Starrkirch-Wil

«Ich wollte mit den Schwalben über der Altstadt Olten in der Luft herumturnen»

Markus Roschi machte ein Selfie 1200 Meter über der Stadt Olten. Rechts von ihm sind an der Aare deutlich Badi und Altstadt zu erkennen, und seine Schutzbrille spiegelt den bunten Gleitschirm.

Markus Roschi machte ein Selfie 1200 Meter über der Stadt Olten. Rechts von ihm sind an der Aare deutlich Badi und Altstadt zu erkennen, und seine Schutzbrille spiegelt den bunten Gleitschirm.

Markus Roschi aus Starrkirch-Wil flog an einem schönen Sommertag per Gleitschirm von Solothurn nach Olten.

Markus Roschi, der Familienvater und Primarlehrer aus Starrkirch-Wil, liebt das Risiko. Diese Woche hatte er etwas ganz Besonderes vor. «Ich wollte mit den Schwalben über der Altstadt Olten in der Luft herumturnen. Dazu startet man am besten vom Weissenstein in Solothurn oder von der Wängi in Matzendorf», erklärt er. Er habe sich dann für den Solothurner Hausberg entschieden, da er noch vier Fahrten auf seinem Sässelilift-Billett zugute hatte.

Er weiss: «Von hier aus kann sich ein geübter Gleitschirmpilot mittels Thermik nach Olten tragen lassen.» Und er zieht den Vergleich zum Raubvogel: «Wer schon mal einen Rotmilan beobachtet hat, könnte wissen, wie es geht: Immer wieder im Aufwind Höhe tanken und dann Richtung Ziel gleiten.» Je nach Wetter brauche es für die gut 30 Kilometer zwischen Solothurn und Olten ungefähr fünf Thermiken. Es gibt davon schwache und starke. Die beste Thermik fand am Mittwoch bei Oberbuchsiten statt: «Hier konnte man mit fünf Metern in der Sekunde steigen. Das heisst, es ging mit fast 20 km/h senkrecht nach oben», so Roschi weiter.

Über Olten angekommen

Nach ziemlich genau zwei Stunden erreichte er sein Ziel Olten. Zuvor hatten ihm nach eigenen Angaben die starke Bise mit gut 20 km/h Gegenwind und die grossen Wolken zu schaffen gemacht. «Einige Male musste ich einen Umweg in Kauf nehmen, um kleineren Platzregen auszuweichen», blickt er zurück. Gleitschirmfliegen und Nässe – das passe nicht zusammen.

Nach all den Strapazen sei Olten klar neben den Wolken zu erkennen gewesen. Die Stadt glänzte in der Sommersonne. «Über dem Bifangquartier fand ich starkes Steigen, und ich liess mich 1400 Meter über die Stadt hinaustragen. Auf knapp 1800 Metern über Meereshöhe bot sich eine fantastische Aussicht», schwärmt Roschi. Dann fügte er sich quasi in den Vogelschwarm ein, wie er es gewollt hatte: «Die Schwalben waren auch da. Wie immer wirkten sie auf mich sehr verspielt. Ich ging näher und schloss mich ihrem Pulk an. Zusammen sind die starken Zentren der steigenden Luft besser auszumachen.» Er sei immer wieder erstaunt, dass es funktioniere und sich die Schwalben aus Scheu nicht aus dem Staub machen.

Auf 2000 über Meer verliess er die Thermik und flog Richtung Sälischlössli: «Wie immer gaukelte mir die unbewegliche Metallfahne auf dem Dach Westwind vor. Ich liess mich dadurch nicht beirren und hielt gegen die Bise an. Ausgleiten war das Ziel, der Aare entlang und am Born vorbei.» Nach exakt 2 Stunden und 27 Minuten sei er sanft auf einem Feld südlich der Stadt gelandet. Was hat er dabei empfunden? «Ich freute mich über den warmen Sommertag», entgegnet er. Bestimmt wird es nicht lange dauern, und Markus Roschi packt sein «Flugzeug im Rucksack», wie er selbst sagt, und geht wieder auf Abenteuerflug, wo die Thermik regiert und die Schwalben ihre Kreise ziehen.

Weitere Infos: www.dcfalk.ch, www.swissleague.ch

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1