Trimbach kann 2019 eine schöne Jahreszahl feiern: Das älteste Dokument, in dem der Name des Dorfes zum ersten Mal vorkommt, ist die lateinisch geschriebene Pergamenturkunde vom 18. Oktober 1244. Seither sind also genau 775 Jahre vergangen. Diese Urkunde hält den Entscheid eines Schiedsgerichts fest. Unter den wichtigsten Teilnehmern dieses Gremiums ist ein «Waltherus de Trinbach» aufgelistet.

Das Niederämter Dorf existierte bereits lange vorher, menschliche Spuren gibt es seit der Jungsteinzeit, ein frühmittelalterliches Gräberfeld befand sich beim Friedhof. Doch auf einem Schriftstück taucht Trimbach erst im 13. Jahrhundert auf und dies nur in Zusammenhang mit einem Personennamen.

Beurkundet wird Schiedsgericht

Das genannte Pergament aus dem Jahr 1244 ist nicht sehr gross: In der Länge misst es 25 Zentimeter, in der Breite deren acht. An der Urkunde hängen die Siegel des Grafen Ludwig von Froburg und von Propst Konrad des Klosters Schönthal.

In dieser lateinisch geschriebenen Pergamenturkunde vom 18.Oktober 1244 wurde der Name Trimbach das erste Mal erwähnt. Das Wort «Trinbach» findet sich in der untersten Zeile des Urkundentextes ganz links.Originalurkunde: Staatsarchiv Basel

In dieser lateinisch geschriebenen Pergamenturkunde vom 18.Oktober 1244 wurde der Name Trimbach das erste Mal erwähnt. Das Wort «Trinbach» findet sich in der untersten Zeile des Urkundentextes ganz links.Originalurkunde: Staatsarchiv Basel

In wenigen Sätzen wird der Urteilsspruch des Schiedsgerichts beurkundet. Streitobjekte sind die Mühle von Hölstein und ein steinernes Haus an der Stadtmauer von Waldenburg. Die Hintergründe des Streits werden nicht ausdrücklich erzählt, sie können nur vermutet werden.

Das bei Langenbruck (BL) im Einzugsgebiet des Obern Hauensteins gelegene Kloster Schöntal war um 1140 durch die Grafen von Froburg gegründet worden. Um den Lebensunterhalt der Konventbrüder sichern zu können, schenkten ihnen die Froburger und weitere Stifter Güter in der näheren und weiteren Umgebung. So stiftete die «nobilis mulier», lateinisch für Edelfrau, Lucarda von Lampenberg dem Kloster Schönthal für ihr Seelenheil einige Güter in Arboldswil und Lampenberg. Sie bedingte sich dabei allerdings aus, die Erträge dieser Bauerngüter auf Lebzeiten weiterhin für sich nutzen zu können.

Als es um die Mühle in Hölstein und das feste Haus in Waldenburg ging, widersetzte sich Lucarda von Lampenbergs Schwiegersohn, Edelknecht Ulrich von Arisdorf. Er brachte den Fall vor das Schiedsgericht seines Lehensherrn, des Grafen Ludwig von Froburg. Der Streit wurde – und dies ist nun der Inhalt der Urkunde von 1244 – in diesem Sinne entschieden, dass der Konvent in Schöntal zwar diese Liegenschaften von Lucarda geschenkt bekommt, dass aber sowohl Ulrich von Arisdorf und seine Gemahlin Hadewig als auch deren leibliche Nachkommen die Hölsteiner Mühle und das Waldenburger Steinhaus nutzniessen dürfen, solange sie leben. Sie sollen dafür dem Kloster jeweils zu Weihnachten anderthalb Pfund Wachs abliefern. Sollten Ulrich und Hadewig keine leiblichen Erben haben, so fiele bei ihrem Ableben die Immobilien an das Kloster Schöntal.

Mit ihren Siegeln an der Urkunde bekräftigten Graf Ludwig von Froburg und Propst Konrad von Schöntal den Kompromiss. Zudem wurden einige der am Schiedsspruch Beteiligten namentlich aufgeführt. Es waren dies Ritter Walter von Gelterkinden, Schultheiss Rudolf von Waldenburg, Ritter Hermann Marschalk von Froburg sowie Walter von Trimbach. Trimbach erscheint hier als Herkunftsort; da es damals noch keine Familiennamen gab, wird Walter eben mit seinem Herkunftsort näher umschrieben.

Es gab schon eine Kirche im Dorf

Irgendwelche Informationen über Trimbach gibt es in dieser Urkunde nicht. Ausser, dass ein nicht ganz unbedeutender Mann von diesem Dorf im Schatten der Froburg stammte. Bedeutend interessanter sind die zweit- und die drittältesten Trimbacher Urkunden: Wieder werden in einer Schiedsgericht-Urkunde von 1278 die Beteiligten genannt: Es ist dies ein «magister Nycolaus plebanus in Trimbach», also ein Leutpriester mit Masterabschluss namens Nikolaus. In der drittältesten Urkunde von 1279 wird ein «P. vicarius in Trimbach» erwähnt. Er hiess Peter und war Vikar in Trimbach. Daraus kann man schliessen, dass damals bereits ein Gotteshaus im Dorf existierte.