Impfaktion
Zwei Stationen im Niederamt: Hier gibt es den Piks «to go»

Heute in Schönenwerd, am Dienstag in Dulliken: Mobile Impfteams besuchen zwei Gemeinden im Niederamt.

Cyrill Pürro
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Eine Gesundheitsfachperson an letzten Vorbereitungen für das Impfen «to go»: Gestern in Hägendorf.

Eine Gesundheitsfachperson an letzten Vorbereitungen für das Impfen «to go»: Gestern in Hägendorf.

Bruno Kissling

Eines der vier mobilen Impfteams des Kantons erreicht heute nach sechs Stationen im Kanton Solothurn nun auch Schönenwerd. Die Turnhalle Dorf an der Schmiedegasse 8 ist heute für Impfwillige offen. Von 15 bis 20 Uhr kann man sich mit oder ohne Voranmeldung piksen lassen.

«Ich hoffe sehr darauf, dass viele der täglich am Standort vorbeifahrenden Personen kurz anhalten, um sich impfen zu lassen»,

sagt die Schönenwerder Gemeindepräsidentin Charlotte Shah-Wuillemin auf Anfrage. Die positiven Reaktionen aus Gemeinderat und Bevölkerung zeigten ihr, dass man in der Gemeinde froh darüber sei, dass auf die tiefe Impfquote reagiert werde. Vor Ort stünden Securitas bereit, die laut Shah dafür da seien «den Leuten den Weg zu weisen» und «sie richtig durchzuschleusen.»

Auch in Dulliken hofft man auf regen Besuch der Impfstation. Kommenden Dienstag können Interessierte im alten Schulhaus an der Bahnhofstrasse das Angebot nutzen, ebenfalls von 15 bis 20 Uhr. Der Gemeindepräsident Walter Rhiner führe hin und wieder Gespräche mit Einzelpersonen, die er als «vehemente Impfgegner» bezeichnet. Er beobachte, dass viele der Gegner «nicht im Bild seien» und «Fakten verdrehen würden». Rhiner hofft, dass dem mit der Impfmöglichkeit mitten im Dorf etwas entgegengewirkt werden kann.

Kanton Solothurn dehnt das Impfangebot aus

Die einzelnen Gemeinden wurden erst aufgrund ihrer Grösse für die Impfaktion angefragt. «Mittlerweile kommen die Gemeinden auch schon auf uns zu», wie die Kommunikationsbeauftragte beim Fachstab Pandemie des Kantons Solothurn, Mirjam Andres, auf Anfrage erklärt. Weder Pflegefachkräfte noch ältere Personen geniessen bei den Impfteams Vorrang. Bei den Eingängen der Zentren, die die Impfteams einrichten, kämen aber diejenigen zuerst an die Reihe, welche sich im Vorfeld angemeldet haben, erklärt Andres. Der Einsatz der mobilen Impfteams wird aufgrund der «guten Resonanz» weiter ausgedehnt.

Bereits im August waren die Impfequipen in zehn Gemeinden unterwegs. Im September kommen nun weitere neun an die Reihe. Die zweite Impfung wird dann im Oktober verabreicht. Am 19., 20. und 23. August haben sich rund 1200 Personen impfen lassen. Die Einwohnenden der Gemeinden werden mit Flyern über die Impfmöglichkeit informiert.

Hier der erste Impfbus im Kanton Zürich, der am 21. August 2021 in Betrieb genommen wurde.

Hier der erste Impfbus im Kanton Zürich, der am 21. August 2021 in Betrieb genommen wurde.

Walter Bieri / KEYSTONE

Kampagne sorgt in den sozialen Medien für Furore

Diese Flyer kommen aber nicht überall gut an. In den sozialen Netzwerken toben User über die «Pikskampagne» des Kantons. Unter einem Facebook-Post des Kantons Solothurn, in dem die einzelnen Impfdaten in den jeweiligen Gemeinden aufgeführt sind, kam es zu Diskussionen. Kritikerinnen und Kritiker der Covid-Impfung stellen den Impfschutz in Frage, während Befürworterinnen und Befürworter die Impfung als «einziges Mittel gegen die Pandemie» verteidigen.

Unter einem anderen Post, in dem der Kanton die Bevölkerung darum bittet, sich zu impfen, schreibt eine Nutzerin: «Bitte hört endlich mit dem Werbung machen auf.» Die, die sich nicht impfen wollen, sollen doch einfach in Ruhe gelassen werden. «Druck ist nie gut, Druck erzeugt Gegendruck», ergänzt die Nutzerin.

Beim Fachstab Pandemie wird auf die Frage, ob immer mehr Druck auf Ungeimpfte entstehe, nicht direkt geantwortet.

«Wir haben als Kanton vom Bund den Auftrag, die Impfquote zu steigern»,

antwortet Andres. Nur so könne weiterhin ein funktionierendes Gesundheitssystem und in Zukunft ein Alltag ohne Einschränkungen garantiert werden.

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