Die Besitzer von Bad Lostorf geben nun definitiv auf. Nach dem Immobilieninserat auf Comparis.ch verkaufen sie den Grossteil der Anlage für rund 3,5 Millionen Franken. Überraschend kommt diese Entscheidung nicht.

Bereits vor eineinhalb Jahren deklarierte Rolf Marti, VR-Delegierter der Besitzerfirma Aqua Spa Resorts AG, dass bei ihnen der Fall «Bad Lostorf» endgültig archiviert sei.

Nachdem die Firma im Jahr 2011 mit 30 Millionen Franken das Bad umbauen wollte und durch Einsprachen der Stockwerkeigentümer ausgebremst wurde, verging ihr offenbar die Lust, ins Sorgenkind «Lostorf» zu investieren.

Thomas A. Müller, Gemeindepräsident von Lostorf, ist über die Nachricht, die er selber nur durch Zufall mitbekommen hat, nicht überrascht. «In der letzten Mitteilung, die wir von den Eigentümern erhalten haben, hiess es, dass sie von Investitionen im Bad Lostorf absehen», sagt Müller. Ein bisschen Erleichterung schwingt in der Stimme mit: «Die Anlage weiterhin einfach verlottern zu lassen, hätte nichts gebracht.» Er hoffe nun, dass auf dem Areal bald «etwas geht».

Hauptsache keine Ruine

In den letzten Jahren haben laut dem Gemeindepräsidenten immer wieder Investoren ihr Interesse am Areal bekundet. «Es waren alles gute Ideen», sagt Müller. Und doch wurde keine dieser Ideen realisiert. Warum? Beantworten kann Müller diese Frage nicht. An der Gemeinde lag es laut ihm jedenfalls nicht.

Am liebsten hätte der Gemeinderat wieder ein Bad-Projekt, weil das Thema «Wasser» in Vergangenheit immer zu diesem Ort gehört habe. «Wir sind aber ziemlich offen», sagt Müller. Schliesslich seien sie froh, wenn das Bad nicht zur Ruine verkommt. Eine mögliche Idee für die Anlage könnte laut ihm auch ein Hotel, eine Klinik oder ein Pflegeheim sein. «Denkbar ist vieles.» Und machbar auch. Mit der richtigen Summe Geld. Geht es nach der Einschätzung des Gemeindepräsidenten, wird der nächste Investor ziemlich tief in die Tasche greifen müssen: «Vermutlich muss das Gebäude abgerissen werden und neu gebaut werden.»

Hohe Investitionen nötig

Urs Blaser von der Wirtschaftsförderung Region Olten bestätigt, das die künftigen Investoren mit einem teuren Spass rechnen müssen: «Da es sich um alte Bausubstanz handelt, werden hohe Investitionen nötig sein.»

In den künftigen Szenarien sieht er nicht nur die Möglichkeit einer kommerziellen Nutzung, sondern auch die einer privaten. «Eine Option ist zum Beispiel ein firmeneigenes Schulungszentrum, das nicht auf Rendite ausgerichtet ist», sagt Blaser. Der Standort eigne sich jedenfalls gut als Rückzugsort.

Auch Stefan Ulrich, Geschäftsführer Olten Tourismus, sieht Potenzial im Areal des Bad Lostorf. «Entsteht dort ein schönes Projekt, ist das für die ganze Region interessant.» Ergänzt es das bestehende Angebot, sprich bringt etwas Neues, entsteht ein Mehrwert für die ganze Region. Eine Bade-Erlebnislandschaft zum Beispiel könnte laut ihm interessant werden, da sich die nächsten Wassererlebnispärke alle jenseits der Kantonsgrenzen befinden. «Wenn man genug Erlebnis bietet, könnte eine solche Anlage auch überregional an Bedeutung gewinnen.»

Warum sich die Eigentümer Aqua Spa Resorts AG genau jetzt, ganze fünf Jahre nach dem Scheitern des Projekts, zum Verkauf entschieden haben und ob sich bereits Interessenten gemeldet haben, ist unklar. Rolf Marti, VR-Delegierter der Eigentümerfirma Aqua Spa Resorts AG, war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.