Niedergösgen

In 280 Stunden aufgebaut: Mehrzweckhalle in Paradies für Modelleisenbahn-Fans verwandelt

Zwei Tage lang tuckern verschiedene Modelleisenbahnen durch die Mehrzweckhalle in Niedergösgen. Mehr als 90 Module wurden am Donnerstag aufgestellt.

Die Mehrzweckhalle in Niedergösgen mit dem braunen Hallenboden und den farbigen Linien der Spielfelder drauf wird seit dem 24. Dezember in ein Paradies für Modelleisenbahn-Fans verwandelt. Alle zwei Jahre findet hier eine Modelleisenbahn-Ausstellung statt. Organisiert von den Moduleisenbahnern des Elternvereins Niedergösgen. In diesem Jahr ist es das 13. Mal.

«Wir brauchen unglaublich viel Zeit für die Vorbereitung der Ausstellung», erzählt Organisator Max Müller, während er durch die Halle führt. Insgesamt würden alle Beteiligten zusammen rund 280 Stunden an der Ausstellung arbeiten. Müller: «Und das dafür, dass die Module und Modelleisenbahn-Kompositionen 13 Stunden lang besucht werden können.»

Verrückte Eisenbahnhändler

Die Reportage von "Tele M1" von der Modelleisenbahn-Ausstellung.

Modelleisenbahnen, die nach Fahrplan fahren

In der linken Hallenhälfte hat sich der Freundeskreis europäischer Modellbahner — kurz Fremo — breitgemacht. «Das sind die Profis», erklärt Müller beim Rundgang. Die Miniatur-Zugstrecke führt vom Thurgauer Ort Märwil ins luzernische Rufwil bis nach Bioggio im Tessin. «Bei Fremo fährt man ganz vergiftet nach Fahrplan», so Müller.

Die Gruppe habe im Vorfeld der Ausstellung eigens einen Fahrplan erstellt, der haargenau eingehalten werden müsse. Rund zwei Stunden dauere ein solcher Durchlauf, erklärt Hans-Peter Messerli von Fremo. Jeder Zug hat sich an den Plan zu halten, der Lokführer läuft jeweils mit seiner Komposition mit und sorgt dafür, dass keine Rotlichter missachtet oder Bahnhöfe zu spät angefahren werden.

«Ich war völlig überfordert»

«Das ist ganz hohe Kunst», sagt Müller. Er selbst habe auch schon mal an einem Anlass mit der Fremo-Gruppe mitmachen dürfen: «Ich war völlig überfordert», meint der Niedergösger lachend. Da müsse man sich nach der vier Mal schneller laufenden Bahnhofsuhr richten und dürfe ja keinen Fehler machen.

Gleich neben der sorgfältig ausgearbeiteten Landschaft der Fremo-Gruppe, die sich nach den Gegebenheiten der 64er- bis 67er-Jahre richtet, steht ein originaler Führerstand einer alten SBB-Lokomotive: Unter Anleitung eines Lokführers können die kleinen und grossen Besucher mal selbst einen Zug steuern. «Sie fahren mit der kleinen Lok der Wechselstromanlage in der Mitte der Halle», so Müller. Durch eine Kamera ist dann alles in voller Grösse zu sehen, erklärt der Organisator eines der Highlights der Ausstellung.

«Diese Lok habe ich mit sechs Jahren bekommen»

Über 90 Module können an der 13. Ausstellung der Modellbahner bestaunt werden. Einige Modulbauer präsentieren ihre unglaublich detailreichen Module, auf denen Baustellen, Jagdszenen im Wald neben den Gleisen oder ganze Dörfer angebracht sind. Auch die Zugkompositionen und Lokomotiven erzählen alle eine eigene Geschichte: «Diese schwarze Lok, die habe ich im Alter von sechs Jahren geschenkt bekommen. Damit hat mein Hobby begonnen», erzählt der jetzt 65-jährige Max Müller.

Damit die Faszination an den Modelleisenbahnen weiter getragen wird, veranstalten die verschiedenen Vereine zusammen diese Ausstellung. So erwartet Organisator Müller denn auch viele Kinder und Modelleisenbahnfans unter dem Publikum an den kommenden zwei Tagen. 

Die Ausstellung findet am Freitag, 28. Dez., von 13 bis 19 Uhr und am Samstag, 29. Dez., von 9.30 bis 16.30 Uhr statt. Weitere Informationen unter www.modulbahner.ch.

Modellbahnanlage füllt ganze Turnhalle

Eine andere Modellbahnanlage, die eine ganze Turnhalle füllt

In Villeneuve (VD) steht derzeit eine der grössten, mobilen Modellbahnanlagen der Schweiz. Die Anlage Namens "Train des Fêtes" zeigt einen Teil der Romandie im Massstab 1:22,5. Das Schienennetz ist knapp 150 Meter lang. Die Modellbahnanlage wiegt insgesamt zwei Tonnen. Sie ist in einzelne Module zerlegbar und wird jedes Jahr an einem anderen Ort aufgebaut. Zwei Tage dauerte der Aufbau für das routinierte Team um Chefeisenbahner Jean-Michel Mayor.

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