Gretzenbach
Im Jahr 2016 sind grosse Investitionen geplant

Der Gemeinderat von Gretzenbach hat den Voranschlag 2016 mit einem Aufwandüberschuss von 338230 Franken sowie sechs Verpflichtungskredite zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Andrea Walder-Flury
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Der 20-jährige Lindner muss dringend ersetzt werden.

Der 20-jährige Lindner muss dringend ersetzt werden.

Hans Beer

Der Gemeinderat von Gretzenbach folgte in seinen Beratungen des Budgets 2016 weitgehend den Empfehlungen der Finanzkommission. Er erachtet das Defizit von 338 230 Franken ebenfalls als bedenklich. Er will aber die Entwicklung in den nächsten Monaten abwarten, bevor nötige Massnahmen diskutiert werden.

Das Defizit ist hauptsächlich die Folge massiv tieferer Finanz- und Lastenausgleichsbeiträge, die um rund 330 000 Franken einbrechen. Zwar erhöht sich der Ressourcenausgleich um 240 600 Franken gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig vermindert sich die Schülerpauschale um 57 500 Franken. Ein Grund für diese negative Entwicklung gegenüber den provisorischen Berechnungen für den neuen Finanzausgleich ist die in den letzten sechs Jahren deutlich gestiegene Steuerkraft der Gemeinde.

Bautätigkeit wirkt positiv

Gemäss den Ausführungen des Ressortchefs Finanzen und des Finanzverwalters rechnet das Budget 2016 mit einem unverminderten Anstieg des Steuerertrages auf 7,7 Millionen Franken. Grund dafür sind die positiven Auswirkungen der regen Bautätigkeit und die anhaltend stabilen Verhältnisse bei den juristischen Personen. Auf der Ausgabenseite konnten die Kommissionen den Sachaufwand mit 1,9 Millionen Franken stabil halten. Die Personalkosten steigen infolge höherer Schulpensen von 4 Mio. Franken auf 4,1 Mio. Franken an. Hingegen ergibt sich bei den Transferaufwendungen und Transfererträgen eine markante Einbusse von 1,5 Mio. Franken, die auf höhere Schulgelder und tiefere Schülerpauschalen zurückzuführen ist. Erstaunlich stabil zeigen sich die Sozialhilfekosten mit 1,9 Mio. Franken. Insgesamt verschlechtert sich der Cashflow auf 290 070 Franken (3,3 Prozent) gegenüber 615 950 Franken (7,3 Prozent) im Vorjahr.

Hohe Investitionen geplant

Die neu unter den Vorgaben von HRM2 berechneten Abschreibungen bewegen sich mit 628 300 Franken unter den Vorjahreszahlen. Allerdings zeigt die Investitionsplanung einen deutlichen Anstieg des Investitionsvolumens. Im Budget 2016 sind Investitionen von 1,916 Mio. Franken geplant, unter anderem für die Sanierung der Köllikerstrasse (415 000 Franken), die Sanierung Grabackerweg (426 000 Franken), die Offenlegung des Heuelbaches (85 000 Franken) sowie die Sanierung der Kanalisationen am Gretzenbach und am Bachweg (580 000 Franken).

Zudem ist die Ablösung des alten Kommunalfahrzeuges (Jahrgang 1996) mit 180 000 Franken vorgesehen. Aufgrund des ungenügenden Cashflows können die Investitionen nur zu 15 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert werden, wodurch sich der Finanzierungsbedarf auf 1,6 Millionen Franken erhöht und zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1078 Franken (Vorjahr 519 Franken) führt.

Gebühren unverändert

Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall zeigen stabile und positive Cashflows von insgesamt 226 600 Franken. Die Gebühren können in allen drei Bereichen gehalten werden, trotz Investitionen von 777 000 Franken.

Die stabile Finanzierungsbasis mit einem Eigenkapital von 1,9 Mio. Franken sollte auch die grossen künftigen Investitionen beim Wasser (Pumpwerk) und Abwasser (Kanalisationssanierungen) ermöglichen. Die vorgesehenen Investitionen in zwei Abfall-Sammelwägesysteme können aus eigener Kraft finanziert werden.

Massive Erhöhungen

Der vom Ressortgemeinderat Finanzen vorgestellte Finanzplan 2017 bis 2021 zeigt für den allgemeinen Haushalt eine deutliche Verschlechterung sämtlicher Kennzahlen. So dürfte sich die Nettoverschuldung pro Einwohner von bisher 519 Franken auf über 2000 Franken ab dem Jahr 2019 massiv erhöhen. Grund dafür sind die ungenügenden Ergebnisse wegen der nachhaltigen Reduktion der Finanzausgleichsbeiträge in der Grössenordnung von rund 300 000 Franken und hohe Investitionen in die Infrastruktur.