FC Dulliken
«Jetzt steht die Mannschaft in der Verantwortung»

Nachdem er in der letzten Saison mit dem vierten Schlussrang Klubgeschichte geschrieben hatte, musste er nun für den schwachen Saisonverlauf büssen. Die Niederämter beendeten die Zusammenarbeit mit Saracino nach knapp anderthalb Saisons. Bis der neue Trainer gefunden ist, übernehmen Vizepräsident Roland Gruner und der langjährige Torhüter Rémy Meier ad interim.

Raphael Wermelinger
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Massimo Saracino bei seinem Amtsantritt im Juli des vergangenen Jahres.

Massimo Saracino bei seinem Amtsantritt im Juli des vergangenen Jahres.

Hansruedi Aeschbacher

«Als Trainer in einer so hohen Liga wie der 2. Liga inter musst du immer damit rechnen, dass so etwas passiert, wenn es nicht läuft», kommentierte Massimo Saracino seinen Abgang beim FC Dulliken. Die fünfte Niederlage im zehnten Meisterschaftsspiel am letzten Sonntag gegen den FC Blue Stars war die eine Niederlage zu viel.

Die Niederämter beendeten die Zusammenarbeit mit Saracino nach knapp anderthalb Saisons. «Im gegenseitigen Einvernehmen», wie Präsident Ueli Schenk betonte. «Am Schluss hat es für beide Parteien gestimmt», bestätigte Saracino.

Höhenflug jäh gebremst

Somit wurde der 35-jährige Trainer innert knapp vier Monaten vom Helden zum Bauernopfer. Nachdem er in der letzten Saison mit dem vierten Schlussrang Klubgeschichte geschrieben hatte, musste er nun für den schwachen Saisonverlauf büssen. «Das ist Fussball», stellte er nüchtern fest.

«Nach der sehr starken letzten Saison waren die Erwartungen im Umfeld natürlich viel höher. Doch wir konnten leider nicht an die letztjährigen Leistungen anknüpfen.» Aus diversen kleinen Gründen, die sich summiert hätten, so Saracino: «Das Kader war ziemlich schmal, es waren teilweise wenig Spieler im Training und bei einigen Spielern hat auch einfach die Form nicht gestimmt.»

Dullikens Präsident Ueli Schenk bestätigte, dass die Kaderzusammenstellung im Sommer nicht wunschgemäss verlaufen sei. Wenn auch teilweise unverschuldet: Stürmer Semir Bisevac, in der letzten Saison mit 18 Toren für die Dulliker, wechselte kurz vor Transferschluss in die 1. Liga zum FC Solothurn.

«Ihn konnten wir definitiv nicht gleichwertig ersetzen», so Schenk. «Unser Kader ist im Moment zu schmal. Einzelne Spieler nutzten dies aus. Sie wussten, dass sie sowieso spielen, auch wenn die Leistung im Training nicht stimmte.» Dies soll in der Winterpause korrigiert werden. Schenk spricht von vier Ergänzungen.

Innenverteidiger Damir Dzombic trainiert bereits mit den Dullikern. Der Ex-Super-League-Spieler wird aus Zeitgründen aber erst in der Rückrunde einsatzbereit sein. «Zudem suchen wir noch einen Aussenverteidiger und einen bis zwei Stürmer», äusserte sich Schenk zu den anstehenden Aktivitäten auf dem Transfermarkt.

Noch kein Nachfolger in Sicht

Ein neuer Trainer steht dagegen noch nicht in den Startlöchern. «Bevor die Situation mit Massimo nicht geklärt war, haben wir uns natürlich noch nicht umgesehen», stellte Schenk klar. Bis der neue Trainer gefunden ist, übernehmen Vizepräsident Roland Gruner und der langjährige Torhüter Rémy Meier ad interim.

Mittlerweile seien bereits etliche Anfragen eingetroffen, sagte Schenk. Aber offenbar noch nicht vom Wunschkandidaten: «Ich habe zwar ein genaues Profil im Kopf. Doch es ist nicht so einfach. Die guten Trainer sind normalerweise alle schon irgendwo engagiert.»

Vor der Winterpause warten noch drei Meisterschaftsspiele auf den FC Dulliken, der mit drei Punkten Reserve auf den Strich auf dem zehnten Platz liegt. Liestal (7.), Wohlen II (11.) und Pajde (3.) heissen die Gegner.

«Da wir zweimal auswärts spielen, wäre ich mit vier Punkten zufrieden», formulierte Schenk seine Erwartungen. «Jetzt steht die Mannschaft in der Verantwortung. Ich will sehen, dass ein Ruck durchs Team gegangen ist. Und ich will wieder Spielfreude sehen auf dem Platz.»

Und wie geht es bei Massimo Saracino weiter? «Zuerst brauche ich eine Pause vom Fussball und werde viele Spiele des EHC Olten besuchen.» Dem FC Dulliken wünsche er, dass das Team den richtigen Weg einschlage und bald aus der hinteren Tabellenregion rauskomme.

Er werde garantiert auch wieder mal auf dem Sportplatz Ey auftauchen. «Insgesamt war es eine schöne Zeit», blickte er zurück. «Es hat Spass gemacht. Und ich muss Dulliken ein Dankeschön aussprechen, dass sie mir die Chance gegeben haben, obwohl ich mit 35 doch noch ein sehr junger Trainer bin.»