Jetzt rücken seine Kameraden aus

Roland Nussbaumer aus Wisen verabschiedet sich nach 27 Dienstjahren von der Feuerwehr, der er 17 Jahre lang als Kommandant vorstand.

Lorenz Degen
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Der abtretende Vizekommandant Roland Nussbaumer blickt zufrieden auf seine Zeit bei der Feuerwehr Wisenberg zurück.

Der abtretende Vizekommandant Roland Nussbaumer blickt zufrieden auf seine Zeit bei der Feuerwehr Wisenberg zurück.

Bild: Bruno Kissling

Noch ist er ganz heimisch: Im Feuerwehrmagazin kennt Roland Nussbaumer, 47, jede Tür und jeden Lichtschalter. Doch bald wird sich der Landwirt aus Wisen nicht mehr bei den roten Fahrzeugen aufhalten, die im basellandschaftlichen Zeglingen einsatzbereit parkiert sind. Nach 27 Jahren im Dienst der Feuerwehr hat sich Nussbaumer entschlossen, dieses Kapitel in seinem Leben abzuschliessen. An der letzten Gemeindeversammlung in Wisen wurde er von Gemeindepräsident Paul Hecht mit einer Fotocollage und einem Geschenkkorb geehrt.

Nussbaumer blickt auf eine schöne Zeit zurück: «Zämme gschafft und zämme luschtig gha!» Zur Feuerwehr kam er durch das Aufgebot, als er 21 Jahre alt war. «Ich war vorbelastet», meint er lächelnd. Sein Vater war bereits Kommandant der Wisner Feuerwehr. Dass er auch seine Frau in der Feuerwehr kennen gelernt habe, wie dies in der Fotocollage den Anschein erweckte, sei nicht ganz zutreffend: «Sie ist zwar auch in einer Feuerwehr aktiv gewesen, aber wir haben uns anderweitig getroffen.»

Rund zehn Einsätze gab es pro Jahr für die 20 bis 25 Feuerwehr-Angehörigen. Davon waren ein oder zwei im Offiziersrang, zwei bis drei Unteroffiziere und der Rest bildete die Mannschaft. Nussbaumer wurde im Jahr 2000 Kommandant der Wisner Feuerwehr und blieb es bis zur Aufgabe der Selbstständigkeit Ende 2016. «Wir konnten auswählen, wo wir uns anschliessen wollten: Zu Trimbach, mit Läufelfingen oder uns dem schon bestehenden Verbund unserer Nachbargemeinden Rünenberg-Kilchberg-Zeglingen anschliessen, den es bereits seit 20 Jahren gab.» Wisen entschied sich für die Baselbieter Lösung. «Wir sind nun eine Baselbieter Feuerwehr», stellt Nussbaumer ohne Bedauern fest. «Ich kenne beide Systeme, das Solothurner und das Baselbieter, für Wisen passt das so.» Nussbaumer trat als Vizekommandant der Feuerwehr Wisenberg bei, wie sich die vier Feuerwehren tauften.

Das grösste Ereignis, an das sich Nussbaumer erinnert, war ein Dachstockbrand in Rünenberg vor drei Jahren. «In Wisen hilft sich jeder zuerst selbst, da wird nicht immer gleich die Feuerwehr gerufen, wenn man ein Wespennest im Estrich entdeckt oder eine Katze nicht mehr vom Baum hinunterkommt.»

Simon Itin, der jetzige Kommandant der Feuerwehr Wisenberg, ist des Lobes voll über seinen Vorgänger: «Roland war ein sehr guter Feuerwehrmann und ein ausgezeichneter Kommandant.»

Ganz brechen wird Nussbaumer mit der Feuerwehr nicht. Es gibt den Feuerwehrverein, wo Kameradschaft und Geselligkeit gepflegt wird. «Es sind Freundschaften entstanden, die sonst nicht möglich gewesen wären. Wir halten zusammen.» So trank man nach der Übung gerne im Magazin ein oder zwei Bier zusammen. «Wenn diese Tische sprechen könnten...», meint Itin vielsagend, indem er auf die Festbänke klopft. Nussbaumer lacht: «Im Küchenteam werden wir eine Aufgabe für mich finden.»