sorgen, dass mehr Patienten zum Doktor kommen und somit mehr Geld fliesst. Konflikte sind also vorbestimmt.

«Doktor sött me si» Aufführungsdaten

- Mittwoch, 16. November,

- Freitag, 18. November,

- Samstag, 19. November,
je 20 Uhr;

- Sonntag, 20. November, 15 Uhr.

Vorverkauf wochentags von 11 bis 13 Uhr und 18 bis 19 Uhr bei Isabella Studer, Telefon 079 855 79 85. Abendkasse ab 19 beziehungsweise 14 Uhr.

Spieler haben viel Freiraum

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Premiere auf Hochtouren. Seit Samstag stehen die Requisiten bereit, mit welchen am Sonntag erstmals intensiv geprobt wurde. «Die Planung für das neue Stück begann eigentlich schon im Dezember, als wir bei den Spielern anfragten, wer mitmachen möchte», so Regisseur Grazioli.

Entsprechend suchte er dann eine Auswahl an Stücken aus, die er der dreiköpfigen Stückwahlkommission vorschlug. Ende Mai fanden die ersten Leseproben mit den Spielern statt. Seither probten die zehn Spieler zweimal wöchentlich. Wort für Wort aus dem Skript wird aber nicht übernommen. «Mein Ziel als Regisseur ist es, den Spielern möglichst viel Freiraum zu lassen, damit sie sich selbst einbringen können», so Grazioli. «Sie dürfen auch mal reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.»

Theater spielen – ein zeitintensives Hobby. «Der Aufwand ist gross, aber es macht viel Freude», so Patrik Rohrer, der dieses Jahr neu zur Theatergruppe stiess und die Rolle des Arztes spielt. Er erlebt den Prozess von den ersten Leseproben bis zur Aufführung zum ersten Mal mit. «Am Anfang konnte ich mir noch nichts Konkretes vorstellen. Doch es kamen immer mehr Szenen und Details neu dazu», stellt der Obergösger fest.

Myrta Meister, seit rund acht Jahren Mitglied und mittlerweile Präsidentin der Theatergruppe, stimmt ihm zu. «Das erste Mal mitspielen ist etwas Spezielles. Wenn man mehrmals dabei ist, ist es viel einfacher sich beim Lesen der Texte schon vorzustellen, wie man die Szenen mal spielen wird.»

Was sich zumindest bei Myrta Meister mit den Jahren nicht geändert hat, ist das Lampenfieber: «Ein bisschen nervös bin ich kurz vor der Premiere dann schon», lacht die Präsidentin.

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