Obergösgens Gemeindepräsident Peter Frei konnte am Montagabend 51 Stimmberechtigte zur Rechnungsgemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle willkommen heissen. Kerntraktandum nebst der Verwaltungsrechnung 2018 war die definitive Einführung der Offenen Jugendarbeit zusammen mit Lostorf (Ojalo). Diese war ab Januar 2017 als Pilotprojekt in Angriff genommen worden. Sie beinhaltete unter anderem die Organisation von Spielnachmittagen sowie weiteren Projekten und Veranstaltungen wie Street Soccer-Turnieren, Ferienpass-Veranstaltungen, Girls & Boys-Days sowie Pausenplatzaktionen. Auch die mobilen Jugendräume sowie der Jugendraum in der Unterkirche werden regelmässig genutzt. «Wir konnten inzwischen zu über 120 Jugendlichen aus Obergösgen Kontakt aufbauen», so Arjan van Gils, Präsident der Jugendkommission.

Der Antrag des Gemeinderates, die Offene Jugendarbeit per 1. Januar 2020 definitiv einzuführen, wurde vom Souverän einstimmig genehmigt, ebenso die jährlich wiederkehrenden Kosten von 45'000 Franken. Die Mandatsführung wird durch den Verband für Jugend und Freizeit (VJF) wahrgenommen.

Positive Rechnung 2018

Die Verwaltungsrechnung 2018 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 605'786 Franken ab; budgetiert war ein Defizit von 164'290 Franken. Das gute Ergebnis ist laut Finanzverwalter Markus Straumann auf Mehrerträge bei den Steuern sowie auf Minderausgaben beim Sachaufwand und bei den Beiträgen an die Kreisschule Mittelgösgen zurückzuführen. Die Netto-Investitionen von rund 2,01 Millionen Franken konnten zu 66 Prozent aus Eigenmitteln finanziert werden. Auch die Abwasserentsorgung weist ein sattes Plus von 423'530 Franken aus, währenddem die Abfallbeseitigung ein Minus von 9'409 Franken vorzuweisen hat. Die Rechnung wurde von den Stimmberechtigten einstimmig gutgeheissen. Das Eigenkapital beläuft sich nun auf 4,1 Millionen Franken.

Die Anwesenden hiessen auch die Schaffung einer zusätzlichen 70-Prozent-Stelle im Werkhof gut. Werkhofmitarbeiter Stefan «Fosi» Huber wird bisher im Umfang von 46 Stellenprozenten von Hilfskräften unterstützt, die im Stundenlohn angestellt sind. Unter anderem sind die Aufwendungen für die Abfallentsorgung – vor allem entlang der Aare und in der Überbauung Steinengasse – stark angestiegen. Zudem musste der Werkhof nach der Auflösung der Friedhofskommission die Arbeiten des Friedhofsgärtners übernehmen. Reduziert wurden stattdessen diverse Unterhaltsarbeiten, was laut Ressortleiter Peter Kyburz «nur eine Zeit lang in Kauf genommen werden kann». Die im Stundenlohn beschäftigten Personen sollen inskünftig beim Häcksel- und Winterdienst eingesetzt werden.

Kredit für Zwinghölzliweg

Im Zusammenhang mit einer geplanten Überbauung muss der Zwinghölzliweg auf einer Länge von rund 35 Metern ausgebaut werden. Bereits im Dezember 2013 war dafür ein Kredit über 90'000 Franken beantragt worden, dieser wurde aber nie ausgelöst. Mit den nun vorgesehenen Neubauten musste der damalige Kredit erneuert werden, was der Souverän denn auch einstimmig tat.

Schliesslich wurde noch verkündet, dass von Sonntag, 21. Juli, 01.00 Uhr bis Montag, 22. Juli, 05.00 Uhr die beiden neuen Dorfkreisel komplett gesperrt werden, weil der Deckbelag eingebaut wird. Zudem hatte sich Peter Frei mit diversen Reklamationen wegen des akustischen «Krähenverscheuchers» eines Bauern in einem Maisfeld im «Schachen» zu befassen. Jedoch könne die Gemeinde wie auch die Polizei «nichts dagegen unternehmen, weil die gesetzlichen Grundlagen fehlen», so Frei.