Informatik-Olympiade
Jede Aufgabe in anderer Programmiersprache

Kantischüler Jan Schär (18) aus Schönenwerd hat in der ersten Runde zwei Preise abgeholt. Jetzt kann er ins Trainingscamp nach Davos.

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Vielsprachig beim Programmieren: Kantischüler Jan Schär (18).

Vielsprachig beim Programmieren: Kantischüler Jan Schär (18).

Oliver Healy

Informatiktalente aus 18 Kantonen trafen sich am vergangenen Samstag an der ETH in Zürich zum SOI-Tag. Sie wurden für ihre Leistungen an der ersten Runde der Schweizer Informatik-Olympiade (SOI) 2016/17 geehrt.

97 Mittelschülerinnen und Mittelschüler hatten sich für die Schweizer Informatik-Olympiade 2016/17 begeistert. Zu den besten jungen Programmierern der Schweiz gehört der 18-jährige Schönenwerder Jan Schär: Er schaffte es auf den 6. Platz. Er gewann auch den Kreativitätspreis und zusätzlich den erstmals verliehenen Rainbow Award: Er verwendete gekonnt bei jeder Aufgabe eine andere Programmiersprache.

Die Jugendlichen zeigten ihre Kreativität und ihren Sinn für Logik beim ersten Teil des Wettbewerbes. Und sie bewiesen viel Durchhaltevermögen: Im Vorfeld lösten sie während zweier Monate in ihrer Freizeit knifflige Programmieraufgaben. Bewertet wurden die Korrektheit der Resultate und die Effizienz des Programms. Dazu Johannes Kapfhammer, Präsident Schweizer Informatik-Olympiade und Informatik-Student an der ETH: «Nicht nur das Lösen der kniffligen Aufgaben gehört dazu, auch das nötige Wissen muss selbstständig erarbeitet werden – unsere Workshops helfen zwar, sind aber erst der Ausgangspunkt.»

Von Davos nach Teheran

Im März geht es weiter mit der zweiten Runde des Wettbewerbes. Die theoretische Prüfung findet an der ETH Zürich und der EPF Lausanne statt, die praktische wird online von zu Hause aus erarbeitet.

Vorher geht es für die 20 Bestplatzierten und vier Wildcard-Gewinner ins winterliche Davoser Trainingscamp. Dort wird intensiv an den Programmierfertigkeiten geschliffen. Unterrichtet und betreut werden die Schülerinnen und Schüler von den ehrenamtlichen Mitgliedern der Schweizer Informatik-Olympiade. Das sind Studierende und Doktorierende, die oft selbst an der Olympiade mitgemacht haben und ihr Wissen und ihre Erfahrungen nun an die Jüngeren weitergeben.

Für die besten vier Nachwuchstalente lockt im Sommer die 29. Internationale Informatik-Olympiade in Teheran (Iran). Dort wetteifern 300 Jugendliche aus rund 80 Ländern um Medaillen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer knüpfen Freundschaften und erfahren einen Austausch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

Jan Schär absolviert an der Kantonsschule Olten das naturwissenschaftliche Profil. Mit dem Programmieren hat er schon an der Primarschule begonnen. Er hatte schon letztes Jahr an der Schweizer Informatik-Olympiade teilgenommen und in der ersten Runde den 2. Platz erreicht. Bei den Finals schauten für ihn der 8. Platz und eine Silbermedaille heraus. Das berechtigte ihn zur Teilnahme an der zentraleuropäischen Informatik-Olympiade im letzten Sommer in Rumänien. (mgt/otr)

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