Lostorf
Ist neuer Anschluss schuld an überfluteten Kellern?

Überflutete Keller an der Stüsslingerstrasse waren das Hauptthema an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Lostorf.

Kelly Spielmann
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Bruno Kissling

Das meistdiskutierte Thema an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Mittwochabend war nicht auf der Traktandenliste zu finden: Fritz Peier, ein Anwohner der Stüsslingerstrasse, machte seinem Ärger über das regelmässig wiederkehrende Hochwasser in seinem Keller Luft.

Denn seit rund sechs Jahren habe er bei starkem Regen einen überfluteten Keller – fünf mal sei dies bereits geschehen – und bezahlt dafür jeweils 200 Franken Selbstbehalt an die Versicherung. «Wer zahlt mir das Geld zurück?», fragte er den Gemeindepräsidenten Thomas Müller.

Marie Müller, eine weitere Anwohnerin, hat dasselbe Problem. Neben ihr seien auch andere Familien betroffen, die in der Strassensenke wohnhaft sind. Sie selber hatte in den letzten Jahren viermal Hochwasser. «Noch einmal, und ich habe tausend Franken ausgegeben», ärgert sie sich. «Für etwas, bei dem wir nichts dafür können», fügt sie kopfschüttelnd an. Denn die Schuld liege bei der Bauverwaltung, so die Vermutung der Anwohner.

Ursache noch unbekannt

Eine weiter oben im Dorf liegende, überlastete Kanalisationsleitung sei vor einigen Jahren entlastet worden, indem eine Zuleitung neu an eine andere Leitung angeschlossen wurde.

Diese soll sich nun im Zuströmbereich der Kanalisation in der Stüsslingerstrasse befinden.
«Ob dies wirklich der Grund für die überfluteten Keller ist, konnte ich bislang noch nicht abklären», sagt Bauverwalter Heinz Marti dazu. Denn sowohl Marti selber als auch der Brunnenmeister und Werkhofleiter seien zu dieser Zeit noch nicht in Lostorf tätig gewesen.

Am kommenden Montag wird jedoch der stellvertretende Werkhofleiter, der damals schon im Amt war, aus den Ferien zurückkehren und befragt werden. Die genaue Ursache für die überfluteten Keller bleibt also noch eine Weile unbekannt.

Duschletenstrasse 2019 fertig

Für weniger Aufruhr sorgten die traktandierten Themen. Als erstes wurde die Sanierung der Wasserleitung, Kanalisation und des Strassenbelags an der Duschletenstrasse für 890 000 Franken von den 31 Anwesende einstimmig gutgeheissen.

Zusätzlich wird ein Überlaufsystem erstellt, damit überflüssiges Regenwasser in den Stüsslingerbach abfliesst. Die Bauarbeiten werden in drei Etappen ausgeführt. «Die Duschletenstrasse hat Erschliessungscharakter, sie führt in obliegende Quartiere», erklärte Gemeinderat Sämi Bünder diese Entscheidung.

Neuer Gemeinderat An der Gemeindeversammlung wurde bekannt gegeben, dass Vincenzo Imperia (FDP) als Ersatz für die bisherige Gemeinderätin Corinne Saner, die aus familiären Gründen zurücktreten musste, gewählt wurde. Er übernimmt das Ressort Öffentliche Sicherheit. Das Ressort Finanzen, welches von Saner geführt wurde, wird neu von Yannic Lüthi übernommen.

Neuer Gemeinderat An der Gemeindeversammlung wurde bekannt gegeben, dass Vincenzo Imperia (FDP) als Ersatz für die bisherige Gemeinderätin Corinne Saner, die aus familiären Gründen zurücktreten musste, gewählt wurde. Er übernimmt das Ressort Öffentliche Sicherheit. Das Ressort Finanzen, welches von Saner geführt wurde, wird neu von Yannic Lüthi übernommen.

Kelly Spielmann

Denn die Gemeinde müsse gewähren können, dass obere Quartiere immer über die Duschletenstrasse – wenn auch über Umwege – erreicht werden können. In der ersten Etappe wird der untere Teil saniert, 2018 ist der Projektteil «Mitte» an der Reihe und 2019 wird mit dem Teil «Nord» abgeschlossen.

Auch das nächste Traktandum, die Abrechnung des neuen Mehrzweckfahrzeugs der Feuerwehr, wurde einstimmig angenommen. Mit effektiven Kosten von 205 663 Franken konnte der Kredit von 210 000 Franken um 4337 Franken unterschritten werden.

Zwei Kommissionen gestrichen

Zuletzt musste eine Anpassung der Gemeindeordnung in zwei Punkten von den Stimmberechtigten angenommen werden. Dabei wurden bei der Teilrevision des Kommissionswesens zwei Lostorfer Kommissionen gestrichen. Auf Empfehlung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO wurde geprüft, welche Kommissionen tatsächlich notwendig und welche ineffizient sind.

Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass die Aufgaben der Gehaltregulativkommission vom Gemeinderat übernommen werden können und diese somit aufgelöst werden kann. Auch die Jugendkommission brauche es nicht mehr, die Aufgaben können von der offenen Jugendarbeit übernommen werden. «Es macht keinen Sinn, zwei Gremien mit der gleichen Aufgabe zu haben», so Gemeindepräsident Thomas Müller.

Auch der Antrag des Gemeinderats, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die es erlaubt, die Aufgaben der Rechnungsprüfungskommission extern zu vergeben, wurde einstimmig genehmigt – für den Fall, dass Mitglieder der Kommission unerwartet zurücktreten.

Auf Anregung der BDO wurde auch das Fraktionswesen einer Teilrevision unterzogen. Nachdem der Antrag auf Nichteintreten eines Anwesenden bloss eine Ja-Stimme erhielt, konnte der Antrag schliesslich mit 30 Ja-Stimmen zu einer Enthaltung angenommen werden.

Obwohl eine Abschaffung der Fraktionen empfohlen wurde, entschied sich der Gemeinderat, diese beizubehalten und einige gesetzliche Grundlagen festzulegen. Diese besagen:

  • dass die Gemeinderäte und die Ersatzgemeinderäte einer Liste gemeinsam die Fraktion bilden,
  • dass diese die Geschäfte des Gemeinderats gemeinsam erörtern,
  • dass die Sitzungen vom Fraktionschef geleitet werden,
  • dass zu Sitzungen Dritte beigezogen werden und Gemeinderäte Fraktionsmeinungen im Gemeinderat einbringen dürfen und
  • dass kein Fraktionszwang besteht.