Schönenwerd
Jetzt gehts an die ETH – an Informatik-Wettkämpfen will er aber weiterhin teilnehmen

Jan Schär aus Schönenwerd ist zurück von der Informatik-Olympiade im Iran und beginnt bald sein Studium an der ETH Zürich. Mit anderen Informatik-Talenten will er sich auch weiterhin messen.

Kelly Spielmann
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Jan Schär ist wieder zurück an seinem Computer in Schönenwerd.

Jan Schär ist wieder zurück an seinem Computer in Schönenwerd.

Bruno Kissling

Als Laie stellt man sich das Büro eines IT-Genies irgendwie anders vor, als es bei Jan Schär, Goldmedaillengewinner der Schweizer Informatikolympiade, aussieht. Es herrscht Ordnung, ein Computerturm sowie ein Bildschirm stehen fein säuberlich auf dem Pult. Der Computer sieht ganz normal aus. «Ich habe vor, mir bald einen neuen zu kaufen», erklärt Jan Schär mit Blick zum Computer. Denn er will seine Informatiker-Karriere vorantreiben. Der 19-jährige Schönenwerder hat soeben die Schweiz mit drei weiteren Teammitgliedern an der internationalen Informatikolympiade vertreten.

Letztes Jahr hatte es bloss für die zentraleuropäische Olympiade gereicht, doch dieses Jahr konnte er an der Schweizer Informatik-Olympiade Gold gewinnen und dadurch als einer der vier besten Schweizer in die iranische Hauptstadt reisen. Nun ist er zurück. Für eine Medaille hat es dem Schönenwerder knapp nicht gereicht.

In Teheran musste er gegen Konkurrenten aus aller Welt antreten.

In Teheran musste er gegen Konkurrenten aus aller Welt antreten.

zvg

Zufrieden mit dem Ergebnis

«Wenn ich daran denke, dass ich bei einer Aufgabe rund 50 Punkte mehr hätte holen können, wenn ich meinen Denkfehler erkannt hätte, bin ich schon etwas enttäuscht», erklärt Schär. Denn mit diesen 50 Punkten mehr hätte es wahrscheinlich sogar für eine Bronzemedaille gereicht. «Aber ich bin trotzdem zufrieden und finde, es ist eine gute Leistung», sagt Schär. Denn die Aufgaben in Teheran seien schwierig und die Konkurrenz gross gewesen. Während sieben Tagen hat sich der Schönenwerder mit 307 anderen Informatiktalenten aus aller Welt messen müssen.

Einer seiner Mitstreiter aus der Schweiz hat es zum Edelmetall geschafft: Nicolas Camenisch konnte sich mit dem 147. Platz Bronze ergattern. Die ersten Plätze gingen an Teilnehmer aus Japan, China und den USA.

Nur die Schuhe waren schlecht

Jan Schär und das Schweizer Informatiker-Team sind schon einige Tage vor der Internationalen Informatikolympiade nach Teheran geflogen, um die Stadt zu erkunden. Nach dem Wettbewerb sind sie noch einige Tage geblieben und reisten ins malerische Isfahan. Vor seiner Reise hatte er sich noch Sorgen gemacht, weil ihm das Land fremd war.

Nun spricht er positiv darüber: «Es war schon anders, aber schön. Die Leute waren sehr hilfsbereit», so Schär. Isfahan sei zwar etwas touristisch gewesen, habe ihm jedoch trotzdem gefallen. Das Highlight seiner Reise in den Iran sei jedoch nicht der Besuch der beiden Städte gewesen. Am meisten Spass hatte Jan Schär am Wettkampf.

Sein einziges schlechtes Erlebnis: «Ich hatte die falschen Schuhe dabei und deshalb Blasen an den Füssen», lacht Schär.

Schon bald Student

Der Schönenwerder hat im Sommer die Kantonsschule Olten im naturwissenschaftlichen Profil abgeschlossen. Nach dem Trip in den Iran geniesst er jetzt noch seine verdienten Sommerferien. Danach beginnt er mit seinem Studium – natürlich Informatik an der ETH. «Ich habe schon in der Primarschule angefangen, zu programmieren», erklärt er. Die Wahl des Studiengangs sei ihm also nicht schwergefallen.

An Informatik-Wettkämpfen will Jan Schär auch während seines Studiums teilnehmen. Die Aufgaben werden in Zukunft wohl kniffliger werden als an den bisherigen Wettkämpfen für Kantischüler. Doch er hofft darauf, noch einige Medaillen für seine Sammlung gewinnen zu können.

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