Niederamt

Invasive Neophyten lieben die Aare und Gruben

Neophyten Knoeterich, Dulliken

Neophyten Knoeterich, Dulliken

Bereits seit einigen Jahren gehen die Gemeinden gegen die invasiven Neophyten vor. Die Verbreitung von den sich aggressiv vermehrenden Pflanzen zeigt auf, dass sich der freiwillige Einsatz der Gemeinden lohnt.

Invasive Neophyten. Ein eigentliches Schimpfwort für alle, die sich für den Erhalt der heimischen Pflanzenwelt einsetzen. Seit einigen Jahren sind die Gemeinden dazu aufgefordert, gegen diese nicht heimischen Pflanzen vorzugehen. In jeder Gemeinde gibt es einen Verantwortlichen, der sich dieser Sache anzunehmen hat und jedes Jahr in einem Kurs vom Amt für Landwirtschaft auf den neusten Wissensstand gebracht wird. Von April bis Anfang Oktober ist die Zeit, in der gegen diese eigentlichen Fremdlinge vorgegangen wird.

Verbreitung invasiver Neophyten im Niederamt

Verbreitung invasiver Neophyten im Niederamt

Entlang der Aare

Im Niederamt haben sich die Pflanzen vor allem in zwei Gegenden stark verbreitet: entlang dem Aarelauf und auf allen sogenannten Ruderalflächen. Diese Flächen haben, wenn überhaupt, eine dünne Humusschicht, auf der sich eine normale Wiese zum Beispiel gar nicht entfalten könnte. Man findet diese Flächen oft in vom Menschen geschaffenen Gruben. Dies bestätigt auch ein Blick auf die Verteilung der invasiven Neophyten in der Region. Überall dort, wo sich eine stärkere Verbreitung der Pflanzen ausserhalb des Aarelaufs zeigt, sind Gruben die Verursacher ihrer Verbreitung. So etwa in Däniken, in der Grube im Wannental Trimbach oder auch in der geschlossenen Deponie Walterswil.

Auch die Tomate ist ein Neophyt

Zum Teil passiere die Verbreitung auch im Zuge von Renaturierungsprojekten. «Da müssen wir stark aufpassen, dass sich die ungewollten Pflanzen nicht auf diesen neu für die einheimische Natur gewonnenen Flächen verbreiten», erklärt Martina Ruh vom kantonalen Amt für Landwirtschaft. Die invasiven Neophyten verdrängen in diesen Gebieten die einheimschen Arten. Die drei häufigsten Arten sind dabei das Drüsige Springkraut, die Kanadische Goldrute und der Asiatische Staudenknöterich. «In den letzten 20 Jahren haben sich die Neophyten stark verbreitet», sagt Ruh.

Eine allgemeine Bekämpfungspflicht, die den Pflanzen Einhalt gebieten soll, gibt es indes nicht. Einer der wenigen invasiven Neophyten, gegen welche eine solche Bekämpfungspflicht besteht, ist dagegen die Ambrosia. Die Pflanze hatte sich im Zuge des Jugoslawienkrieges in Europa angesiedelt. Dies im Zusammenhang mit der Versorgung von amerikanischen Truppen.

Auch darf die Mehrheit der invasiven Neophyten eigentlich im heimischen Garten angepflanzt werden, ein Pflanzverbot als solches gibt es nicht. Doch welche Pflanzen gelten überhaupt als invasive Neophyten? Grundsätzlich sind alle Pflanzen Neophyten, welche nach 1492, also nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, sich in Europa verbreitet haben. Dazu gehören etwa auch Tomaten, Kartoffeln oder Mais. Als invasiv gelten diese aber nicht, weil sie die einheimschen Arten nicht verdrängen.

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