Dieses Haus ist einzigartig im Niederamt und weit darüber hinaus. 2015 neu erbaut, ersetzte es in Grösse und Form genau den 250-jährigen Vorgängerbau, ein für die Gegend typisches Kleinbauernhaus. Die Kombination der Dachform mit der transparenten Glasfassade vereint Tradition und Moderne. Bauherr des auffälligen, vom kantonalen Ortsbildschutzbeauftragten Markus Schmid begleiteten Neubaus ist der Oltner Restaurator Markus Borner.

Viele freuen sich seither an dem neuen Schmuckstück an der Oltnerstrasse in Obergösgen. «Einen Käufer habe ich noch nicht gefunden», berichtet Markus Borner. «Es gab alle möglichen Anfragen für eine Vermietung oder kurzfristige Nutzungen, aber da will ich mitreden. Das Richtige war noch nicht darunter.» So steht das moderne Hochstudhaus noch immer leer.

Wer gestern Freitag am Hochstudhaus vorbeifuhr, stellte fest: Jetzt tut sich was. Und wer durch die Glaswände ins Innere guckt, ahnt auch, was. Staffeleien stehen da, und (vorläufig abgedeckte) grossformatige Bilder. Der Obergösger Maler Salvatore La Cola (52), der sein Atelier in der ehemaligen Casino-Bibliothek in Schönenwerd hat, kann hier seine erste Einzelausstellung zeigen. Einen Monat lang wird das ganze Hochstudhaus – in Parterre, Dachgeschoss und Keller – zur Bildergalerie.

«Zuerst habe ich es abgeblockt», gibt Markus Borner zu. «Aber meine Töchter haben mir gesagt: Du musst den jungen Studenten unterstützen.» Der Student, das ist der Oltner Maturand Gianluca Marino. In seiner Maturarbeit, die er diesen Monat an der Kanti Olten präsentieren wird, geht er dem Thema der Vermarktung von Kunst nach, am Beispiel von Salvatore La Cola. Und das nicht nur theoretisch, sondern mit einer konkreten Idee. Marino brachte den Maler und den Hausherrn zusammen. Borner: «Wir haben uns getroffen, und es hat gepasst.»

La Cola, im Hauptberuf Einkäufer für eine Haustechnikfirma, freut sich enorm. Schon als Bub träumte er von einem Leben als Maler. Seit etwa 2008 zeichnet und malt er, anfangs mit Acryl, heute am liebsten Ölbilder. Im Hochstudhaus wird er neben Studien und Skizzen seine neuen und allerneusten Werke zeigen. Viele haben eine gesellschaftskritische Aussage, wollen nicht nur «schön» sein. «Ich setze mich damit auseinander, was auf der Welt passiert», sagt er. Achtung: Das kann schon mal politisch werden.